Kulturelle Perle wachgeküsst 

Die Mindelburg ist jetzt ein Denkmal von nationaler Bedeutung

Der roße Buckelquader aus Nagelfluh auf der Nordseite des Palas deutete bisher auf eine Burggründung um 1200 hin. Diese Einschätzung ist mittlerweile überholt. Die Burg muss älter sein.
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Der roße Buckelquader aus Nagelfluh auf der Nordseite des Palas deutete bisher auf eine Burggründung um 1200 hin. Diese Einschätzung ist mittlerweile überholt. Die Burg muss älter sein.
  • Melanie Springer-Restle
    VonMelanie Springer-Restle
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Mindelheim – Als Kulturamtsleiter Schedler am Dienstag Post vom Generalkonservator aus München bekam, war die Freude groß: Die Mindelburg wurde zum Denkmal von nationaler Bedeutung erklärt. 

Obwohl ihre Geschichte noch lange nicht vollständig erforscht ist, reichten die aktuellen Erkenntnisse, um den Status zu erlangen, der nur eine Stufe unter dem UNESCO-Weltkultur­erbe steht, das Kulturgüter von internationaler Bedeutung kürt. Beschleunigt wurde die Anerkennung durch Stephan Stracke (MdB), der die Burg im Juli besuchte und dem Bayerischen Amt für Denkmalpflege einen heißen Tipp gab. Für die Stadt Mindelheim hat der Titel auch finanzielle Vorteile, da so zusätzlich Fördergelder vom Bund abgerufen werden können.

Den jüngsten Erkenntnissen zufolge muss es die Burg bereits vor 1125 gegeben haben, da in der Geschichtsforschung ein gewisser „Heinrich von Mindelburg“ auftauchte, der in der Zeit wirkte. „Wir haben hier ein hochmittelalterliches Bauwerk“, erklärt Schedler, der auf den Seltenheitswert von erhaltenen Profanbauten aus der Romanik herausstellte. Auch besonders ist die Liga, in der die Burg gesellschaftlich spielte. „Kaiser Max war 24 Mal in Mindelheim und hat von dort regiert. Leute von solchem Rang saßen da oben!“, erzählte der Kulturamtsleiter begeistert.

Wie viel Geld es vom Staat gibt, kann erst ermittelt werden, sobald die Baukosten für die Sanierung bekannt sind. Vor einer Sanierung durchläuft die Burg noch ein paar Stationen: Genehmigung der Kostenübernahme durch den Mindelheimer Stadtrat, Finanzierungskonzept und die Baugenehmigung vom Denkmalamt. „Wir gehen von ein paar Jahren aus, bis die bürokratischen Hindernisse überwunden sind“, schätzt Schedler.

Die Außenanlagen stehen Besuchern offen. In der Burg selbst sind auch aus personellen Gründen nur Führungen „in homöopathischen Dosen“ vorgesehen, erklärte Bürgermeister Dr. Stephan Winter.

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