„Gut für alle Seiten“

Gespräche erfolgreich: Bad Wörishofer Therme übernimmt die „Venus-Quelle“

Bohrung Therme Venus Quelle
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Die Therme Bad Wörishofen (Mitte: Betreiber Jörg Wund) übernimmt künftig die Förderung und Aufbereitung des Thermalwassers aus der „Venus-Quelle“. Eine Entwicklung, die Bürgermeister Stefan Welzel (rechts) und Landrat Alex Eder (links) begrüßen.

Bad Wörishofen – Die Therme Bad Wörishofen übernimmt ab sofort die Förderung und Aufbereitung des Thermalwassers aus der „Venus-Quelle“. Vor gut 20 Jahren erschlossen, ist das Heilwasser Grundstein für die Therme Bad Wörishofen. Es seien vor allem die Gespräche der vergangenen Monate zwischen Thermenbetreiber und der Kommune gewesen, so Bürgermeister Stefan Welzel, die zu dem Erfolg geführt hätten.

Anders als das tägliche Trinkwasser, das aus Speicherhorizonten wenige Meter unter der Erd­oberfläche stammt, wird Thermalwasser, der Name deutet es schon an, in größeren Tiefen gewonnen, wo nicht nur höhere Mineralstoffgehalte vorliegen, sondern wo das Wasser auch deutlich wärmer ist. Schon die alten Römer nutzten diese Thermalquellen für ihre Badehäuser – ein Trend, den der moderne Mensch für das Wohlbefinden wieder entdeckt hat.

Bohrung aufgegeben

So auch in Bad Wörishofen, wo die Geothermalbohrung 1 (Nummer zwei wurde im vergangenen Jahr aufgegeben) vor gut zwei Jahrzehnten dem Heilbad ein weiteres Attribut hinzufügte. In über 1.100 Meter Tiefe erschloss GT1 einen thermalwasserführenden Horizont, aus dem seither kontinuierlich um die 37 Grad warmes und fluoridhaltiges Wasser sprudelt. Staatlicherseits anerkannt, weist das Heilwasser mehr als 2.200 Milligramm Mineralisation, unter anderem Fluorid, Sole (also Salze in wässriger Lösung) und Jod in diversen Zusammensetzungen auf. Die Geothermalbohrung 2 sollte einen weiteren Horizont erschließen, um, so die Hoffnung, die Versorgung der Wörishofer Therme zu sichern; allerdings wurde in über 2.500 Meter Tiefe kein Thermalwasser angetroffen, sodass die Bohrung vergangenes Jahr aufgegeben und versiegelt wurde.

Hatten die Stadtwerke Bad Wörishofen bisher das Heraufpumpen und die Aufbereitung des Thermalwassers übernommen, geht der Betrieb, auch mit allen Risiken auf die Therme über. Man tue dies, so Thermenbetreiber Jörg Wund, um die Stadt zu entlasten. „Für die Therme ist dieses Heilwasser eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zu anderen Bädern“, betont Wund. So wird etwa die Kristalltherme in Schwangau im Ostallgäu mit normalem Trinkwasser betrieben und der Betrieb mit einer anderweitig erbohrten Mineralsole versorgt. Grund dafür, bedauert Wund, sei die Tatsache, dass der Begriff Therme nicht geschützt ist.

Positiv „für alle Seiten“

Auch Stefan Welzel fand positive Worte für die Übertragung, der der Stadtrat nun zugestimmt hat: „Die zahlreichen Gespräche der letzten Monate haben zu einem für alle Seiten guten Ergebnis geführt“, sagte der Erste Bürgermeister. Die Therme werde damit in die Lage versetzt, künftig betriebsspezifisch Thermalwasser zu fördern, so Welzel. Auch Landrat Alex Eder, der sich bereits im Vorfeld für die Lösung ausgesprochen hatte, freute sich über den Ausgang der Verhandlungen. Als Kommunalaufsicht lag die Zustimmung zu der nun getroffenen Vereinbarung beim Landratsamt. Eder: „Ich befürworte die Einigung ausdrücklich.“

Oliver Sommer

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