Gesundheitsvorsorge im Fokus

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nstieg von Personalausfällen durch arbeitsbedingten psychischen Stress Bad Wörishofen (wk): Der eklatante Anstieg von Personalausfällen durch arbeitsbedingten psychischen Stress ist ein Alarmsignal von und für unsere Gesellschaft sowie eine Belastung für die gesamte Volkswirtschaft. Bei einem Treffen zwischen Bürgermeister Klaus Holetschek, Werner Gloning, DGB-Regionsvorsitzender Allgäu-Donau-Iller und dem dem stellvertretenden DGB-Regionsvorsitzenden und Vorsitzenden des Beirates der AOK Direktion Memmingen, Ludwin Debong, wurde intensiv über dieses Thema diskutiert und dabei vor allem die Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsvorsorge erörtert. Dabei bestand Einigkeit darüber, dass Unternehmen in Zukunft nur dann erfolgreich sein werden, wenn sie diesen Entwicklungen verstärkt in Form von gesundheitlicher Unterstützung und Präventionsprogrammen für ihre Mitarbeiter Rechnung tragen. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung stellen sich viele Unternehmen schon jetzt auf einen immer härter werdenden Kampf um Facharbeiter, alternde Belegschaften und steigende Krankheitskosten ein. In einem zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter ist für Arbeitgeber die Neugewinnung und Bindung von Mitarbeitern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. »Allein schon das betriebswirtschaftlich kalkulierte Eigeninteresse zwingt dazu, in die Gesundheit der Arbeitnehmer zu investieren«, so Holetschek. Das werde auch vom Gesetzgeber unterstützt. Seit dem Jahr 2009 sind »Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsförderung« von bis zu 500 Euro jährlich steuerfrei. »Für den Arbeitgeber gibt es hier viele Möglichkeiten: Kantinenaktionen, Vortragsveranstaltungen, Gesundheitsseminare oder Gruppenangebote im Bereich der Bewegung, Entspannung und Ernährung. Vor allem auch betrieblich geförderte ambulante Kuren in ausgewiesenen Kurorten und Heilbädern sind ein sehr sinnvolles Präventionsinstrument zur Burn-out-Prophylaxe.« Nur so könne ein nachhaltiger positiver Effekt auf Gesundheit und Lebensführung gewährleistet werden, der effektiv Burn-out-Erkrankungen entgegenwirke. »Unternehmen können mithilfe von Präventionsmaßnahmen die Krankheitskosten senken und die Mitarbeiterproduktivität steigern«, so Holetschek. »Jeder Euro, der in betriebliche Prävention investiert wird, zahlt sich auf volkswirtschaftlicher Ebene mit fünf bis 16 Euro aus – je nach Art und Umfang der Maßnahme. Ganzheitliches Gesundheitsmanagement wende sich an alle Mitarbeiter. Besonders für Menschen, die außerhalb des Berufs aufgrund mangelnder Informationen oder geringer Eigeninitiative keine entsprechenden Angebote wahrnehmen, spielt das Arbeitsumfeld eine entscheidende Rolle. Geplant sind weitere Gespräche, die eine Allianz zwischen Vertretern der Arbeitnehmer, Arbeitgeber und der Heilbäder und Kurorte vertiefen soll.

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