Ausstellungseröffnung

Eine Heimat auf Stein

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Zahlreiche Gäste wohnten der Ausstellungseröffnung „Heimat auf Stein“ im Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Mindelheim bei.

Mindelheim – Die Wanderausstellung „Heimat auf Stein“ befasst sich mit der ersten flächendeckenden Grundstücksvermessung in Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Als „bayerische Geschichte zum Anfassen“, bezeichnet Schirmherr Dr. Markus Söder die Austellung, die noch bis Sonntag, 22. Oktober, im Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Mindelheim für alle Interessierten zu sehen ist.

Erklärt wird darin die Erfindung des Lithographiesteindrucks durch den Franken Alois Senefelder als auch die Geschichte der Vermessung von Montgelas bis heute. Bayern hatte das erste flächendeckende Kataster in Europa, unterstützt durch die Methode, Karten, Texte und auch Bilder drucken zu können.

Die im Jahre 1798 erfundene chemische Lithographie beruht auf dem Prinzip der gegenseitigen Abstoßung von Fett und Wasser. Die Oberfläche wird plangeschliffen, gründlich abgespült und im Anschluss mit essigsaurem Aluminium entsäuert. Nach der Aufbereitung kann die Zeichnung seitenverkehrt mit Fettkreide oder Fetttusche aufgebracht werden. Um den Stein fettfreundlich beziehungsweise -feindlich zu präparieren, muss die Oberfläche geätzt, dann mit einer Gummiarabikum-Lösung gummiert und anschließend mit verdünnter Salpetersäure behandelt werden. Auf die angefeuchtete Oberfläche wird die Farbe mittels einer Walze aufgetragen. Die Farbe haftet nur auf den bezeichneten Stellen. Das Papier wird auf die Oberfläche gelegt und unter starkem Druck entsteht ein Abbild. Dies war eine der revolutionärsten Entdeckungen seit Gutenbergs Druck mit beweglichen Lettern. Jeder einzelne Stein wurde in Spiegelschrift von Hand graviert und alle Details, wie Häuser und Bäume, wurden millimetergenau auf dem Kalkstein aus Solnhofen im Altmühltal dargestellt.

Eine Uraufnahme von Oberkammlach und die benötigten Druckutensilien.

Die Ausstellungsstücke stammen aus dem weltweit größten Lithographiesteinarchiv im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München. Dort ist die erste, vollständige Vermessung Bayerns auf mehr als 26.000 Steinplatten archiviert, eine von ihnen wiegt jeweils 50 bis 70 Kilogramm. 

Die Ausstellung ist im Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Memminger Straße 18, 87719 Mindelheim, noch bis Sonntag, 22. Oktober, zu sehen. Geöffnet ist sie Montag bis Donnerstag von 8 bis 15.30 Uhr, Freitag von 8 bis 12.30 Uhr; am Sonntag, 22. Oktober, ist im Rahmen eines Tag der offenen Tür von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

von Antonela Kelava

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