814 Mal ging der Alarm

Feuerwehren im Unterallgäuer Inspektionsbereich Ost ziehen Fazit

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Kreisbrandrat Alexander Möbus stellte das Projekt der neuen „Peers“ vor.

Nassenbeuren – Die Kommandanten des Unterallgäuer Feuerwehr-Inspektionsbereichs Ost haben sich zuletzt zur Herbstdienstversammlung im Schützenheim Nassenbeuren getroffen. Neben Zahlen, Daten und Fakten war auch das Notfallmanagement der Deutschen Bahn vor Ort. Zudem wurde eine neue Spezialeinheit vorgestellt.

Eröffnet wurde die Herbstdienstversammlung durch Kreisbrandinspektor Wolfgang Heimpel. Nach dem Gedenken an verstorbene Kameraden ging Heimpel auf die Ereignisse und Herausforderungen des vergangenen Dienstjahres ein. So mussten die Wehren des Inspektionsbereiches heuer 814 mal Ausrücken – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 26 Einsätzen. Wieder lagen die Technischen Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, mit 341 Einsätzen (42 Prozent) vor allen anderen Einsatzarten. Im „klassischen“ Bereich der Brandbekämpfung mussten die Wehrmänner und Frauen ganze 104 mal ausrücken (13 Prozent). 254 Personen waren bei den Einsätzen betroffen, hiervon wurden 103 Personen versorgt, 96 weitere von der Feuerwehr gerettet. 43 Personen wurden hilflos aufgefunden und medizinisch erstversorgt, zwölf konnten leider nur noch tot geborgen werden. Dass dieses ehrenamtliche Engagement nicht nur viel von den Einsatzkräften abverlangt sondern gerade untertags Arbeitgeber durch Freistellung ihrer Mitarbeiter die Einsatzbereitschaft der Wehren sicherstellen, hob Heimpel mit einem Dank an die Arbeitgeber hervor.

DB-Notfallmanagement

Interessant, vor allem in Bezug auf die laufende Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Buchloe-Memmingen-Lindau, war auch der Vortrag des DB Notfallmanagers Patrick Wolf von der DB Netz AG. Dieser zeigte die besonderen Gefahren des elektrischen Fahrdrahtes auf und gab hilfreiche Tipps und Tricks zum Arbeiten nach Unfällen auf Schienen oder mit Schienenfahrzeugen. Für ausgewählte Wehren wird die DB einen kostenlosen Lehrgang zum Erden von Oberleitungen anbieten, damit die Helferinnen und Helfer bei entsprechenden Einsätzen im Gleisbereich sicher und ohne die Gefahr eines tödlichen Stromschlages arbeiten können.

Helfer für Helfer

Eine Besonderheit hoben sich Heimpel und Kreisbrandrat ­Alexander Möbus zum Schluss auf. Mit einer neugegründeten Einheit – den sogenannten „Peers“ – bekommen jetzt auch Einsatzkräfte im Unterallgäu Unterstützung durch speziell ausgebildete Kameraden und Kameradinnen der Psychosozialen Einsatznachbetreuung. Gerade nach schweren Verkehrsunfällen, Bränden oder Todesfällen tragen viele Einsatzkräfte bedrückende Ereignisse mit sich herum. Wenn dieses „Herumtragen“ zu viel wird, kommen die Peer-Kräfte unter Leitung von Hermann Hesse und Marc-Hennig Eggert zum Einsatz und das im gesamten östlichen Landkreis Unterallgäu. Gemeinsam mit dem Peer-Team in Memmingen teilen sich die „Helfer für die Helfer“ so auf, dass der Landkreis komplett abgedeckt wird.

Mit diesem neuen Angebot schloss Kreisbrandrat Alexander Möbus die diesjährige Herbstdienstversammlung des Inspektionsbereiches Ost und wünschte allen Kameradinnen und Kameraden immer vollzählig und heil von den Einsätzen zurückzukehren.

Jeremy Rizer

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