Parteiveranstaltung in Oberkammlach

Optimistisch ins neue Jahr

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Kreisvorsitzender Dr. Reinhold Bäßler, Angelika Soyer, Landrat Hans-Joachim Weirather, Kammlachs Bürgermeister Josef Steidele und Tobias Klöck diskutierten über die weitere Entwicklung des Landkreises.

Oberkammlach – Bei ihrem traditionellen Dreikönigstreffen in Oberkammlach blickten die Freien Wähler auf ein erfolgreiches Jahr zurück und diskutierten Möglichkeiten, das Unterallgäu touristisch und wirtschaftlich auf Erfolgskurs zu halten.

Landrat Hans-Joachim Weirather zeigte sich äußerst zufrieden über die Entwicklung des Landkreises im Jahr 2016 und blickte zuversichtlich ins kommende Jahr. Zu den anstehenden Pflichtprojekten gehörten dabei die nötige Generalsanierung der Schulen sowie die Arbeit an mehreren Straßenbauprojekten. Auch die Sanierung der ehemaligen Eisenbahnbrücke über die Iller, die schon seit einigen Jahren als Geh- und Radwegbrücke genutzt wird, sei in Planung. Mit rund einer Million Gästeübernachtungen im Unterallgäu und je rund 1.000 Kilometern an Rad- und Wanderwegen sei der Landkreis touristisch sehr gut aufgestellt. Weirather betonte die Wichtigkeit eines soliden Konzepts, um Urlauber in die Region zu locken. Jedoch dürfe bei allen Plänen nicht die einheimische Bevölkerung vernachlässigt werden. „Es geht auch um die, die schon da sind“, so Weirather. Dabei müsste besonders der Jugend Anreize geboten werden, im Unterallgäu zu bleiben. Ein prosperierender Wirtschaftsraum in Kombination mit vielfältigen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung biete dafür ausgezeichnete Chancen, auch wenn es darum geht, junge Fachkräfte von außerhalb in den Landkreis zu bringen. 

Ein Mitglied der Musikkapelle „Milchharmonie“, die das Treffen musikalisch umrahmte, hatte am Ende von Weirathers Ausführungen noch einen Einwand vorzubringen. Der Landwirt machte auf die prekäre Lage der Milchbauern in der Region aufmerksam. Die Kulturlandwirtschaft sei mittlerweile „eine aussterbende Rasse“ und er wisse nicht, wie es mit seinem Berufszweig noch weitergehen solle. Geradezu wie eine direkte Antwort auf diesen Einwurf schien der Vortrag der Referentin Angelika Soyer, der Ersten Vorsitzenden von „Mir Allgäuer – Urlaub auf dem Bauernhof e.V.“. Ihr Verein setzt sich für Landwirte ein, die sich mit dem Modell „Urlaub auf dem Bauernhof“ ein zweites Standbein zulegen möchten, und kümmert sich um Vermarktung, Weiterbildung und die Interessenvertretung gegenüber der Politik.

Laut Soyer bringt eine Ferienwohnung in etwa denselben Umsatz wie zehn Milchkühe und wäre somit eine Überlegung wert: „Das ist eine sehr gute Alternative zu einem noch größeren Stall.“ Auch der Projektleiter der Unterallgäu Aktiv GmbH, Tobias Klöck, befasste sich mit dem touristischen Ausbau des Unterallgäus. Er stellte die in der Region geplanten „Glückswege“ vor. Mit einer Geschichte, die sich um den „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp dreht, sollen Besucher entlang der bereits bestehenden Rad- und Wanderwege Geschichte und Kultur der Region erkunden können. Das Konzept sei soweit fertig gestellt. Für 2017 sei die qualitative Erfassung der Wanderwege und die endgültige Festlegung der Routen geplant. 

von Anna Müller

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