Kann ich das Problem auch digital lösen?

Dominic Kastner über seine neue Aufgabe als Bad Wörishofer Referent für Digitalisierung

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Dominic Kastner ist Bad Wörishofens neuer Referent für Digitalisierung. Im Gespräch mit dem Wochen KURIER hat er nun verraten, worin seine Aufgabe besteht.

Bad Wörishofen – Welche digitalen Lösungen gibt es für ein konkretes Problem? So will der neue Referent für Digitalisierung in Bad Wörishofen, Dominic Kastner, seine neue Aufgabe angehen. Im Gespräch mit dem Wochen KURIER schildert der Medizintechniker seine Vorstellungen.

Im Wahlkampf hatten die meisten Bürgermeister-Kandidaten nicht nur die fehlende Kommunikation kritisiert, sondern auch eine schlechte oder mit Mängeln behaftete Darstellung der Kommune. Insbesondere die Generation Fortschritt hatte diese Themen und vor allem die (fehlende) Digitalisierung in den Fokus gerückt. So war es nun fast selbstverständlich, dass Dominic Kastner, mit einem überwältigenden Stimmenanteil in den Stadtrat gewählt, künftig für das Thema Digitalisierung zuständig ist. Dabei geht es dem 29-Jährigen in erster Linie um eine Bestandsaufnahme. „Wir müssen die Infrastruktur kennen“, sagt Kastner, „im Rathaus, der Stadt wie auch in den Schulen etwa, wo die Stadt mitzureden hat“. Damit sind die Endgeräte wie Rechner und Mobilgeräte gemeint. Doch auch der Glasfaserausbau oder das Thema Mobilfunk gehören in dieses Ressort, wobei immer die Frage sei, inwieweit sich hier die Aufgaben, etwa mit dem Bauamt, überschneiden.

Potenzial bei der Homepage

Doch wichtiger noch als die Hardware sind Kastner die „weichen“ Themen wie etwa Softwareprogramme und das Thema Internet. Allein der Internet­auftritt der Stadt, Verwaltung und Kur- und Tourismus gemeinsam, seien ziemlich unübersichtlich, moniert Kastner. Schlimmer noch, hat er doch herausgefunden, dass einige Punkte auf den Seiten nicht funktionieren. Das seien zwar nur Details, doch so Kastner: „Bad Wörishofen ist eine Tourismusstadt. Da muss der Internetauftritt hundertprozentig funktionieren.“ Denn das Gros der Menschen würden sich nicht nur über diese Seiten informieren, sondern die Stadt im Internet überhaupt erst finden. Und hier werde sein Referat aktiv werden, stellt sich Kast­ner vor. Man werde Aufgaben verteilen bzw. auch sehen, wer für den Internetauftritt etwa verantwortlich ist, ob nun Rathaus oder der Tourismusbetrieb. Vielleicht ließen sich hier auch Synergieeffekte erzielen bzw. Einsparungen, wenn man beides zusammenlege. Auch die Sozialen Medien sind für Kastner, einen quasi „digital native“, wichtig, sind sie doch elementarer Baustein – auch die Werbung für die Stadt, ebenso wie eine umfassendere Information. So sagt Kastner, dass bei der Suche nach Wassertretstellen in der Kneippstadt Google Maps nur eine einzige anzeige. Man müsse die Stadt attraktiver darstellen und eben jedem (Internet-)Besucher zeigen, dass man an über 20 Stellen kneippen könne.

So stellt sich für Dominic Kastner denn auch weniger die Frage, wofür man den Computer nutzen und in der Stadt einsetzen könne. Vielmehr sollte man seiner Ansicht nach die Frage stellen: Welche digitale Lösung gibt es für ein konkretes Problem? So könnte man, aktuell und mit Blick auf das Jubiläumsjahr, kurze Filmclips veröffentlichen, die die Kneipp‘schen Anwendungen vorstellen. Kastner hatte dabei moniert, dass man auf Instagram etwa Sprüche und Weisheiten von Kneipp veröffentliche. Mittlerweile wurde diese Idee aufgegriffen, denn am 12. Mai wurde ein Film zum Thema Augenbad gezeigt; scheinbar der erste entsprechende Beitrag, wie eine kurze Recherche ergab.

Geht´s auch digital?

Angesichts der Gesundheitskrise sind für Kastner aber auch andere, kurzfristige Angebote, denkbar wie etwa eine digitale Übersicht der Radwege auf Google Maps in und um Bad Wörishofen oder der E-Bike-Ladestellen. Ohnehin, so Kastner abschließend, müsse man verstärkt auf die digitalen Medien setzen, wie es schon mit der digitalen Verwaltung gefordert wird. Man müsse sich, so der junge Stadtrat, immer die Frage stellen: „Kann ich das auch digital lösen?“ Viel zu tun in den kommenden Jahren.

Oliver Sommer

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