Liebfrauenkapelle Mindelheim

Die Nische ist wieder gefüllt

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Andächtig lauschen unter anderem Zweiter Bürgermeister Hans Georg Wawra, Bürgermeister Dr. Stephan Winter als auch Richard Laeverenz, Vorsitzender des Freundeskreis Alt-Mindelheim, den Worten von Dekan Andreas Straub.

Mindelheim – Es ist die letzte Lücke, die nun an der Liebfrauenkapelle in Mindelheim geschlossen wurde. Seit einigen Tagen steht die neue Madonnenstatue des Mindelheimer Bildhauers Georg Bayer in der Nische über dem Fünf-Wunden-Brunnen. Für Dekan Andreas Straub, der bei einer kleinen Andacht die Figur segnete, ein schöner Anblick, dass die Nische nun wieder gefüllt sei. Trotz zahlreicher, festlicher Alternativen an diesem heißen Sommertag, hatten sich zahlreiche Mindelheimer versammelt, um die Statue quasi in der Heimat willkommen zu heißen.

Über Jahre war die Nische verwaist, zehn Jahre dauerte die Erneuerung der Plastiken und Bausubstanz an der kleinen Marienkapelle. „Sie ist eine Perle unter den Mindelheimer Denkmälern“, war sich Richard Laeverenz, der Vorsitzende des Freundeskreises Alt-Mindelheim, bewusst: „Sie ist nicht das größte, aber sie ist ein sehr, sehr schöne Denkmal“. 

Wie berichtet, hatte der Freundeskreis diese und eine weitere Kopie von Figuren in Auftrag gegeben, die ursprünglich über dem Türstock und dem Brunnen ihren Platz hatten. Schon 2014 hatte Georg Bayer die Madonna über dem Eingang dupliziert, nun also die zweite Figur, deren Original im Heimatmuseum steht. 

Dekan Andreas Straub segnete die Madonnenstatue in der Nische über dem Fünf-Wunden-Brunnen.

Nachdem der Freundeskreis bereits den Dachstuhl habe sanieren lassen, sei 2013 der Fünf-Wunden-Brunnen an der Reihe gewesen, brachte Laeverenz die Chronologie in Erinnerung. Und lobte den Künstler, der eine gelungene Kopie für die bislang verwaiste, letzte Nische an der Kirche angefertigt habe. „Sozusagen der krönende Abschluss der Sanierung“. 

Mit der Madonna habe man der Kapelle einen wichtigen, vor allem schönen Baustein zurückgegeben. „Jetzt glänzt die Kapelle wieder“, so Richard Laeverenz. Er wünschte sich bei der Übergabe der Schenkungsurkunde an Bürgermeister Dr. Stephan Winter, man möge die Figur pfleglich behandeln. Wobei Winter anmerkte, die Kapelle sei nun noch schöner geworden. „Jetzt ist sie wieder da, wo sie hingehört“. Der Bürgermeister fügte hinzu, dass es eben nicht egal sei, ob die Nische leer oder nun wieder gefüllt sei. Denn es seien solche Details, die Denkmäler wie die Liebfrauenkapelle noch schöner machten und reizvoller erscheinen ließen. 

Das seien die Dinge, also gerade die Fülle an Details, wo sich eine Stadt schwer tue, diese zu erhalten oder zu sanieren. Und wo man froh sei um einen solchen Freundeskreis, der „der Stadt und ihren Bürger hilft“. Denn diese Baudenkmäler, machte Winter klar, seien nicht nur Denkmäler, sondern auch Identifikationspunkte für die Bürgerschaft. 

Wie sehr der Freundeskreis mittlerweile verankert und bekannt ist, zeigte Winter an einem einfachen Beispiel auf: zuerst fragten Bürgermeisterkollegen, was denn der Freundeskreis ist. Wenn sie aber Bescheid wüssten, kämen oft Aussagen, in denen Winter um den Verein und sein Wirken beneidet wird. Man könne sich also glücklich schätzen über den Freundeskreis, der nun für eine vollkommene Kapelle gesorgt hatte. Womit Winter zu Dekan Straub überleitete, der die Segnugn mit einer Marienandacht abschloss. 

von Oliver Sommer

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