„Als Autor muss man paranoid sein“

Dirlewanger Autor Arne Böhler veröffentlicht sein drittes Buch „Eisenkind“

Arne Böhler Eisenkind Thriller
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Autor Arne Böhler bringt sein drittes Buch „Eisenkind“ heraus.
  • Marco Tobisch
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Dirlewang – Arne Böhler hat den Dreh mittlerweile raus. Er veröffentlicht nun sein drittes Buch in drei Jahren – und beherrscht dabei sein Handwerk immer besser. Am 1. Februar erscheint sein Psychothriller „Eisenkind“. Der Wochen KURIER verlost zum Start drei Exemplare.

Mit der Zeit komme Routine ins Schreiben. Böhler hat seinen eigenen Rhythmus gefunden. Er weiß, wie man eine Geschichte aufbaut und welche überraschende Wendungen er integrieren muss, damit die Leser an seinen Zeilen kleben bleiben. In den Jahren hat der Buchautor viel dazu gelernt. Sozusagen befindet er sich am Ende seiner Ausbildung. In jedem seiner „Ausbildungsjahre“ hat er ein Buch herausgebracht und seine Testleser sagen, dass das jetzige Buch sein bisher bestes ist.

„Man kann aus allem eine Geschichte machen“, sagt Böhler. Man brauche einfach nur die Lust und die Motivation, sich regelmäßig an den Rechner zu setzen und drauf los zu schreiben. Man müsse dranbleiben und nicht gleich aufgeben. Auch bei Böhler ging es ein bis zwei Monate überhaupt nicht weiter. „Das war die Zeit, als ich und die Geschichte keine Freunde waren“, erzählt er. Trotzdem hat er sich dazu gezwungen, weiterzumachen. Auch, weil er seine Geschichte einem Lektor geben und den Abgabetermin nicht ein weiteres Mal verschieben wollte. Disziplin ist gefragt. Böhler steht jeden Morgen um 4 Uhr auf, um erst einmal zwei Stunden zu schreiben. Zuallererst überarbeitet er immer das Geschriebene vom Vortag. „Das Überarbeiten ist der Schlüssel zum Text, der Feinschliff“, sagt der Dirlewanger. Der Text sei wie ein Holzklotz, den man erst für das Gröbste mit einer Motorsäge und zum Schluss für die Feinarbeiten mit einer Nagelfeile zurechtstutzen muss.

Wenn man eine Schreibblockade hat, solle man sich laut Böhler trotzdem jeden Tag mit der Geschichte auseinandersetzen und sich darüber Gedanken machen, sei es bei einem Spaziergang oder vor dem Computer. Auch, als Böhler nicht mehr weiter wusste, ist er trotzdem jeden Morgen um 4 Uhr aufgestanden. „Das bringt‘s. Sonst könnte ich nicht in drei Jahren drei Bücher veröffentlichen.“ Sein Ziel ist es, irgendwann das Schreiben zu seinem Beruf zu machen und Bestsellerautor zu werden.

In verschiedenen Varianten

Da er sein eigener Verlag ist, hat Böhler keinen Druck von oben. Er macht vieles alleine, gestaltet auch das Cover selbst. Das Designen würde aber eher nebenher laufen. „Wenn das Buch fertig ist, ist auch das Cover fertig“, sagt Böhler. Das Cover ist übrigens ein Pentagramm aus Eisennägeln, das natürlich nicht zufällig gewählt wurde. Neben dem Schreiben und der Cover-Gestaltung kümmert sich Böhler auch noch um das Marketing. Da Buchmessen und öffentliche Vorlesungen aktuell nicht stattfinden können, vermarktet Böhler sein Buch online über Social Media und seine eigene Webseite. „Ohne Soziale Medien erreicht man die Leute nicht“, weiß der Dirlewanger. „Eisenkind“ gibt es ab 1. Februar in diversen Online-Shops als E-Book oder als Taschenbuch zu kaufen.

Am Buch „Eisenkind“ hat Böhler acht Monate lang geschrieben. Die Kernidee dazu hatte er schnell gefunden, denn in dem Buch greift er seine eigene Leidenschaft von früher auf: Die Rockmusik. Arne Böhler, der hauptberuflich stellvertretender Schulleiter eines Gymnasiums in Marktoberdorf ist, sang früher als Jugendlicher in einer Heavy-Metal-Band. Damals war er mit seiner Band auch im Unterallgäu viel unterwegs und lokal bekannt. Sogar eine eigene Single hat er herausgebracht.

Anlehnung an „Rammstein“

Die Geschichte in seinem Buch dreht sich ebenfalls um eine Rockband namens „Eisenkind“. Dabei war es gar nicht so einfach, einen Bandnamen zu finden, den es noch nicht gibt. Angelehnt ist die Band „Eisenkind“ an die Band „Rammstein“ mit ihrem Frontsänger Till Lindemann. Böhler wollte über einen Rocksänger wie Lindemann schreiben, der erfolgreich ist, aber dann plötzlich mitten in einem Konzert mit der Musik aufhört. Nicht einmal die Band weiß, warum der Rocksänger Emil Thälmann einfach so hinschmeißt, wo es doch so gut lief. „Er hat eine Leiche im Keller, im richtigen wie übertragenen Sinn“, verrät der Autor. Erst, als ein Mann Jahre später jedem Mitglied der Band eine Million Euro bietet, damit sie nur noch ein einziges Mal gemeinsam auftreten, kommt die Vergangenheit des Sängers langsam ans Licht.

Als Heavy-Metal-Fan und ehemaliges Bandmitglied hat Böhler Ahnung von der Materie, sodass er viele Szenen im Buch aus seiner eigenen Erfahrung heraus schreiben konnte. Die Seiten seines vierten Buchs füllen sich auch langsam und wenn alles gut läuft, könnte es an Weihnachten erscheinen. Darin handelt es sich um eine ehemalige Schülerin, die ihren Lehrer auf Facebook anschreibt. Was er aber nicht weiß: Sie war damals heimlich in ihn verliebt. „Als Thrillerautor muss man paranoid sein“, sagt Böhler, und immer vom schlimmsten Fall, der eintreten könnte, ausgehen. Er fragt sich: Was würde einem Menschen Angst machen und wonach würde er sich sehnen? „Alle Leben sind zum Glück relativ langweilig. Wenn ich aber ein Buch lese, will ich etwas Außergewöhnliches erleben und emotional mitgerissen werden.“

Julia Böcken

GEWINNSPIEL: Hier geht es zum Beitrag, in dem der Wochen KURIER drei Exemplare von „Eisenkind“ verlost!

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