Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Bad Wörishofen

Ein "Kneippguss von oben"

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Auf Einladung Stephan Strackes (ganz re.) war Hermann Gröhe nach Bad Wörishofen gekommen. Der Bundesgesundheitsminister wurde dort unter anderem von Pater Provinzial Benedikt Hau OH (li.), Christiane-Maria Rapp sowie der Ortsvorsitzenden der CSU, Michaela Bahle-Schmidt, begrüßt.

Bad Wörishofen – Mit „Das ist ein Kneippguss von oben“, begrüßte Christiane-Maria Rapp, Gesamtleiterin der Kneipp‘schen Stiftungen, den Gast aus der Bundespolitik, Hermann Gröhe im verregneten Bad Wörishofen. Auf Einladung Stephan Strackes (CSU) war der Bundesgesundheitsminister ins Allgäu gekommen, der sich unter anderem auch mit dem neugewählten Vorsitzenden des Kneippbundes und MdL Klaus Holetschek traf, und sprach zu ausgewählten Gästen im Sebastianeum zum Thema „Gesundheitspolitik im Dienste der Menschen“.

Pater Provinzial Benedikt Hau begrüßte den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Sebastianeum. Christiane-Maria Rapp, Fraktionssprecherin der CSU (im roten Jacket) nannte den Regen einen Kneippguss von oben.

Viel erreicht, das war das Resümee des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe, doch es gebe noch viel zu tun in der Gesundheitspolitik. Für seinen Besuch in Südbayern – zunächst war Gröhe in Penzberg unterwegs und traf auch noch Klaus Holetschek im Kneipp-Zentrum – hatte sich der Bundesminister viel Zeit genommen. Insbesondere auch für den Vortrag und das Gespräch mit den Bürgern. 

Die Politik brauche den Praxistest, befand Gröhe und meinte damit das Feedback aus der Bevölkerung. Man müsse als derjenige, der die Gesetze mache, auf die Erfahrung der Menschen hören, die eine Reform, ein Gesetz umsetzen müssen. Nur dann wisse man, ob es funktioniere. In diese Zusammenhang lobte Gröhe den Ost- und Oberallgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke ausdrücklich. Er sei anstrengend für einen Minister wie ihn, so Gröhe mit Augenzwinkern, würde er doch ad hoc die Meinung der Menschen weitergeben an die zuständigen Bundesstellen, in seinem Falle eben nach einem Besuch in einem Seniorenheim, einem Krankenhaus oder anderen mit der Gesundheit der Menschen verbundenen Institution. 

Auch kleine Krankenhäuser nicht vergessen

Er selbst, stellte Gröhe klar, habe in den vier Jahren ebenfalls mehr als 100 Krankenhäuser besucht und sich über die Situation vor Ort informiert. „Du kannst keine Krankenhausreform machen, wenn du nur im Schatten des Reichstags mal rüber in die Charité gehst“. Man müsse ebenso kleine Landkrankenhäuser besuchen und mit den Menschen, den Pflegekräften, den Ärzten und Geschäftsführern sprechen. „Und das tun wir in herausragender Weise“, betonte Gröhe und erklärte auch, warum ihn das umtreibe: „Fünf Millionen Menschen arbeiten im Gesundheitswesen!“. 

In der Automobilindustrie würden aber gerade einmal 800.000 Menschen arbeiten – und in 20 Jahren noch weniger Menschen einen Job in dieser Branche haben. „Wir werden im Gesundheitswesen mehr Menschen brauchen. Mehr Menschen, die sich auf allen Ebenen für diese Arbeit begeistern“, sagte Hermann Gröhe und sprach damit explizit das Gesundheitshandwerk, die Pflege, die Apotheken, Rehaeinrichtungen, Krankenhäuser und Pflegedienste an. „Wenn wir eines der besten Gesundheitssysteme der Welt haben, dann versuchen wir als Politiker dafür die Rahmenbedingungen zu setzen“. 

Den Pflegekräften den Rücken stärken

Dass man aber auf dieses System stolz sein dürfe, das werde tagtäglich von diesen Menschen erarbeitet. „Deswegen ist die Grundlage für die Weiterentwicklung dieses Gesundheitswesens ein großer Dank“. Ein Dank an die Menschen, die sich engagierten und die das Vertrauen der Bevölkerung genießen würden, wie sonst nur Feuerwehrkameraden. Diesen Menschen müsse man den Rücken stärken, war der Minister überzeugt. Man dürfe über das Gesundheitswesen mit Stolz reden, „Und wenn nicht gerade Wahlkampf ist, wird das jeder auch mit Stolz tun“. Nur dann eben würden alle Erfolge – Gröhe nannte dabei die Abschaffung der Praxisgebühr und das im Sinne der demenziell erkrankten und pflegebedürftigen Menschen veränderte Pflegegesetz – schlecht geredet.

Die Erhöhung des Volumens in der Pflege um fünf Milliarden pro Jahr könne man eben nur deshalb leisten, weil Deutschland ein starkes Land sei, und eben kein Jammertal, so Gröhe mit einem Seitenhieb auf den politischen Mitbewerber und derzeitigen Koalitionspartner. „Die Arbeit geht nicht aus“, war Gröhe denn auch vor Ende seines Vortrags überzeugt. Es reiche nicht mehr nur ein Experte aus, um Menschen zu helfen. Gerade beim Thema Palliativmedizin müssten die verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten. Und man dürfe nicht den Menschen zur Medizin bringen, sondern müsse diese vielmehr zum Menschen bringen. Mit Hinblick darauf und den demografischen Wandel gebe es nicht zu viele Ärzte. Vor allem müsse auch der Grundsatz gelten, die gleiche Versorgung zu erhalten, „egal, wo du wohnst und egal, was du verdienst“. Deshalb auch müsse man den Nachwuchs fördern und auch die Medizin – Stichwort Telemedizin – noch mehr vernetzen. 

von Oliver Sommer

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