»Die Entwicklung des Landkreises bleibt mir Herzensangelegenheit«

Über das abgelaufene Jahr sowie seine Pläne für 2012 und die bevorstehenden Landratswahlen sprach Landrat Hans-Joachim Weirather mit unserer Redakteurin Andrea Magg. Foto: Archiv

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edaktionsgespräch mit Landrat Hans-Joachim Weirather Mindelheim/Unterallgäu (mg): Über die Entwicklung des Landkreises Unterallgäu, abgeschlossene und geplante Investitionen sowie seine Kandidatur bei den bevorstehenden Landratswahlen sprach zum Jahreswechsel Landrat Hans-Joachim Weirather mit unserer Redaktionsleiterin Andrea Magg. Rückblickend auf das Jahr 2011 freue er sich darüber, dass wichtige und für den Landkreis wegweisende Projekte zu Ende gebracht werden konnten, so der Landrat. Als Beispiele nannte er unter anderem die Schulerweiterung in Ottobeuren und Babenhausen, die neue Illerbrücke bei Lautrach oder auch die Fortschritte bei der Wanderwegebeschilderung, beim Senioren- und Klimaschutzprojekt. Einen historischen Tiefststand erreichte die Arbeitslosenquote mit 1,7 Prozent. Habe man schon 2011 sehr viel Geld in die Schulen investiert, so werde man auch 2012 weiter hohe Summen in die Bildung stecken. So habe der Kreistag ein umfassendes Gesamtkonzept beschlossen, in dessen Rahmen die Schulgebäude saniert werden. Gute 47 Millionen Euro soll dies 2012 kosten, rund 23 Millionen davon werde der Landkreis selbst stemmen. Konkret gehe es unter anderem um die letzten Bauabschnitte der Generalsanierung im Bereich der Beruflichen Schulen in Mindelheim und Memmingen. Im Bereich Tiefbau werde mit dem Bau der Entlastungsstraße Memmingerberg begonnen, die das Konversionsgelände an die A 96 anschließen und damit die Gemeinde Memmingerberg vom massiven Verkehrsaufkommen befreien soll. In Ottobeuren werde man die Kreisstraße vor der Klinik erneuern und den Parkplatz modernisieren. Ebenfalls erneuert werden soll die Ortsdurchfahrt der Gemeinde Wolfertschwenden. Desweiteren werden mehrere Brücken im Unterallgäu in die Generalsanierung genommen, ferner stehen Deckenbaumaßnahmen an Kreisstraßen auf der Aufgabenliste. Gelungen sei es 2011 das Medizinische Versorgungszentrum MVZ in Mindelheim zu retten. Neurochirurgen des MVZ werden künftig ebenso wie die Orthopäden auch in der Kreisklinik operieren. Aus finanzieller Sicht werde sich das Haushaltsjahr 2012 sehen lassen können, so Weirather. Dies sei seit kurzem bekannt: »2012 wird es gelingen einen Haushalt zu schnüren, in dem wir wichtige Investitionen tätigen können, unseren Verpflichtungen den Kreiskliniken gegenüber nachkommen und auf eine Erhöhung des Schuldenstandes verzichten können.« Mit Blick auf die Landratswahlen im April 2012 betonte Weirather, dass er selbstverständlich wieder kandidiere und sich sehr freuen würde, wenn er am 22. April 2012 für weitere Jahre das Vertrauen der Unterallgäuer Bevölkerung bekommt. »Ich kann aus reinstem Herzen sagen, dass ich viel dazu beigetragen habe, dass der Landkreis auf einem guten Weg ist. Ich bin Unterallgäuer von ganzem Herzen. Deshalb ist es für mich eine Herzensangelegenheit weiter für den Landkreis tätig zu sein.« Freilich sei der Erfolg kein Selbstläufer, sondern will erarbeitet sein, dessen sei er sich bewusst. Eine große Herausforderung bleibe die Kliniklandschaft: die beiden landkreiseigenen Häuser unter immer schwieriger werdenden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu machen und dass ohne an Privatisierung zu denken, bleibe Aufgabe. Dass dies geht, zeigen die Kreisseniorenheime - »wo früher ein Millionendefizit zu verzeichnen war, konnten wir nahezu auf Null setzen. Ein erfolgreicher Weg bei den Kreiskliniken führt nur über strategische Partnerschaften«, erklärt der Landrat. Und weiter: »Als Kommunalunternehmen mit zwei kleinen Häusern sind wir in der Kliniklandschaft ein Zwerg, von daher macht der enge Schulterschluss mit Memmingen Sinn. Ich habe noch von keiner Seite besser Vorschläge vernommen, die tragfähig wären.« Angesprochen auf seine Gegenkandidatin der CSU Marita Kaiser, betonte Weirather: »Wer immer für das Amt des Landrats kandidiert, verdient Respekt.« Im Vorlauf zur Landratswahl werde es sicherlich wieder eine Podiumsdiskussion geben, auf die er sich schon heute schon freue.

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