Minigolfen durch eine Mini-Mindelburg?

„Erlebnis-Minigolf“ ab 2022 in Mindelheim geplant

Minigolf Mindelheim
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Noch ist der Minigolfplatz in Mindelheim nicht spieltauglich. Für den Sommer soll er wieder fit gemacht werden, danach sind „größere Veränderungen“ geplant, wie Besitzer Georg Kostasch erklärt.
  • Marco Tobisch
    vonMarco Tobisch
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Mindelheim – Ist Mindelheim ab dem Sommer 2022 um eine Freizeitattraktion reicher? Das jedenfalls plant Georg Kostasch, Besitzer des Minigolfplatzes. Im Zuge der fertiggestellten Freibadsanierung möchte Kostasch heuer im ersten Schritt das Minigolfspielen, wie letztes Jahr im Stadtrat schon bekannt wurde, auf den altbekannten Bahnen wieder ermöglichen. Im kommenden Jahr soll der ganz große Wurf folgen: Ein „Erlebnis-Minigolfplatz“.

Das Jahr 1954 in der Schweiz: Geschichte schrieben hier nicht nur der deutsche Fußball und Helmut Rahn, der mit seinem 3:2-Siegtreffer für das „Wunder von Bern“ sorgte. Wenige Wochen zuvor war hier auch die erste Minigolf-Anlage aus der Taufe gehoben worden. Den Charme der in einem Landschaftspark in Ascona gelegenen Erstanlage versprüht das Pendant in Mindelheim derzeit aber kaum: Gräser wuchern in die Bahn hinein, die bunten Farben verbleichen längst und angesichts der Oberflächenbeschaffenheit wäre kaum damit zu rechnen, dass der Ball planmäßig den Weg ins Loch findet.

Das soll sich schon bald ändern: „Heuer wird der Minigolfplatz ein klein wenig restauriert“, kündigt Besitzer Georg Kostasch an. So könne man zumindest, sobald der Startschuss für die Saison im frisch sanierten Freibad ertönt, wieder minigolfen – bei gleichzeitig geringem finanziellen Risiko für den Besitzer, sollte Corona im Sommer eine Schließung der Anlage erfordern. „Größere Veränderungen“ will Kostasch dann im darauffolgenden Jahr umsetzen.

Wasserräder, Loopings und Kunststofftierpark?

Was sich der Besitzer dann genau vorstellt? Er spricht von „Erlebnis- oder Adventure-Minigolf“ – also ein „Minigolfplatz mit Besonderheiten“. So könnte sich Kostasch unter anderem vorstellen, Wasserräder, ein kleines „Alpinum“, Skulpturen von regionalen Künstlern, Loopings, Spiel­ecken für Kinder und vielleicht einen „Erlebnispark“ aus Kunststofftieren rund um die Minigolfbahnen zu kreieren. „An jedem Abschlag soll eine Besonderheit auf die Besucher warten“, erklärt Kostasch. Dabei betont er, „die Dinge sollen auch wirken und Platz haben“. Deshalb wäre es auch eine Idee, die bislang freie Wiese neben dem Minigolfplatz, deren Besitzer Kostasch ebenfalls ist, in die Erweiterungspläne miteinzubeziehen. So könne er die Bahnen weiter auseinander ziehen, sagt Kostasch.

Ein ähnliches Angebot gibt es seit letztem Sommer bereits in Ottobeuren, ebenfalls unter dem Namen „Adventure Golf“. In unmittelbarer Nähe zum Campingplatz versuchen die Besucher hier seither, sich mit möglichst wenig Schlägen durch die liebevoll gestaltete Landschaft zu minigolfen. Die ersten neun Spielbahnen thematisieren Ottobeuren und das Kneippland Unterallgäu – unter anderem mit der Basilika, den „Fünf Säulen Kneipps“ oder der Volkssternwarte als Hindernisse. Die weiteren neun Spielbahnen haben das Allgäu zum Thema, etwa in Form einer Mini-Skisprungschanze.

Die Verknüpfung zur Stadt will Kostasch in Mindelheim ebenfalls herstellen. So hätte die Stadt aus seiner Sicht auch einen echten Nutzen in Sachen Marketing. „Vielleicht gibt es von der Stadt auch noch Ideen zur Umsetzung. Für Vorschläge bin ich gerne offen“, sagt Kostasch. Zwar sei ihm bewusst, dass er den Minigolfplatz zunächst aus eigener Tasche bezahlen müsse. Auf einen kleinen Zuschuss von der Stadt hoffe er dennoch: „Vielleicht ist es ja auch für die Stadt interessant, wenn es direkt neben dem Freibad noch eine andere Attraktion gibt“, sagt Kostasch. Schließlich könnten beide voneinander profitieren.

Was Kostasch wichtig ist: „Das soll nicht nur ein Minigolfplatz sein, sondern ein Ort, wo man verweilen und sich wohlfühlen kann.“ Deshalb plane Betreiber Mehmet Türkeli bereits tatkräftig mit, etwa für einen neuen Unterstand und Plätzen zum Sonnen. Details zum neuen „Adventure Minigolf“ wollen die beiden laut Kostasch ab Herbst festlegen, im nächsten Frühjahr sollen die Pläne baulich umgesetzt werden.

Freibadstart verzögert sich

Für die „Mini-Restaurierung“ und die Vorbereitung auf die diesjährige So9mmersaison haben Türkeli und Kostasch noch ein wenig Aufschub bekommen: Das Mindelheimer Freibad, dessen Sanierungsende zunächst für Pfingsten vorgesehen war, verzögert sich um fast zwei Monate. Als neuen Termin für die Fertigstellung hat die Stadt nun den 15. Juli ins Auge gefasst, wie Pressesprecherin Julia Beck auf Nachfrage sagte. Laut Beck hätten sich die Arbeiten wegen Corona – etwa Quarantänevorschriften bei den Baufirmen – zeitweise verzögert.

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