„Riesenspektakel“ am Oberen Tor

"Dur und dur, narred!"

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Auch die Garden der Faschingsgilde Mindelonia prägten den Hanselaufzug.

Mindelheim – Am Samstag trotzten Narren und Faschingsbegeisterte der eisigen Kälte am Oberen Tor. Ganz in der Tradition der Mindelheimer Faschingsgilde Mindelonia und der Narrenzunft „Durahaufa Mindlhoim“ sorgten sie zusammen mit der Fanfarengruppe für einen zünftigen und lauten Faschingsbeginn.

Ein rechteckiges Areal vor dem Oberen Tor ist abgesperrt. Unter dem verhüllten Turm, dem Durahansl, steht eine erhöhte Bühne mit Musikboxen. Faschingsschlager tönen auf die Wartenden herab. Ein Teil der bunt

„Närrisch“ gestaltete sich der Raum rund um das Obere Tor am vergangenen Samstag.

gekleideten Narren schunkelt zur Musik. Die Zuschauer treten auf und ab und pusten sich warme Luft in die Hände. Ein paar „Minis“ vom Durahaufa, darunter Sarah und Tamina, hüpfen im Takt. Sarah lacht: „Ich habe vier Oberteile und drei Unterteile übereinander an“. Die durchgehenden Faschingsanzüge halten die Kinder warm. Drei unterschiedliche Häser, so heißen die Gewänder in der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, fallen auf. 

„Das sind die Columbinen“, erklärt ein Mitglied des Durahaufa und zeigt auf die Faschingstreibenden mit den Kostümen aus Dreiecksmuster in rot, blau und gelb auf weißem Grund. Sie selbst trägt rotweiße Ringelsocken, ein grünes Kleid und hält ein Weidenkörbchen in der Hand. „An den Kostümen der Hansel hängen kleine Schellen und die Ammen tragen Körble“, erläutert sie. „Beim Umzug tragen wir alle Holzmasken“, erklärt Iris vom Durahaufa weiter, „wir sind nachher nicht mehr zu erkennen“. 

Ihren bürgerlichen Namen möchte sie nicht verraten. Auch „Bobl“, ihre Freundin, will anonym bleiben Von weitem ist die Fanfarengruppe zu sehen. Mit wilden, beinahe furchterregenden Kostümen in hellgrün mit kuhfleckenartigem Besatz und dunkel geschminkten Gesichtern spielen sie zünftig auf. Zur Blasmusik marschiert dahinter die Minigarde, gefolgt von der Teeniegarde. Zum Abschluss marschiert die große Garde der Mindelonia, ebenfalls mit prächtigen, goldumsäumten Kostümen in blauweiß, in Richtung Hansel. 

Die Kinder der Minigarde beziehen pflichtbewusst Stellung vor der Bühne. Dort oben werden die Prinzenpaare vorgestellt (siehe Artikel oben). „Was ist Ihre Motivation hier aktiv mit zu machen?“ frage ich eine Verkleidete. „Da muss man ein wenig ein Schepperle haben“, meint sie scherzhaft. Raphaela Weinert führt aus: „Wir machen das um die Traditionen wach zu halten“. Sie „läuft“ seit 23 Jahren. „Die Kinder und Enkelkinder sind auch dabei“, sagt die Faschingsbegeisterte. Auch heuer werden Krapfen verkauft. Einer ist mit Senf gefüllt, warnt der Hofmarschall. Nach Reden, die dem Publikum laut vorgelesen werden und die lustige Details über das Prinzenpaar sowie Ankündigungen für den Fasching enthalten, fährt die Prinzessin im Kran bis zur Mitte des Turmes um symbolisch den Hansel aufzuhängen. Dann heißt es: Ohren zu halten! ... Die Böllerschüsse krachen laut und hüllen die Prinzessin hoch oben in weißen Rauch. Der Turm ist erwacht. „Evita Mindelonia! Dur und dur, narred! A Bier und a Brotsupp, Fanfarentrupp!“

von Sylvia Kochs

Hanselaufzug am Oberen Tor

 © Sylvia Kochs
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