Regina Besch übergibt Spendengelder

Wie eine Wiedergeltingerin Mali einen neuen Brunnen bescherte

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Der Brunnen in Mali steht bereits, trotzdem folgte nun auch die offizielle Übergabe der Spenden, die ­Regina Besch (3. v. links) zu großen Teilen auch im Unterallgäu gesammelt hatte. Lobesworte gab´s für Besch deshalb auch von Landtagsabgeordnetem Stefan Schuster (3. v. rechts).

Wiedergeltingen – Seit 2006 sammelt Regina Besch aus Wiedergeltingen Spenden für Trinkwasser- und Gemüseanbaubrunnen im westafrikanischen Mali. Sie gehören zu den Selbsthilfe-Projekten der 1982 in Nürnberg gegründeten LAG Mali (Landesarbeitsgemeinschaft Mali), die sich auch für die Bereiche Bildung, Landwirtschaft oder Gesundheit engagiert. Alle Projekte orientieren sich an den jeweiligen Problemlagen und Grundbedürfnissen der Menschen, werden mit den jeweiligen Dorfchefs und Frauengruppen in Mali abgesprochen, sind überschaubar, nachhaltig und werden in Zusammenarbeit mit örtlichen Firmen sowie der Bevölkerung vollzogen und von der LAG Mali vor Ort streng kontrolliert.

In diesem Jahr konnte ein weiteres Trinkwasserbrunnen-Projekt im Mali-Dorf Wadjan (Kommune Dombila) fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten in Höhe von 3.893 Euro wurden, auf Initiative von Regina Besch, wieder von der Firma Schuster-Buchner-Schmid GmbH & Co. KG Hohenlinden übernommen, die bereits zwei Trinkwasserbrunnen-Projekte gespendet haben.

Das Mali-Dorf Wadjan hat 500 Einwohner, liegt rund 50 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt, durch eine ausgedehnte Streusiedlung sind die Transportwege zur Beschaffung von Trinkwasser bis zu mehreren Kilometer lang. Bisher war im Ort nur ein Trinkwasserbrunnen vorhanden. Unter großer Beteiligung der Bewohner des Dorfs Wadjan begannen im vergangenen Jahr die Arbeiten am Trinkwasserbrunnen, der wegen der Regenzeit und Nachbohrarbeiten erst in diesem Jahr fertiggestellt werden konnte. Der Trinkwasserbrunnen habe eine Tiefe von etwa 14 Metern und eine Wassersäule von 3,50 Meter. Der Brunnen wurde mit Betonringen verstärkt, verfügt über einen Deckel und ist aus hygienischen Gründen nochmals mit einer Mauer umgeben.

Im Dorf bestimmten die Einwohner sogar ein verantwortliches Brunnenkomitee. Es übernahm das Controlling der hygienischen Regeln und auch die Chlorierung des Wassers nach einer entsprechenden Schulung im Oktober.

Bei der vor kurzem stattgefundenen symbolischen Scheckübergabe im Bayerischen Landtag für den neuen Trinkwasserbrunnen im Mali-Dorf Wadjan würdigte Landtagsabgeordneter Stefan Schuster, der zugleich ehrenamtlicher Vorsitzender der LAG Mali ist, Regina Besch für ihr großartiges Engagement. „Sie engagieren sich seit 2006 für verschiedene Mali-Projekte und haben bis heute bereits 63.458 Euro Spenden für verschiedene Brunnen-Projekte eingenommen.“

Besch freute sich, dass sie in all den Jahren viele Unterstützer hatte und bedankte sich bei ihrem Mann Klaus, ihrer Familie und Freunden sowie bei den Spendern unter anderem aus dem Unterallgäu und der AWO in Oberbayern für die „Solidarität, um „kleine Brücken für ein besseres Leben zu bauen“.

Besch betonte außerdem, dass sie als Gründungsmitglied der Bad Wörishofer Tafel für Bedürftige wisse, dass auch in Deutschland die Armut zunehme. Diese sei aber strukturell bedingt und mit Entwicklungsländern nicht vergleichbar. Sie unterstütze deshalb seit vielen Jahren die Brunnenprojekte in Mali, da die Hilfe zur Selbsthilfe dort weit mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein sei. „Denn nur, wenn wir in den ländlichen Regionen Perspektiven und ein Auskommen schaffen, können wir helfen, dass jüngere und ältere Menschen weniger abwandern“, sagte die Wiedergeltingerin.

Gudrun Kahl

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