"Besonderer Haufen" besteht Prüfungsmarathon

Examensfeier der Kreisklinik: 15 Absolventen sind frischgebackene Gesundsheits- und Krankenpfleger

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Maike Glöckner, Kirstin Müller, Armin Krupic, Eva Matheis, Edina Bajric, Teresa Eisenschmid, Ina Brauchle, Ivona Radic, Rina Rraqi, Sevgi Karaosmanoglu, Mahara Rück, Bianca Mielinger, Stefanie Breiter, Nina Koren und Julia Mayer haben erfolgreich ihre Examensprüfung bestanden und ihr Zeugnis erhalten.

Mindelheim – Ein neuer Jahrgang hat es geschafft und kann sein Zeugnis in den Händen halten. 15 von 18 Absolventen haben die Examensprüfung zum Gesundheits- und Krankenpfleger bestanden, neun davon werden von der Kreisklinik Mindelheim übernommen.

Rund 100 Gäste kamen im Casino der Kreisklinik im obersten Stockwerk zusammen, um mit den 15 Auszubildenden – 14 Frauen und ein Mann aus den Landkreisen Unterallgäu, Ostallgäu, Oberallgäu, Günzburg und Biberach – zu feiern. Die anderen drei, die nicht bestanden haben, können im zweiten Anlauf ein halbes Jahr später ihre Prüfung wiederholen. Sechs zieht es ins Umland, um dort ihre ersten Berufserfahrungen zu sammeln, doch viele kommen wieder nach Mindelheim zurück, wie Michael Dahlmann, Referent vom Vorstand der Kreisklinik, mitteilte. In einem kleineren Unternehmen wie der Kreisklinik gehe es familiärer zu als in einer Großstadt wie München, so Dahlmann. „Ein kleineres Haus hat einen anderen Charme.“ Früher seien viele in andere Häuser gegangen, doch jetzt sei die Quote, die hier bleibt, höher, weiß Vorstand der Kreiskliniken Unterallgäu, Franz Huber. „In großen Einrichtungen bin ich irgendjemand, hier bin ich jemand“, gab auch der Bürgermeister Dr. Stephan Winter zu.

Da nicht nur im Erzieherbereich (wie auf Seite 3 zu lesen) sondern auch im Pflegebereich großer Fachkräftemangel herrscht, übernimmt die Kreisklinik in der Regel auch ihre Auszubildenden. Im Gegensatz zu den Umlandskliniken bekomme man die Besetzung der neuen Ausbildungsstellen noch „gut gemanagt“, sagte Dahlmann. Für das neue Ausbildungsjahr haben sich 26 Auszubildende angemeldet, ein überdurchschnittliches Resultat, wenn man bedenkt, dass in der jetzigen Abschlussklasse 18 Schüler saßen und der Durchschnitt bei 20 Schülern liegt.

Nach drei Jahren, 2.500 Praxisstunden, 2.000 Theoriestunden und nach einem „Prüfungsmarathon“, konnten die Schüler nun alle „Strapazen“ hinter sich lassen und „abfeiern“, sagte Huber.

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ist nur eine Grundlage, denn man kann sich noch in verschiedenen Bereichen weiterbilden und auch aufsteigen wie zum Beispiel zur Stationsleitung. Da sie „von der Pike auf“ den Beruf erlernt haben, fahren sie nun „auf einer breiten Spur“ und können sich „aussuchen, was ihnen gefällt“, so Winter. Es werden nicht nur fachliche Anforderungen von einem abverlangt, sondern die eigentliche Herausforderung ist der „geduldige und respektvolle Umgang mit den Patienten“, so Huber. Doch nicht nur auf die Patienten solle man achten, sondern vor allem auch auf sich selber. „Vergiss dein eigenes Leid nicht“, mahnte Huber die Schüler.

Der Bedarf an Pflegekräften wächst rasant. Huber bezog sich auf eine Studie, die besagt, dass bis zum Jahr 2035 knapp eine halbe Millionen Pflegekräfte in Deutschland fehlen, runter gerechnet auf das Unterallgäu sind es 800 Personen. Damit sich die Situation ändert, muss sich das Gesundheitssystem ändern. Der Beruf muss attraktiver gestaltet und besser bezahlt werden, meint Huber.

Schulleiterin der hauseigenen Berufsschule Dr. Jannine Weishaupt-Nussbaumer erinnerte sich an die Klasse GKB 16/19 zurück und betitelte sie als einen „besonderen Haufen“. Bunt gemischt waren auch die Nationalitäten der Schüler, denn diese hatten bosnische, kosovarische, kroatische, herzegowinische, namibische, türkische und slowenische Wurzeln.

Mit Hand und Herz pflegen

Jetzt laufen sie auf die Zielgerade ein und eine „neue Lebensphase mit dem Berufsabschluss in der Tasche“ beginnt. Sie können in die Wöchnerinnenstation gehen, sich um Schlaganfallpatienten kümmern oder auf der Intensivstation arbeiten. Und „es dauert gar nicht mehr so lange, dann können Sie sich auch auf die Stelle als Pflegekammerpräsidentin in Bayern bewerben“, lachte die Schulleiterin. Vor allem solle man aber keine Angst vor dem Scheitern haben, denn das sind die Situationen, aus denen man am meisten lernt. Am Ende hatte sie noch einen Appell an die Schüler: „Pflegen Sie mit Hand, Herz und Hirn und sehen Sie den Patienten immer in seiner Ganzheitlichkeit.“ Die unmittelbare Rückmeldung eines Patienten, seinen Dank und seine Zufriedenheit, das er mit einem Lächeln zeigt, ist das größte Lob für einen. „Man kriegt was zurück“, sagte Winter. Als stellvertretender Landrat gratulierte Winter den „frischgebackenen Absolventinnen“, denn die letzte mündliche Prüfung fand am selben Tag wie die Examensfeier statt.

Zu Wort kam auch die Klassensprecherin Julia Mayer. Sie schilderte die ersten Eindrücke am Anfang der Ausbildung, bei der man sich im Krankenhaus wie in einem Labyrinth gefühlt habe. Nachdem das erste Jahr „wie im Flug“ verging, war die Klasse im zweiten „ziemlich aufgebraucht“. Doch „die Zeit holte uns schnell ein“ und die Lehrer erinnerten sie immer wieder an das bevorstehende Examen, das jetzt schon wieder hinter den Schülern Maike Glöckner, Kirstin Müller, Armin Krupic, Eva Matheis, Edina Bajric, Teresa Eisenschmid, Ina Brauchle, Ivona Radic, Rina Rraqi, Sevgi Karaosmanoglu, Mahara Rück, Bianca Mielinger, Stefanie Breiter, Nina Koren und Julia Mayer liegt. 

Julia Böcken

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