Kicken auf der großen Bühne

FC Bad Wörishofen zum zweiten Mal nach 2012 mit Sportaward ausgezeichnet

FC Bad Wörishofen Sportaward
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FCBW- Jugendleiter Heinz Pildner (v. links) und Vereinspräsident Jürgen Thiemann freuten sich über den Sport­award, verliehen von Marieluise Vorwerk, Hans Joachim Kania und Bürgermeister Stefan Welzel.

Bad Wörishofen – Alljährlich im Wechsel werden in Bad Wörishofen künstlerisch und sportlich talentierte Kinder mit einem Award ausgezeichnet. Seit 2010 kamen zahlreiche Vereine und Gruppierungen in den Genuss des von der Familie Kania ausgelobten und mit 2.000 Euro dotierten Preises. Im vergangenen Jahr ging der Sportaward an den Bad Wörishofer Fußballclub (FCBW), jetzt wurde die Übergabe des Preisgeldes nachgeholt.

Paul und Tim dürften ihren Spaß gehabt haben. Als wohl erste (und einzige) durften die beiden Kicker der Bad Wörishofer-F-Jugend einen Traum für so manchen Fußballer ausleben: Im großen Sitzungssaal, dort wo sonst der Stadtrat tagt und mehr oder weniger wichtige Entscheidungen fällt oder der Bürgermeister illustre Gäste empfängt, durften die beiden Jungs ihr Können mit dem runden Leder unter Beweis stellen. Eine zumindest kleine Reminiszenz, um was es eigentlich gehen sollte an diesem Tag und um wen.

Vor 101 Jahren hatten die Bad Wörishofer ihren Fußballclub gegründet und eigentlich wollte man das 100-jährige Jubiläum vergangenes Jahr auch im passenden Rahmen feiern – mit einer Chronik, Turnieren und einem Festabend. Wie wir alle zwischenzeitlich wissen, kam es dann doch ein wenig anders. Den Festabend zumindest wollen die Fußballer um ihren Präsidenten Jürgen Thiemann heuer im Herbst nachholen, so zumindest die Idee. So lange wollte man aber mit dem Sportaward nicht warten, der vergangenes Jahr – zum dann zweiten Mal – an den FCBW gehen sollte. Schon 2012 ging der Award an die Fußballer der Kneippstadt, damals teilte sich der Verein den Preis mit dem AK Jazz goes to Kur.

Miteinander zählt

Mit der Übergabe des Preisgeldes setzen die Beteiligten diesmal aber noch ein Zeichen: So sind es doch besondere und herausfordernde Zeiten, so Hans Joachim Kania. Gemeinsam mit Marieluise Vorwerk war Kania zur Award-Verleihung gekommen und betonte, dass die in den vergangenen Jahren ausgezeichneten Vereine, ob nun TSV oder Trachtenverein, TTC oder die Musikkapellen, etwas leisteten, was das Elternhaus nicht könne: „Das Soziale (Miteinander) kann man nicht zu Hause lernen“, so der Mäzen. Es sei wichtig, war sich Kania sicher, dass die „Kids zusammenkommen können“, weshalb seiner Ansicht nach 2020 ein verlorenes Jahr sei.

Nachwuchskicker Paul Thiele und Tim Tebel (v. links) durften im großen Sitzungssaal ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Nicht nur deshalb auch waren an die Preisverleihung große Erwartungen geknüpft, geht es doch um das Miteinander im Verein und dabei besonders eben um den Sport. Schon seit mehr als einem halben Jahr sind Vereinstreffen nicht mehr gestattet, auch das Training im Verein nicht mehr möglich ist. Deshalb forderte Kania die Jugendlichen und Kinder auf, dran und dabei zu bleiben. Immer mehr Vereine verzeichnen derzeit Austritte oder klagen über mangelnden Nachwuchs (der Wochen KURIER berichtete). Aber nur im Verein, auch oder gerade in einem Sportverein könne man sehr viel lernen, so Thomas Vögele, Sportreferent der Stadt. So geht es neben der körperlichen Fitness auch um das soziale Miteinander und auch darum, neben dem Siegen auch das Verlieren zu lernen.

Kurz ging Jürgen Thiemann auf das an sich geplante Festwochenende zu Pfingsten vor einem Jahr ein und lud alle anwesenden schon jetzt zum Fest­abend im Herbst ein, auch wenn man sich nicht mehr traue, irgendetwas zu planen. „Es ist alles zu ungewiss“, so Thiemann mit Blick nach vorn und die zurzeit alles bestimmende Gesundheitskrise. Beim Festabend soll dann auch die Chronik vorgestellt werden, an die Thiemann kurz erinnerte und die durchaus wechselvolle Geschichte der Fußballplätze in Wörishofen – bis dann 1967 schließlich das neue Sportgelände am Unteren Hart übernommen wurde und mit einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem die Gäste nur „knapp“ (8:1) gewannen, eingeweiht werden konnte. Man sei dankbar für das gut gepflegte Sportgelände, so Thiemann. Was in Zeiten knapper Kassen nicht selbstverständlich sei, doch die Jugend „muss es uns wert sein“, so die klare Aussage des Clubpräsidenten und Stadtrats. Auch das Niveau der Ersten Mannschaft könne sich sehen lassen, so Thiemann, dessen Teams im Landkreis keinen Vergleich scheuen müssen – und denen nun der Award mit seinem Preisgeld zu Gute kommen wird.

Oliver Sommer

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