Ermutigen, die eigene Heimat selbst zu gestalten!

Der oberste Heimatpfleger im Land, Martin Wölzmüller, ermutigte die Zu­hörer mit seinem Referat, die eigene Heimat mit Herz und Verstand selbstverantwortlich zu gestalten. Foto: Magg

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eujahrsempfang der Stadt Mindelheim Mindelheim (mg): Mehr Gäste denn je konnte Bürgermeister Dr. Stephan Winter zum Neujahrsempfang der Stadt Mindelheim im Forum in der vergangenen Woche begrüßen. Die Besucher erwartete ein kurzweiliger Abend mit ansprechender musikalischer Unterhaltung und einem engagierten und aufmunternden Vortrag zum Thema »Heimat«. Er freue sich, dass man zu Beginn des neuen Jahres einmal mehr zusammenkomme, um den bewährten Austausch zwischen Wirtschaft, Organisationen, Vereinen und Politik fortzusetzen und zu sehen, was es gemeinsam zu tun gelte, um Mindelheims Entwicklung auch 2012 positiv weiterzuführen, so Dr. Winter zum Auftakt seiner Neujahrsrede. Man habe ein durchaus schwieriges Haushaltsjahr 2011 gut gemeistert. 2012 sei zwar in finanzieller Hinsicht Entspannung in Sicht, dennoch könne man sich nicht zurücklehnen. Der Bürgermeister dankte allen Unternehmern, die auch in schwierigen Zeiten zum Standort Mindelheim stehen und all jenen, »die sich mit ihren Ideen, ihrer Tatkraft und ihrer Kreativität einbringen und dazu beitragen, dass sich in unserem Buch der Zukunft die offenen Seiten mit guten Inhalten füllen«. Für die sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Kreisstadt und dem Landkreis, respektive der Stadtverwaltung und der Kreisbehörde, dankte Landrat Hans-Joachim Weirather. Dabei sei es gelungen Mindelheim noch stärker in das Allgäu einzubinden. Weirather nannte als Beispiel die Allgäuer Passivhaustage, die 2011 zum wiederholten Male in Mindelheim stattgefunden haben. »Heimat, die Welt in Reichweite« - wer vom Referenten des Abends, dem Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege verbalen »Schmusekurs« erwartet hatte, dem wurde schon nach den ersten Sätzen klar, dass er enttäuscht würde. Alle anderen konnten sich über einen kritischen und in seiner Art auch ermutigenden Vortrag freuen. »Gott segne unsere Heimat! - Ich glaube aber nicht, dass es dem Herrgott reicht, wenn wir uns allein auf seinen Segen verlassen«, nahm Wölzmüller die Zuhörer in die Pflicht. Heimat sei eben nicht allein Blasmusik und Dreigesang, sondern brauche vielmehr zeitgemäße Angebote, Infrastruktur und wirtschaftliche Perspektiven. Geschichtsbewusstsein, Kultur, Gemeinschaft und Zusammenhalt kontra platter Folkloreveranstaltungen, propagierte der oberste Heimatpfleger im Land. Lobend verwies er in diesem Zusammenhang auch auf die Musiker des Abends - wie die Jugendkapelle der Stadt und das Vokalensemble »Die 5 ohne Namen« den Empfang gestalteten, das sei erfrischend und authentisch und bei weitem wertvoller als so manche inszenierte und rein auf Kommerz abzielende Heimat-Bühnenshow. Leider habe man es sich mittlerweile abgewöhnt, sich zu trauen, »Dummes auch wirklich dumm zu nennen«, nannte Wölzmüller das Kind beim Namen. Gleichgültig ob Baukultur, Landschaftspflege oder Energiewende, er wolle alle ermutigen, ihre Heimat mit Herz und Verstand selbst zu gestalten. Beim anschließenden Buffet dürfte Wölzmüllers Vortrag in zahlreichen Gesprächen Thema Nummer 1 gewesen sein.

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