Viele Herausforderungen gemeistert

Einweihung: Haus B der Grundschule Mindelheim generalsaniert

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Mindelheim – Schule bedeute nicht nur Pisa und Pauken und den geistigen Prozess, sondern auch das Gebäude zum Lernen, sagte Bürgermeister Dr. Stephan Winter bei der Einweihung des neuen Haus B der Grundschule Mindelheim, das für 2,8 Millionen Euro generalsaniert wurde.

ude der Grundschule aus dem Jahr 1951. Bereits 1981 wurde am Haus schon einmal „hingelangt“, so Winter, aber da sei es nur ansatzweise eine Sanierung gewesen – jetzt gleicht sie einem Neubau. Die Bildung gehöre zum Besten, „was wir den Kindern mitgeben können“, sagte Winter. Daher sei es wichtig, dass sie in einem Haus lernen, das voller Lebensqualität ist.

Durch die 1,6 Millionen Fördermittel vom Freistaat Bayern wurde die Finanzierung erleichtert. „Das neue Gebäude B kann sich sehen lassen“, freute sich Winter, denn es ist nicht nur funktionsgerecht, sondern spart auch noch Energie. Die Flurbereiche und das Dach wurden erneuert, die WC-Bereiche saniert, die Fenster wurden dreifach verglast und die Fassade mit Dämmung versehen. Ebenso profitiert die Schule von einer neuen Lüftungsanlage und Haus­technik. Außerdem haben die Klassen EDV-Anbindung.

„Es hat nicht viel gefehlt bis zu einem Neubau“, stellte Winter fest. Die Umbauarbeiten wurden alle im laufenden Betrieb durchgeführt. Die eineinhalbjährige Bauzeit war vor allem eine lärmintensive Zeit, doch alle Arbeiten konnten termingerecht fertiggestellt werden. „Das ist ein Bauablauf, den man sich wünscht“, lobte der Bürgermeister die reibungslosen Arbeiten.

Die Lösung, die Schüler solange in Containern unterzubringen, sei wahrlich nicht die schlechteste gewesen, denn die Kinder waren begeistert von ein bisschen Abwechslung. „Es war am Ende keiner enttäuscht“, merkte Winter an. „Da wo es schön ist, geht man gerne hin.“

Schulrektorin Angela Börner sprach vom großen Glück, dass „eines unserer Häuser neu ist.“ Sieben Klassen mit insgesamt 161 Kindern haben nun im neuen Haus B Platz. Doch auch „andere Kinder kommen in den Genuss, wenn dort Fachunterricht angeboten wird“, so Börner.

Der Gang ist hell, groß und klar strukturiert, die Farbe Gelb dominiert im Haus B. In den Klassenzimmern könne man aufgrund des Teppichs und der großen Fenster sogar Wohnlichkeit spüren. Im nächsten Schuljahr werden dann die digitalen Medien in den Klassenräumen eingeführt. Börner sprach ein Lob über die „wunderschönen Toiletten“ aus, denn diese werden nun besser gepflegt. Die Beratungsräume seien erst letzte Woche fertig geworden.

Ganz so reibungslos wie Winter es beschrieb, ist die Bauphase nicht abgelaufen, denn es gab auch einige organisatorische Herausforderungen, die zu meistern waren. Die Con­tainer zum Beispiel sind zu spät fertig geworden. „Wir mussten die Möbel solange in der Pausenhalle unterstellen“, berichtete Börner. In diesem Zuge lobte sie die geschickte Planung des Hausmeisters, der tatkräftig mitwirkte. Auch der Unterricht wies Schwachstellen auf. Da der Raum in den Containern länglich war und die Tafeln zu klein waren, hatten die hinteren Schüler Schwierigkeiten, die Schrift zu lesen.

Die fehlende Isolation in den Provisorien führte dazu, dass es entweder in den Räumen „kalt wie im Kühlschrank“ oder „heiß wie in der Sauna“ war, schilderte die Schulrektorin. „Das Tollste war aber, wir konnten das machen, was wir wollten. Es war egal, ob Löcher in den Wänden waren“ oder diese bemalt wurden. Beim Umzug in die neuen Räume taten sich Probleme auf. Auch hier musste man „den Umweg über die Pausenhalle nehmen“, sagte Börner. Sie dachte, dass es reichen würde, wenn man die Schulmöbel am Ende des Schuljahres bestellt. Was sie nicht mit einkalkuliert hatte, war die dreimonatige Lieferzeit. Dann hatte auch noch „der Lkw eine Panne.“ Erst abends um 20 Uhr am letzten Ferientag wurde die Ausstattung geliefert. So waren am ersten Schultag die Klassenzimmer nur spärlich und mit dem Nötigsten ausgestattet.

Der Pausenhof ist den Con­tainern „zum Opfer gefallen“, so Börner, sodass die Schüler eineinhalb Jahre keinen Platz zum Spielen hatten. Die Gestaltung eines neuen Pausenhofes sei das nächste größere Projekt. Nicht erfreulich seien auch die zwei Einbrüche während der Bauzeit gewesen. Doch „jetzt sind wir bereit für eine neue Aufgabe. Die letzte haben wir gut gemeistert.“

Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß ist ebenfalls von der Sanierung angetan: „Das war eine kluge Investition für die Zukunft und ein großartiges Gemeinschaftswerk, das kindgemäß von Erwachsenen erschaffen wurde.“

Alle 161 Schüler führten verschiedene Programmpunkte auf, wie einen Rap über das neue Haus B, einen Sketch der 3. Klassen oder einen Werkzeugtanz mit Feger, Schrauber und Maler, die mit ihren jeweiligen Utensilien Musik machten. Am Ende sangen alle ihren Schulsong mit voller Inbrunst.

Kaplan Andreas Schmid und der evangelische Pfarrer ­Erik Herrmanns segneten im Anschluss die Räume. 

Julia Böcken

Rubriklistenbild: © Julia Böcken

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