Im Unterallgäu sind die Arbeitslosenzahlen weitgehend unverändert - genau wie Probleme zum Personal-und Fachkräftemangel

Arbeitsmarkt in der Region: Aufschwung trotzt saisonaler Eintrübung

Im Unterallgäu kann sich die Arbeitslosenquote zum Jahresende trotz Pandemie und Fachkräftemangel sehen lassen. Mit 2,0 Prozent liegt der Landkreis unter den anderen Allgäuer Landkreisen.
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Im Unterallgäu kann sich die Arbeitslosenquote zum Jahresende trotz Pandemie und Fachkräftemangel sehen lassen. Mit 2,0 Prozent liegt der Landkreis unter den anderen Allgäuer Landkreisen.

Allgäu/Region – Mit Beginn des Frühsommers 2021 konnte auch in der Region ein enormer Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt verzeichnet werden. Der Wintereinbruch trübte den Arbeitsmarkt im Dezember allerdings etwas ein. Dennoch liegt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2021 seit drei 

„Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2021 zurück, das zu Beginn von erneuten pandemiebedingten Beschränkungen geprägt war, die die konjunkturelle Kurzarbeit in unserer Region wieder in die Höhe schnellen ließ. Neben dem Hotel- und Gastronomiebereich sowie körpernahen Dienstleistungen war hier vor allem auch das verarbeitende, industrielle Gewerbe betroffen“, erklärt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Mit Beginn der Lockerungen ab dem Spätfrühling zeigte sich das enorme wirtschaftliche Potential des bayerischen Allgäus: der Zugang an neu gemeldeten Arbeitsstellen durch die Betriebe erreichte Höchststände und in einigen Regionen wurden bei den Arbeitslosenquoten schon niedrigere Zahlen als im Vorkrisenjahr 2019 erreicht“, zeigt sie sich erfreut.

„Diese positive Entwicklung stellt viele Unternehmen allerdings vor neue Schwierigkeiten: Arbeitskräftemangel ist in diesem Jahr zum drängendsten Problem der Allgäuer Unternehmen geworden – und dies betrifft nicht nur den Hotel- und Gasstätten- und Pflegebereich. Auch Logistik und verarbeitendes Gewerbe suchen händeringend nach Fachkräften.“ Die seit Herbst wieder steigenden Inzidenzzahlen und die damit verbundenen Beschränkun gen treffen erneut genau diese Branchen: „Während in der Pflege der Fachkräftemangel in Pandemiezeiten besonders Besorgnis erregend ist, führen zum Teil geringere Gästezahlen im Hotel- und Gastronomiebereich sowie Lieferschwierigkeiten im verarbeitenden Gewerbe wieder zu einem Anwachsen der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld“, so Maria Amtmann. Nichtsdestotrotz zeigt sie sich optimistisch: „Die Arbeitslosenquote ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat saisonal zwar um 0,1 Punkte auf 2,5 Prozent gestiegen, liegt damit aber um 0,7 Punkte niedriger als noch im Dezember 2020 – exakt auf dem Niveau des Dezembers 2019. Ich bin zuversichtlich, dass die Wirtschaft sich weiterhin robust zeigt.“

Auch 2021 blieb das konjunkturelle Kurzarbeitergeld der wichtigste Faktor, um bei Arbeitnehmern Arbeitslosigkeit zu vermeiden und bei Unternehmen sicherzustellen, dass sie ihre Mitarbeiter behalten und den Betrieb nach Lockerung der Beschränkungen schnell wieder hochfahren konnten. Die Höchststände vom April 2020 wurden zwar 2021 nicht mehr erreicht, aber im Februar 2021 bezogen mehr als 4.700 Unternehmen für über 37.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld. Insgesamt wurden den Firmen im Agenturbezirk Kempten-Memmingen 2021 206,5 Mio. EUR Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Seit März 2021 ging die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe kontinuierlich zurück – durch die neuerlich notwendig gewordenen Beschränkungen ab November haben Anzeigen und Anträge für Kurzarbeit jedoch wieder zugenommen. Da Unternehmen drei Monate Zeit für die Antragstellung haben, liegen aktuell valide Zahlen nur bis August 2021 vor, und der erneute Anstieg der Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes seit November lässt sich noch nicht exakt beziffern.

Im Landkreis Unterallgäu waren im Dezember 1.680 Bürger arbeitslos gemeldet – 89 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Punkt auf 2,0 Prozent. Die Firmen meldeten der Arbeitsagentur 326 neue vakante Stellen - 36 Stellen bzw. 12,4 Prozent mehr als im November. Der Stellenbestand erhöhte sich damit auf 1.561 zu besetzende Arbeitsplätze – 17 Stellen weniger als im Vormonat. Am häufigsten wurden Arbeitnehmer gesucht in den Bereichen Arbeitnehmerüberlassung (534 Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (270 Stellen), im Baugewerbe (154 Stellen) und im Handel incl. Kfz-Instandhaltung (123 Stellen).

wk

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