Bad Wörishofen Neujahrsempfang

„Luther meets Kneipp“

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Im Gespräch am Neujahrsempfang der evang.-lutherischen Kirchengemeinde, der kath. Pfarreien und der Stadt Bad Wörishofen: (von links) Pater Rüdiger Prziklang (kath. Kurseelsorge); Bürgermeister Paul Gruschka und Stadtrat Wilfried Schreiber (Hintergrund).

Bad Wörishofen – Die jährliche Feier für die Mitarbeiter der Stadt Bad Wörishofen, der Kirchen sowie der Vereine mitsamt ihrer engagierten Ehrenamtlichen begann mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst in der Erlöserkirche. Umrahmt wurde der Anlass vom evangelischen Posaunenchor unter der Leitung von Tanja Schmid. Anschließend lud Pfarrerin Susanne Ohr herzlich zum Sektempfang ins Gemeindezentrum ein, wo die Gäste, nach einigen Reden und einem aufschlussreichen Sketch von Prädikant Manfred Gittel, ein reichhaltiges kaltes Büffet erwartete.

Pfarrerin Ohr zeigte sich erfreut, dass die evangelische Kirche den Empfang ausrichten durfte, gerade im 500-Jahr-Reformationsjubiläum, dessen Ausgang der Anschlag eines Thesenpapiers durch Martin Luther persönlich gewesen sei. Die Evangelischen pflegten gerne ins Gespräch zu kommen mit Gott und der Welt und dazu laden sie die Stadt, die evangelischen und die katholischen Kirchen ein. Zudem stehe die 950-Jahr-Feier Wörishofens an. 

Der katholische Pfarrer Andreas Hartmann dankte ebenfalls herzlich für das oft ehrenamtliche Engagement der drei Organisatoren. Hartmann verwies auf zwei gegensätzliche Ströme: Die Bewahrer und die Missionare. Die Kirchen als Bewahrer merkten oft zu spät, dass die Menschen nicht mehr mitgehen mochten, was Austritte zur Folge hätte. Er plädierte für ein Miteinander beider Personengruppen. 

Mit einem herzlichen Grüß Gott schloss sich Bürgermeister Paul Gruschka den Vorrednern an, erfreut, dass alle drei Organisationen zusammenspannten und alle Anwesenden der Einladung gefolgt seien. Was würde 2017 jedem persönlich und der Stadt bringen? Mit den Worten Martin Luthers ausgedrückt: „Was kommt im neuen Jahr, kannst nit durchschauen, mußt hoffen und auf Gott vertrauen.“

„Bad Wörishofen ist ein Ort, an dem man gerne wohnt, arbeitet, lernt, investiert, seine Freizeit und seinen Lebensabend verbringt. Die Lehre Pfarrer Kneipps ist einzigartig, ebenso unsere Lage im Allgäu“, betonte Gruschka. 

Deshalb setze die Stadt Schwerpunkte auf Bildung, Familienfreundlichkeit, Wirtschaftsförderung, Energie, Integration und Generationengerechtigkeit.Doch große Sprünge werde die Stadt sich im 2017 nicht leisten können, mahnte der Bad Wörishofer Rathauschef. 

Die jüngsten Terroranschläge hätten auch hier große Betroffenheit ausgelöst. Absolute Sicherheit sei aber weder finanziell noch organisatorisch zu erreichen. Dennoch könnten die Bürger, ungeachtet ihrer Herkunft oder Religion, gut und sicher in der Stadt leben. Er dankte allen, besonders auch den Sponsoren, die Anreize schafften, den Ehrenamtlichen, jenen, die Flüchtlinge und Asylsuchende vorurteilsfrei aufnähmen, sich in Hilfsorganisationen und Vereinen sowie im MehrGenerationenHaus engagierten. 

Trotz des engen Budgets würden die Kirchen unterstützt, derzeit brauche die Erlöserkirche Hilfe. „Auf das Lutherjubiläum“, schloss Bürgermeister Gruschka ab und wünschte allen Anwesenden ein gutes, gesundes und friedliches neues Jahr.

Bevor die Gäste sich an den Delikatessen labten, kamen aus gegensätzlichen Richtungen des Wegs der Reformator Martin Luther (gespielt von Prädikant Manfred Gittel, der den vergnüglichen Schlagabtausch unter Verwendung von Originalzitaten geschrieben hat) und Wörishofens Wasserdoktor, der katholische Pfarrer Sebastian Kneipp (Hermann Fröschner); keiner wollte dem anderen weichen, was zu einem (tief-)sinnigen Disput führte: „Luther meets Kneipp“. Die Dialoge entbehrten nicht der Schärfe, wenngleich sie darauf hinausliefen, dass sie beide dem gleichen Herrn dienten. 

von Annina Bogner

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