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Erste Ergebnisse zur Wiedergeltinger Bürgerbefragung liegen vor

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Von: Oliver Sommer

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In Wiedergeltingen liegen die ersten Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Dorferneuerung vor.
In Wiedergeltingen liegen die ersten Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Dorferneuerung vor. © Oliver Sommer

Wiedergeltingen – In puncto Dorferneuerung ist die Gemeinde Wiedergeltingen nun einen Schritt weiter gekommen. Die Ingenieurgesellschaft Steinbacher-Consult stellte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung die Auswertung der Bürgerbefragung sowie diverser Begehungen vor. 

Die Dorferneuerung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung unter Einbeziehung einzelner Bürgerarbeitskreise. Am Anfang steht der sogenannte Vitalitätscheck.

Diskutiert wurde auch, welche Maßnahmen Priorität haben, und welche Voraussetzungen dafür zu ergreifen sind.

War bei den bisherigen Zusammenkünften zwischen Verwaltung und Steinbacher Consult auch der Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung, Christoph Graf, anwesend, ließ sich dieser diesmal entschuldigen. Er hatte aber per E-Mail ein Grußwort geschickt und erklärt, dass es aus seiner Sicht wichtig wäre, die Schwerpunkte der Gemeinde und des Gemeinderates zu kennen. Anschließend werde man die Entwürfe auswerten – als Grundlage für die kommenden Maßnahmen der Dorferneuerung. Danach werde entschieden, ob die umfangreiche oder die einfache Dorferneuerung das passende Instrument sei. Graf schickte gleich voraus, dass man aufgrund steigender Nachfrage in den kommenden Jahren nicht mehr aus dem Vollen werde schöpfen können. Trotz allem, so das Resümee Grafs, hat eine Kommune mit einer abgeschlossenen Vorbereitung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Orten, die sich nur mit Einzelprojekten um Fördermittel beworben haben.

Einleitend erklärte auch Bettina Steinbacher, wie nun das weitere Vorgehen aussehen soll. Insbesondere geht es dabei um sogenannte Vertiefungsbereiche und den Vitalitätscheck, für den Bürgermeister Norbert Führer bereits eine Vorarbeit geleistet hat. Führer hatte eine Art Kataster angelegt und darin freie, unbebaute oder leerstehende Grundstücke markiert, die für eine Nachverdichtung geeignet wären. Allerdings sehe er sich nicht mehr im Stande, erklärte der Bürgermeister, diese Karte weiterzuführen.

Während man mittlerweile Programme bzw. „Tools“ nutzt, die auf Basis der Kataster- und Luftbildkarten Daten verarbeiten können und man quasi auf Knopfdruck die gewünschten Ergebnisse erhält, hatte Führer seine Werte in einer Tabelle aufgeführt und händisch die Grundstücke in den Bildern markiert. Laut Bettina Steinbacher werde ihr Büro die Einarbeitung übernehmen. Danach könne ein Vertreter der Verwaltung die Daten einpflegen. Folgekosten, erklärte die Juniorchefin, die zusammen mit ihrem Bruder Frank die Geschäfte führt, gebe es keine, allerdings koste der Vitalitätscheck weitere 8.500 Euro. Aber auch dafür gibt es eine 50-prozentige Förderung. Der Mehrwert ergebe sich aus einem „Leerstandmanagement“, so Steinbacher und der „relativ geringe Kostenaufwand gegenüber dem Nutzen nachher“ sollte es den Räten schon wert sein, so ihre Aussage. Steinbacher und ihre Mitarbeiter bemühten sich, den Mehrwert in den Vordergrund zu stellen und die aufkeimende Kritik abzubügeln. Mehrfach war zu hören, dass man um den Leerstand im Ort wisse, nun aber Lösungen brauche. Der Vorteil des Vitalitätschecks relativiere sich, wenn man die Menschen kenne, die ihre Grundstücke leer stehen lassen. Wenig überzeugend war auch die Aussage, dass man aufgrund der Bevölkerungsstruktur detailliertere Aussagen treffen könne.

Motto statt Ergebnisse

Schnell wurde auch klar, dass es den Gemeinderäten darum ging, eine Priorisierung der Arbeiten zu erreichen. Im Raum stand dabei ein möglicher „Arbeitsbeginn“ für Ausschreibungen und Planungen im Herbst. Eine zeitliche Konkretisierung, wollte Bettina Steinbacher nicht ziehen. So stand die Aussage, dass bestimmte „Dinge seit zwei Jahren verwirklicht werden müssen“ Steinbachers Ansage gegenüber, dass man einen zeitlichen Vorlauf von einigen Monaten, teils Jahren benötige. Etwa mit Blick auf den Dorfladen, der seit einem halben Jahr geschlossen ist und schnellstmöglich wieder die Bürger versorgen soll, meinte dann Brigitte Roth, dass man sich wohl „eine andere Finanzierung für den Dorfladen suchen müsse“.

Während die Räte wissen wollten, wie man schnell vorankomme, war es Steinbacher wichtig, die Dorferneuerung unter ein Motto zu stellen und dafür ein Logo zu entwerfen. Laut Führer haben die Probleme der vergangenen zwei Jahre die Dorferneuerung zurückgeworfen. Bevor das Votum, jeweils nicht einstimmig, für den Vitalitätscheck und die Bürgerarbeitskreise fiel, resümierten die Räte, dass man sich in der Diskussion doch im Kreise drehe: „Wir wissen doch, wo’s brennt.“

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