Tief in die Seele geblickt

Irsinger Thorsten Oliver Rehm veröffentlicht Wissenschaftsthriller "Subliminal. Das Experiment"

+
Thorsten Oliver Rehm aus Irsingen hat mit seinem neuen Wissenschaftsthriller „Subliminal. Das Experiment“ seinen zweiten Roman veröffentlicht.

Türkheim – „Was, wenn mediale Fiktion alles Leben durchdringt? Was, wenn ihre Schattenseiten unter dem Radar die Oberhand gewinnen?“ So beginnt der Türkheimer Autor Thorsten Oliver Rehm den Klappentext seines neuen Wissenschaftsthrillers „Subliminal. Das Experiment“, den er bereits bei der Türkheimer Buchwoche vorgestellt hatte und der nun mit der offiziellen Veröffentlichung den Markt erobern soll.

„Wann werden aus Ideen Ideologien? Und wem gebührt die Macht, die in neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten steckt, in den Händen zu halten?“, fragt Rehm recht kryptisch, um die Konflikte seines neuen Thrillers in groben Zügen zu schildern. „Ich weiß ja nicht, ob ich schon zu viel verraten sollte“, lacht der 49-Jährige, gibt aber im Gespräch mit dem Wochen KURIER dann doch erste Happen preis.

Menschheit bedroht

Und zwar dreht sich die 472 Seiten starke Ausgabe um die Journalistin Natascha da Silva, die bei ihren Recherchen zur außergewöhnlichen Häufung extremer Gewalt auf brisantes Material stößt. Den langersehnten Karriereschub vor Augen, ermittelt sie zunächst auf eigene Faust. Dabei verfängt sie sich immer mehr im Netz einer Gruppierung, deren wissenschaftliche Experimente die althergebrachte Ordnung völlig auf den Kopf stellen. Während die Gruppierung selbst vor einer Zerreißprobe steht, muss Natascha tief in den Spiegel ihrer Seele blicken – von erbarmungslosen Feinden bedrängt, gerät sie selbst in den Sog des geheimen Experiments. „Ein Kampf beginnt – nicht nur gegen sichtbare und unsichtbare Gegner, sondern auf Leben und Tod. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel“, beendet Rehm seinen Klappentext schließlich.

Es sei ihm auch wieder ein Anliegen gewesen, eine sinnvolle Thematik aufzugreifen und diese nicht nur spannend unterhaltend, sondern auch vielschichtig aufzubereiten. Bezug nehmen will der Türkheimer Autor damit auch auf die „Gesellschaft, die immer ellbogenmäßiger wird“ und in der zunehmend die „Herzen verhärten“. In eine Schublade mit Verschwörungstheoretikern wolle er mit seinem Thriller aber keinesfalls gesteckt werden.

Dass er neben seinem Hauptberuf als Versicherungsfachmann nun in einem Atemzug mit diversen Thriller-Autoren genannt wird, hat Rehm auch dem Ruhland Verlag zu verdanken. „Der Verlag kam auf mich zu, ob ich nicht ein weiteres Buch machen möchte“, erinnert sich Rehm. „Da habe ich natürlich ‚Ja‘ gesagt.“ Ein weiteres Buch deshalb, weil vor fast auf den Tag genau zwei Jahren Rehms Debütroman „Der Bornholm-Code“ (der Wochen KURIER berichtete) erschienen war. Hatte der Irsinger seinerzeit noch rund sieben Jahre mit 2.000 Arbeitsstunden bis zum fertigen Roman investiert, vollendete er sein jüngstes Werk gerade einmal binnen eines Jahres bzw. 700 Arbeitsstunden. „Diesmal ist es schneller von der Hand gegangen, meinen Schreibstil hatte ich ja bereits gefunden“, erklärt Rehm. Und auch die Recherche sei anders als beim letzten Mal, als faktisch belegte Mythen und Historie viel Vorarbeit kosteten, diesmal weniger aufwendig gewesen.

Wo sich Rehm viel Zeit spart

Trotzdem müsse man sich Woche für Woche selbst „eine klare Zielsetzung geben“ sowie Ausdauer und Disziplin mitbringen, so der Autor. Denn seine Frau, seine zwei Kinder und der Beruf dürften unter dem arbeitsintensiven Hobby keinesfalls leiden. Wo Rehm aber im Vergleich zum heutigen Otto Normalverbraucher massiv Zeit einspart: „Ich verzichte auf viele Unternehmungen und schaue nur etwa einmal im Monat Fernsehen oder eine DVD.“ Und auf ­Social Media sei er bislang gar nicht aktiv gewesen. „Man glaubt gar nicht, wie viel freigewordene Zeit, in meinem Fall Schreibzeit, sich alleine dadurch auftut“, meint Rehm mit einem Augenzwinkern.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sieben Tester bat der 49-Jährige darum, seinen Wissenschaftsthriller mit kritischem Auge zu lesen. „Sie wissen, dass ich Kritik vertrage“, sagt Rehm. Aber alle sieben hätten das Buch „echt mega“ gefunden. Ob er nun stolz darauf ist, seinen gebundenen Roman endlich in den Händen zu halten? „Zufrieden und glücklich, aus einer schemenhaften Idee nun das Gesamtwerk vollendet zu haben, das bin ich. Aber ich mag das Wort ‚stolz‘ nicht“, sagt der Autor. Denn darin schwinge seiner Meinung nach unterschwellig – oder eben subliminal, so das Fachwort aus der Psychologie – Überheblichkeit mit.

Marco Tobisch

Thorsten Oliver Rehm: Subliminal. Das Experiment. Ruhland Verlag 2019. 472 Seiten. Überall im Handel erhältlich.

Auch interessant

Meistgelesen

Massencrash: A96 bei Mindelheim zweieinhalb Stunden komplett gesperrt
Massencrash: A96 bei Mindelheim zweieinhalb Stunden komplett gesperrt
Bilder vom Mindelheimer Weihnachtsmarkt: Ein Ort zum Verweilen
Bilder vom Mindelheimer Weihnachtsmarkt: Ein Ort zum Verweilen
Auffahrunfall zwischen Schlingen und Pforzen: Autofahrerin schwer verletzt
Auffahrunfall zwischen Schlingen und Pforzen: Autofahrerin schwer verletzt
Weihnachtsmarkt Bad Wörishofen: Tausende Lichter leuchten vor und im Kurhaus
Weihnachtsmarkt Bad Wörishofen: Tausende Lichter leuchten vor und im Kurhaus

Kommentare