Wer hat die meisten Trümpfe in der Hand?

Dreikönigstreffen der Freien Wähler in Kammlach im Zeichen der Wahlen

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Kammlachs scheidender Bürgermeister, Josef Steidele, sprach auch auf dem Dreikönigstreffen der Freien Wähler. Er will bis Amtsende noch einige Projekte in die Wege leiten und umsetzen.

Kammlach – Es hat schon Tradition, das Dreikönigstreffen der Freien Wähler im Schwanen in Kammlach. Heuer stand die Zusammenkunft aber ganz im Zeichen der Wahlen, vor allem zum künftigen Landrat des Unterallgäus. Einzig der scheidende Kammlacher Bürgermeister Josef Steidele möchte die ihm verbleibende Zeit zum Wohle der Bürger noch nutzen. Mit dabei war auch Alex Eders Frau Lisa.

Es fiel schon auf, dass sich da eine junge Frau mit langen blonden Haaren an den Tisch der Freie-Wähler-Granden gesetzt oder eher „verirrt“ hatte angesichts der Personen wie des scheidenden Landrats Hans-Joachim Weirather, des designierten neuen Alex Eder, des Fraktionssprechers Reinhold Bäßler und des Kreisvorsitzenden Stefan Drexel sowie des Landtags­abgeordneten Bernhard Pohl und des Hausherrn Josef Steidele sowie Peter Senner, ehedem Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Türkheim und nun als Coach für Politiker und Manager unterwegs. Es ist Alex Eders Frau Lisa, die bisher wenig und auch diesmal erst spät wahrgenommen wurde. Sie spiele eine sehr wichtige Rolle, sei doch die Partnerschaft auch das Rückzugsgebiet für Politiker und sage etwas darüber aus, wo jemand herkomme, betonte eine Rednerin.

Doch es sind eigentlich die politischen Anstrengungen der Freien Wähler im Unterallgäu, von denen sich Eder in seinem Programm bis zu den Wahlen mehr wünscht. Man sei im Unterallgäu gut aufgestellt, resümierte der 37-Jährige, doch man dürfe nicht stillstehen. Schuldenabbau und Energieautarkie waren dabei Stichpunkte, wo sich Eder ein „weiter so und mehr davon wünscht“, auch bei den Anstrengungen für die Bildung oder der digitalen Demokratie, dem Überwinden der Grenzen (auf Ämter­ebene wie in den Landkreisen) und dem Weglassen bzw. Vermeiden überflüssiger Aktionen. Deshalb forderte Alex Eder auch „Mut zur Zukunft“ zu haben, wobei der scheidende Landrat ihm attestierte, dass er es nicht nur wolle sondern auch könne. „Er ist kein Einzelspieler sondern ein Leader“, so Weirather, dem die Menschen zuhörten. Um aber den Landkreis „oben“ zu halten, bzw. das Erreichte zu bewahren (und auszubauen), müsse man die Kräfte bündeln, merkte Fraktionssprecher Reinhold Bäßler an. „Das ist genauso anstrengend.“ Er erinnerte daran, wen der Kreistag vertritt (144.000 Unterallgäuer) und welche Entscheidungen er zu treffen habe bzw. in den vergangenen Jahren angegangen sei und gestemmt habe (Straßenausbau und Bildungsinfrastruktur). Dabei müsse man aber wegkommen von der Vorstellung, dass der Landrat ein Politiker sei, sagte Peter Senner. Das Amt habe eine Eigendynamik bekommen, als Landrat gelte es voranzugehen, Ängste unter den Bürgern abzubauen, zu moderieren und zu gestalten und insgesamt somit ein positives Klima im Landkreis und unter den Menschen zu gestalten.

Als Hausherr ging zwar auch Josef Steidele auf die Kandidatur Eders ein und meinte, er wäre der richtige Mann für das Amt. Doch nachdem Steidele aus Altersgründen heuer nicht mehr antritt im Rennen um das Bürgermeisteramt in Kammlach, will der scheidende Bürgermeister noch das eine oder andere Projekt umsetzen in den ihm verbleibenden Tagen. So gehe dieser Tage die Wasserversorgung ans Netz, die man schon 2018 geschaffen habe und für die die Kommune 3,3 Millionen Euro stemmen muss. Auch gelte es, ein neues Baugebiet im Süden des Ortes zu erschließen und schließlich habe man nun einen Investor für die geplante Nahversorgung im Ort gefunden – und auch noch vor Weihnachten die Zusage von diesem erhalten. Er werde die nächsten 114 Tage mit Vollgas die Dinge in die Hand nehmen, versprach Steidele, und ließ auch durchblicken, dass das Bezirksmusikfest Ende April, Anfang Mai seine letzte Amtshandlung als Bürgermeister sein werde.

Nach dem Blick in die Zukunft und auf den Iststand im Landkreis beschäftigte die Anwesenden dann nur noch eine Frage, nachdem bekannt geworden war, dass Alex Eder am Vortag an einem Schafkopfturnier teilgenommen hatte. Für Weirather ist es eine Eigenschaft (also Schafkopfen zu können), die einem Mann zum Landrat prädestiniere. Die Antwort gab Alex Eder selbst, der erklärte, er habe mit den weiteren Landratskandidaten, Michael Helfert (SPD), Daniel Pflügl (Die Grünen) sowie Rainer Schaal (CSU) gespielt und sei mit zwei Punkten im Rückstand gewesen. Er habe dann auf Risiko gespielt und „das ist in die Hose gegangen“, sagte Eder.

Oliver Sommer

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