Bürgermeister Peter Wachler spricht von "gutem Haushaltsjahr"

Markt Wald "nächstes Jahr ohne Schulden"

+
Bürgermeister Peter Wachler überreichte den Marktgemeinderatsmitgliedern Weihnachtsgeschenke, die natürlich traditionell unter dem Weihnachtsbaum lagen.

Markt Wald – Die Jahresabschlussfeier von Markt Wald fand heuer „im Kreis der Familie“ statt, wie Bürgermeister Peter Wachler seine Rede begann. Der Rathauschef durfte sich diesmal recht kurz fassen, schließlich geht es Markt Wald finanziell gut. Wohin der Wind 2019 wehen wird, wisse Wachler dagegen noch nicht – er blickt aber mit Zuversicht ins neue Jahr.

Anfangs kämpfte Wachler noch mit dem Notenständer, der die Seiten seiner Rede halten sollte. Doch die Ablage des Notenständers rutschte immer wieder runter, da die Schraube nicht fest genug angezogen war. „Der will nicht so, wie ich will“, lachte Wachler. Anders als der Notenständer ging es für die Marktgemeinde dieses Jahr nach oben. „Wir haben einen guten Haushalt abgeschlossen“ – auch dank Fördergeldern, die es für diesjährige Bauprojekte gab. „2018 nahmen wir keine Kredite auf. Nächstes Jahr sind wir ohne Schulden. 1,5 Millionen Euro kommen als Rücklage ins Sparschwein“, resümierte Wachler. Sämtliche laufende Kredite konnten getilgt und die Pro-Kopf-Verschuldung von 20 Euro somit reduziert werden. Des Weiteren sind einige Bauprojekte vollendet worden.

„Steinekirch ist schwarz“, berichtete Wachler. Damit meint er den neuen schwarzen Straßenbelag. Auch der Radweg ist dort fertiggestellt worden. Im Frühjahr wird es eine offizielle Einweihung geben, vielleicht sogar mit jemandem, „der mit einem Laufrad über den neuen Radweg geht“, so Wachler.

Auch der Breitbandausbau schreitet voran. „Bis Juli 2019 ist Schnerzhofen mit Glasfaser versorgt“, verkündete Wachler. Immelstetten erhält dank Erdgas-Schwaben sogar bis März den Glasfaseranschluss.

„Alle Augen sind auf das kommende Fest der Liebe gerichtet. Mehr Besinnlichkeit wünsche ich mir auch für die Grundschule“, spielte Wachler auf das Gerücht des „schwarzen Mannes“ an, der seit September vor der Grundschule angeblich Kinder anspreche und diese mit Süßigkeiten anlocke. „Wenn ich der Vater des Kindes wäre, das angesprochen wurde, hätte ich schon im September mit dem Rektor gesprochen und wäre zur Polizei gegangen. Das wäre die natürlichste Reaktion überhaupt“, erklärte Wachler. „Aber man postet es lieber auf Facebook und innerhalb weniger Stunden wird der Beitrag tausendfach geteilt und Hobbydetektive tauchen plötzlich auf.“ Nun solle endlich Ruhe einkehren, denn die Leittragenden seien schließlich die Kinder.

Das Jahr 2018 blieb Wachler als ein heißes Jahr in Erinnerung. „Der Sommer war großartig“, sagte er. Das alte Jahr solle man mit einem Sonnenschein hinter sich lassen. Privat habe jeder sein Päckchen zu tragen, aber egal, ob es leicht oder schwer sei, man solle es aufrecht tragen. Die Zukunft nehme Wachler gern selbst in die Hand. Dass die anvisierten Ziele erreichbar sind, da habe er ein gutes Gefühl. Generell handle Markt Wald „miteinander und nicht gegeneinander“, so Wachler.

Ehrung zweier Mitarbeiter

Zur Feier des Tages wurden zwei Männer geehrt, die trotz ihres fortgeschrittenen Alters für Markt Wald jahrelang tätig waren und nun in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

„Am 28. November 2016 war sein 80. Geburtstag. Wir konnten ihn noch für zwei weitere Jahre bei uns halten“, erzählte Wachler über Ludwig Kost, der der „Sheriff vom Wertstoffhof“ bis jetzt war. Kost hatte im März 1992 seine Tätigkeit als Leiter des Wertstoffhofes in Schnerzhofen aufgenommen. Seit nun fast 27 Jahren arbeitete er dort bei Wind und Wetter. „Ich habe noch nie einen Urlaubsantrag von ihm auf dem Schreibtisch gehabt“, erinnerte sich Wachler schmunzelnd.

Ein weiterer Ehrengast war Achim Hantke. Der 75-Jährige arbeitete als Friedhofswärter. „Er hielt den Friedhof in Schuss, schnitt Hecken und pflegte die Grünanlagen“, so Wachler. Mit 63 Jahren fing er seine Arbeit dort an. „Pünktlich zur Rente wollte er sich was hinzuverdienen“, lachte Wachler. Nach zwölf Jahren, die Hantke sich um den Friedhof gekümmert hat, ist nun die Zeit des Abschiedes gekommen.

Die beiden Ehrengäste sowie der Marktgemeinderat bekamen vom Bürgermeister Geschenke überreicht, die natürlich ganz traditionell unter dem mit roten Christbaumkugeln geschmückten Weihnachtsbaum im Adlersaal lagen.

Auch für die musikalische Unterhaltung war gesorgt. Neben der hauseigenen Rathausband, die Weihnachtslieder mit ihren Blasinstrumenten und einem Keyboard zum Besten gab, sang Wachler selbst im Duett mit dem Geschäftsleiter der Marktgemeinde, Herbert Egger, das Lied „Kyrie“ aus der Walder Messe. „Seit August haben wir für diese Gesangseinlage geübt“, grinste Wachler. Es war ein amüsanter und geselliger Abend, bei dem auch Alt-Bürgermeister anwesend waren. Da wunderte es nicht, dass alle Gäste bei den Weihnachtsliedern mit einstimmten. 

Julia Böcken

Auch interessant

Meistgelesen

Maria-Ward-Realschule: Vorführungen und Mitmachangebote
Maria-Ward-Realschule: Vorführungen und Mitmachangebote
Baugebiet Mindelheim-Nord: Auf die Plätze, fertig, los
Baugebiet Mindelheim-Nord: Auf die Plätze, fertig, los
Ab welcher Lautstärke wird es gefährlich?
Ab welcher Lautstärke wird es gefährlich?
Berufs-Infotag: Ausbilder befürchten, dass Industrie Handwerksberufen den Rang abläuft
Berufs-Infotag: Ausbilder befürchten, dass Industrie Handwerksberufen den Rang abläuft

Kommentare