Nach Brand auf Insel Lesbos

Eilantrag: Unterallgäuer Grüne wollen Moria-Flüchtlingen Hilfe anbieten

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Unterallgäu - Die schrecklichen Bilder vom Brand des Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind immer noch präsent. Vor gut drei Wochen hatten hier viele ohnehin hilfsbedürftige Menschen ihr Dach und weniges Hab und Gut verloren. Auch Deutschland hilft nun: 51 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind gestern bereits mit dem Flugzeug in Hannover angekommen. Und auch der Landkreis Unterallgäu könnte den Opfern des Brandes nun unter die Arme greifen, das jedenfalls fordert der Grünen-Kreisverband: Per Eilantrag hat die Kreistagsfraktion Landrat Alex Eder dazu aufgefordert, Hilfsbereitschaft zu erklären. 

Konkret heißt es im Antrag der Grünen, der auch dem Wochen KURIER vorliegt: "Der Landkreis Unterallgäu/Kreistag Unterallgäu erklärt seine Bereitschaft, aus humanitären Gründen anteilig Flüchtlinge aus dem niedergebrannten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen. Der Landrat wird beauftragt, das Bundesinnenministerium und alle anderen relevanten Stellen im Bund und im Freistaat über die Bereitschaft zu informieren."

Das begründet der Kreisverband damit, dass derzeit knapp 13.000 Flüchtlinge nach dem Brand im Lager Moria ohne Obdach und ohne Versorgung seien. "Diese Menschen benötigen dringend Hilfe aus allen Ländern der EU", fordert Fraktionsvorsitzender Daniel Pflügl. Seit langem werde die Situation auf Lesbos von Hilfsorganisationen kritisiert und eine Evakuierung des Lagers gefordert. Und inzwischen habe sich die Lage sogar drastisch zugespitzt, so Pflügl weiter.

Was dabei klar ist: "Wir als Landkreis Unterallgäu können zwar nicht die große Flüchtlingsfrage insgesamt lösen. Aber wir können unseren Teil dazu beitragen, diese menschliche Not zu lindern", heißt es von der Kreistagsfraktion. Denn schon mehrfach habe der Landkreis Unterallgäu gezeigt, dass er in der Lage ist, Flüchtlinge "gut und menschenwürdig aufzunehmen und zu integrieren". Der Appell der Grünen deshalb: "Wir sollten auch in dieser Notsituation öffentlich Bereitschaft zeigen und damit ein überparteiliches, solidarisches Signal der Menschlichkeit aussenden."

Marco Tobisch

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