Was die Kinder jetzt lernen

Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen: Stressfreier Unterricht von daheim aus

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Drei Kinder werden momentan in der Grundschule betreut. Der Rest erledigt von daheim aus seine Schulaufgaben.

Bad Wörishofen – Wie läuft eigentlich die Notfallbetreuung der Kinder ab? Was lernen die Kinder daheim und welche Erfahrungen können sie daraus ziehen? Bernd Petzenhauser, Rektor der Pfarrer-Kneipp-Grund und Mittelschule, klärt auf und beruhigt auch die Eltern.

Zurzeit betreut an der Bad Wörishofer Grund- und Mittelschule eine Lehrkraft drei Grundschulkinder im Schulgebäude. Diese bearbeiten gemeinsam den gleichen Lernplan wie die Schüler, die daheim bleiben müssen. Natürlich haben die Kinder in der Schule aber auch zwischendurch Pausen, denn frische Luft müsse ja auch mal sein.

Bernd Petzenhauser sagt, dass die Klassenlehrer dafür verantwortlich seien, dass die Kinder mit den Lernplänen versorgt werden. Dabei stehe das „grundsätzliche Üben“ im Vordergrund – also Mathe, Deutsch, Heimat- und Sachunterricht für die Grundschüler, für die Mittelschüler Englisch und je nach Jahrgangsstufe unterschiedliche Fachschwerpunkte, erklärt Petzenhauser. Wie diese Unterrichtsmaterialien schließlich in die heimischen vier Wände kommen, ist von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe unterschiedlich – unter anderem gehen die Schulen den Weg über digitale Medien. Die Hausaufgaben, die die Schüler daheim erledigen müssen, werden aber nicht benotet, versichert der Schulleiter. Noten seien jetzt sowieso nicht so wichtig, denn davon hätte die Grund- und Mittelschule durch Schülerbeobachtungen genug. Ab der dritten Klasse zählen zudem die Noten über beide Halbjahre hinweg.

Um es den Eltern so leicht wie möglich zu machen, hat das Kollegium vereinbart, „dass die Lern- und Übungspläne so konzipiert werden müssen, dass man keinen unnötigen Stress in die Familien bringt“, sagt Petzenhauser. Das heißt, dass man die Zeit für ein grundlegendes Üben nutzen und „bereits erarbeitete Inhalte sichern“ solle. Neue Lern­inhalte werden den Schülern nur „wohl dosiert“ vermittelt. Zudem gebe es die Möglichkeit zur Selbstkontrolle. Eltern müssen also nicht selbst die Aufgaben nachrechnen oder das Wörterbuch aufschlagen, um die Richtigkeit englischer Begriffe zu überprüfen. In manchen Fällen gibt es auch Musterlösungen.

Das selbstgesteuerte Lernen sei sowieso ein Grundsatz der Schule, sodass die Schüler diesen nun daheim vertiefen können. „Sorgen müssen sich die Eltern keine machen“, denn das ganze Land halte ja die Luft an, meint Petzenhauser. In dieser Zeit können die Schüler die in der Schule erworbenen Lernstrategien verfeinern. „Entscheidend wird der Unterricht nach dieser besonderen Phase werden“, wenn man die Lernsituation daheim gemeinsam in der Klasse aufgreift und reflektiert, sagt der Rektor abschließend. „Ich glaube wirklich, dass das Home Office ganz gut funktioniert, selbstverständlich mit der Hoffnung, dass es nicht in die Verlängerung geht.“ 

Julia Böcken

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