Genobank Unterallgäu und Raiffeisenbank Schwaben Mitte bleiben getrennt

Die Bankenfusion im Unterallgäu ist vom Tisch

Die Genossenschaftsbank Unterallgäu eG wird auch weiterhin eigenständig bleiben, die Fusionsgespräche mit der Raiffeisenbank Schwaben Mitte eG wurden zuletzt für beendet erklärt.
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Die Genossenschaftsbank Unterallgäu eG wird auch weiterhin eigenständig bleiben, die Fusionsgespräche mit der Raiffeisenbank Schwaben Mitte eG wurden zuletzt für beendet erklärt.
  • Marco Tobisch
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Mindelheim/Unterallgäu – „Die Stärken beider Häuser gewinnbringend zu vereinen“, das hatten die Genossenschaftsbank Unterallgäu eG und die Raiffeisenbank Schwaben Mitte eG zuletzt angestrebt. Seit Mai hatten die beiden Bankhäuser Fusionsgespräche geführt. In zu vielen strategischen Fragen konnte man aber offenbar keine Einigung erzielen, weshalb die beiden Häuser nun von einer Fusion absehen wollen und die Gespräche offiziell für beendet erklärten. Das teilte die Genobank am heutigen Freitag mit.

In den letzten Monaten hätten sich beide Institute intensiv ausgetauscht und die Chancen und Herausforderungen einer Fusion geprüft, heißt es in der Pressemitteilung. Im Verlauf der Verhandlungen habe es allerdings „unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung der gemeinsamen Bank“ gegeben. An welchen Punkten es genau scheiterte? „Wir haben vereinbart, dass wir zu den Hintergründen bzw. unterschiedlichen Auffassungen keine Details veröffentlichen“, erklärt Volker Leinich, Bereichsleiter Vorstandsstab bei der Genossenschaftsbank Unterallgäu eG auf Nachfrage des Wochen KURIERS. Jedenfalls, und das ist entscheidend, seien Vorstand und Aufsichtsrat beider Banken „nach gründlicher Analyse und Prüfung sowie reiflicher Überlegung“ zu dem Entschluss gekommen, die Fusionsgespräche nicht fortzusetzen.

Die Aufnahme der Gespräche hatte man im Mai unter anderem damit begründet, dass das anhaltende Niedrigzinsumfeld, der intensive Wettbewerb, die wachsende Regulatorik im Finanzdienstleistungssektor sowie die hohen Anforderungen der Digitalisierung es den Regionalbanken immer schwieriger machen würden. Dem wolle man „rechtzeitig entgegenwirken, um aus einer Position der Stärke weiterhin eigenständige Entscheidungen treffen zu können und zukunftsfähig zu bleiben“, hatte es im Mai geheißen.

Wohl auch deshalb ist Helmut Graf, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Schwaben Mitte eG, überzeugt, dass die Aufnahme der Gespräche richtig und wichtig gewesen sei, auch wenn das Ergebnis nun anders verlaufen aussehe als ursprünglich gehofft. „Das Beste beider Häuser für eine starke und erfolgreiche aktive Gestaltung der Zukunft nutzen, stand für mich bei der geplanten Fusion im Fokus. Bedauerlicherweise konnten wir uns nicht weiter nähern“, so Graf.

Anton Jall, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaftsbank Unterallgäu eG, betont: „Wir sind beide kerngesunde und erfolgreiche Banken, die in ihren Geschäftsgebieten gut aufgestellt sind. Wir haben die Chancen ausgelotet und gemeinsam entschieden, unsere individuellen Stärken zu nutzen, um eigenständig erfolgreich in die Zukunft zu gehen.“ Nun gelte es, so Jall, schnell wieder den Fokus auf die eigenen Hausaufgaben zu lenken.

Trotz der abgebrochenen Fusionsgespräche sehen sich beide Banken „wirtschaftlich sehr gut in der Lage, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern“. Man werde auch weiterhin in nachbarschaftlicher Verbindung bleiben, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

mt/wk

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