Der Sportverein hat sein Gelände verschönert. Für Erleuchtung sorgt die Stadt Mindelheim

Herbstlicher Frühjahrsputz beim SV Auerbach


Frisch geteert wurde die Zufahrt zu zwei Reihen mit Parkplätzen. Die dritte Reihe wird im Süden des Geländes entstehen, wo noch drei Stockbahnen dazukommen.
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Frisch geteert wurde die Zufahrt zu zwei Reihen mit Parkplätzen. Die dritte Reihe wird im Süden des Geländes entstehen, wo noch drei Stockbahnen dazukommen.
  • Melanie Springer-Restle
    VonMelanie Springer-Restle
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Oberauerbach – Was lange währt, wird endlich gut: Der SV Auerbach hat bald ordentliche Parkplätze. Die Teerarbeiten sind erledigt, jetzt fehlt nur noch der Kies. Der Weg dahin war etwas steinig, wie Polykarp Platzer, der Erste Vorstandsvorsitzende des Vereins im Gespräch mit dem Wochen ­KURIER erklärt.

Seit 15 Jahren hatte der Verein schon vor, Teile des Geländes zu teeren. „Es hat einfach immer schlampig ausgeschaut“, erklärt Platzer. Doch der Weg dahin war gar nicht so einfach. Als der Verein seinerzeit den Antrag für drei geteerte Parkplatzreihen bei der Stadt stellte, hieß es, der Verein müsse auch für einen Grünstreifen zwischen Weg und Parkplatz sorgen. Das machte den Plan mit den drei Reihen zunichte.

Doch der damals noch kommissarisch eingesetzte, doch mittlerweile fest etablierte Stadtbaumeister Michael Egger hatte die Idee, eine weitere Parkplatzreiche auf der Südseite des Geländes zu errichten. Das Grundstück wurde seinerzeit noch landwirtschaftlich genutzt. Die Grünfläche musste erst verdichtet werden, was die Kompensationsverordnung ins Spiel brachte: Das Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, dass erhebliche, unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert werden müssen. An dieser Stelle hätte eigentlich erstmal ein Landschaftsarchitekt den Bleistift spitzen müssen und dem Verein viel Geld gekostet. Doch Platzer ließ seine Beziehungen spielen. Der Leiter der Amtsverwaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kaufbeuren engagierte einen Kollegen mit der Planung zur Bepflanzung der Ausgleichsfläche.

Auch die Vögel freuen sich

Jetzt entsteht neben dem zweiten Parkplatz im Süden ein Erdwall, der mit heimischen Pflanzen bestückt wird. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Da im Süden sowieso geteert wurde, hat der Verein gleich noch drei Stockbahnen errichten lassen. „Die kann man auch benässen und zum Eisstockschießen oder Schlittschuhlaufen benutzen“, erklärt Platzer. Um Zuschüsse vom Bayerischen Landessportverband abgreifen zu können, hat der Verein gleich die Abteilung „Stockschießen“ gegründet. Die Subvention beträgt 20 Prozent der Bausumme. Das ist in Anbetracht der Gesamtkosten der Stockbahnen in Höhe von circa 50.000 Euro mehr als nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auch zwei Basketballkörbe sollen noch auf den Platz kommen. Platzer bekundet seine Freude über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt: „Die Stadt Mindelheim unterstützt ihre Vereine sehr gut“, sagte der 58-Jährige. Für die barrierefreien Parkplätze gab es zusätzlich 5.000 Euro von der Aktion Mensch.

Das Rückgrat des Vereins

Doch der größte Bonus für den Verein, so Platzer, ist Jürgen Bittner, der Vereinskassier. „Ohne ihn sähen wir alt aus“, sagte Platzer sichtlich dankbar für das Engagement des 56-jährigen Bauingenieurs. Bittner kümmere sich um alles, was an Sanierungsmaßnahmen nötig sei. Nicht nur habe er selbst unzählige Arbeitsstunden für den Verein auf dem Buckel. Er habe auch fundiertes Fachwissen und Kontakte in die Handwerkerwelt. „Die Handwerker in der Region machen dem Verein immer faire Angebote und sind zur Stelle“, freute sich Platzer.

Damit man die frisch geteerte Straße auch im Dunkeln sieht, hat die Stadt Mindelheim noch fünf Laternen spendiert. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt mit solarbetriebenen LED-Leuchten. Polykarp ist gespannt, ob der Verein mit dieser Art der Beleuchtung eine Vorreiterrolle einnehme. In Sachen Innovation ist der SV Auerbach kein unbeschriebenes Blatt. 1998 wollten die damaligen C-Klassen der Fußballvereine aus Auerbach und Stetten eine Spielergemeinschaft gründen. Schließlich spielte die Jugend ohnehin schon zusammen.

FC 98 Auerbach-Stetten war seiner Zeit voraus

„Warum sollte man dann die Erwachsenen auseinanderreißen, wenn wir privat eh immer zusammen sind?“, sagte Polykarp dem damaligen Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Fußballverbandes. Doch dieser versuchte den beiden Vereinen die Idee auszureden. Sowas habe man schließlich noch nie gemacht und das sehe die Bayerische Spielverordnung auch nicht vor, hieß es von höherer Stelle. Doch die Auerbacher und Stettener blieben hart und gründeten 1998 den FC 98 Auerbach-Stetten. Da war der Verein seiner Zeit offenbar voraus, denn heute sind Spielgemeinschaften gang und gäbe.

Polykarp Platzer zeigt die neuen, solarbetriebenen LED-Laternen.

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