Bunkerweg soll nicht zurückgebaut werden

Diskussion über Fahrradweg zwischen Türkheim und Bad Wörishofen im Gemeinderat

Fahrradweg zwischen Türkheim und Bad Wörishofen
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Der beliebte Fahrradweg zwischen Türkheim und Bad Wörishofen ist marode und zum Teil eine Gefahr für die Nutzer. Nun soll die Marktgemeinde Türkheim die Kosten für eine Sanierung ermitteln.
  • VonOliver Sommer
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Türkheim – Das Thema stand so nicht auf der Tagesordnung. Dafür aber sorgten die „Baumaßnahmen“ am sogenannten Bunkerweg für eine heftige Diskussion im Marktgemeinderat, ist die Straße doch einer der am meisten frequentierten Fahrradwege zwischen Bad Wörishofen und Türkheim. Und dabei stößt der begonnene Rückbau für zumindest Unverständnis. 

Fährt man auf der Stockheimer Straße aus Irsingen heraus, so taucht irgendwann eine Straße auf, die als Fuß- und Radweg deklariert und auf der landwirtschaftlicher Verkehr freigegeben ist. Ein Verkehrszeichen „Achtung Gefahrenstelle“ zusammen mit dem Hinweis „Straßenschäden“ macht auf die Misere aufmerksam: der einstige Asphaltbelag ist derart marode, dass sich bereits größere Teile daraus lösen und, wohl für Fahrradfahrer, eine Gefahr darstellen.

Darüber diskutiert wurde im Gemeinderat des Öfteren, auch hatte Kämmerer Claus-Dieter Hiemer in den vergangenen Jahren immer wieder einen Betrag zur Sanierung im Haushalt eingestellt. Allein die Entscheidung des vorigen Gemeinderates, nichts zu tun, so der Eindruck, hat nun dafür gesorgt, dass auch Uneingeweihte das Problem zu sehen und zu spüren bekamen. Denn im Frühjahr hat man begonnen, ein Teilstück abzufräsen und statt Asphalt Kies einzubauen. An einer Stelle, wo es sich als Gefahr für die Radler, vor allem die sportlicheren und schnelleren erweist. Das konnte man den Worten Peter Ostlers entnehmen, der das Thema unter „Sonstiges“ auf die Tagesordnung gebracht hatte. Dass das Thema aktuell ist, zeigte auch die Reaktion von Amtsleiter Christian Schinnagel. Dieser hatte bereits Bilder zum Thema vorbereitet, auf denen er den desolaten Zustand der Straße dokumentiert hatte. Auch Josef Vogel hakte bei diesem Thema ein und erinnerte daran, dass man schon 2015 und vor einem Jahr darüber gesprochen hatte. Habe man vor fünf Jahren noch davon gesprochen, dass Fräsgut eingebaut werden könnte und die Aktion etwa 150.000 Euro kosten würde, sei vor einem Jahr davon die Rede gewesen, dass der Weg „sehr marode“ sei. Aber über einen Rückbau zum Feldweg habe man nicht gesprochen, versuchte sich Vogel zu erinnern und sagte, dass es sich um einen hochfrequentierten Radweg handele. Und weshalb habe man nun genau mittig auf dem Radweg auf einer Länge von 800 Metern den Teer herausgenommen, wollte er wissen. Da fehle es doch an der Kommunikation, insbesondere auch gegenüber der Bevölkerung.

Demgegenüber merkte Schinnagel an, dass es sich eben nicht um einen Fahrradweg handele, auch wenn ein entsprechendes Verkehrszeichen diesen Eindruck erweckt. Vielmehr habe sich die Straße am Stausee vorbei zu einer Art Schleichweg nach Bad Wörishofen entwickelt, weshalb der Feldweg dann auf Fahrradfahrer und Fußgänger beschränkt wurde, auf dem Landwirtschaftlicher Verkehr erlaubt ist. Auch wenn Kämmerer Claus-Dieter Hiemer seinem Verwaltungskollegen beisprang und an die Diskussion erinnerte, insbesondere, dass man die Gelder für die Erneuerung des Weges erst heuer aus dem Haushalt gestrichen habe, blieb die Verärgerung über den so nie beschlossenen Rückbau. Und Stefan Gaschler merkte an, dass der Fahrradverkehr schließlich da sei und auch Kurgäste von Wörishofen mal nach Türkheim oder zum Stausee radeln würden. Wenn die Gespräche mit dem alten Stadtrat Wörishofens auch ins Leere gelaufen seien, so könne man vielleicht mit dem neuen darüber reden. Und es gebe auch eine Förderung für Radwege, so der Hinweis aus dem Gremium.

Insgesamt war seitens der Gemeinderäte eine gewisse Verärgerung über das Vorgehen zu erkennen, auch wenn es anscheinend in den vorangegangenen Diskussionen am mangelnden Interesse des Gemeinderats gelegen haben könnte, dass die Verwaltung nun die Konsequenzen gezogen hatte. Nun aber wurde die Verwaltung beauftragt, eine Kostenermittlung für die Sanierung zu erstellen. Und Peter Ostler, der das Thema aufgebracht hatte, setzte dafür eine Abstimmung durch, die einer Art Willenserklärung des Gemeinderates gleichkam. Nachdem keiner der Räte dagegen stimmte, ist nun die Verwaltung am Zug, im nächsten Haushalt 2022 könnten dann bereits Mittel wieder eingestellt werden.

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