Frundsberg Festring zieht Jahresbilanz

Heimatliche Identifikationsfigur

+
Die Vorstandschaft des Festrings um Norbert Sliwockyj (2. Reihe, 3.v.r.) mit Kassier und Schriftführer sowie den Vertretern von Fähnlein, Faschingsgilde und Narrenzunft.

Mindelheim – Vor 40 Jahren wurde der Frundsberg Festring gegründet – mit dem Ziel, Historie und Brauchtum lebendig zu erhalten. Folgt man den Worten Bürgermeisters Stephan Winter, scheint dies auch gelungen zu sein. Denn wie anders ließe sich erklären, dass die diesjährige Hauptversammlung des Vereins, der Faschingsgilde, Narrenzunft und Armbrustschützen sowie die Fähnlein unter einen Hut bringt, 40 Jahre Revue passieren ließ.

Warum auch nicht? Denn mit der schillernden Figur eines Georg von Frundsberg genießt man nicht nur Alleinstellungsmerkmal, sondern besitzt auch eine Identifikationsfigur für Stadt und Region. Für das nächste Fest kündigte Norbert Sliwockyj aber schon die eine oder andere Veränderung an. 

Natürlich war nur ein Bruchteil der gut 1.400 Mitglieder des Frundsberg Festring Mindelheim ins Mindelheimer Forum gekommen. Doch auch so bekam der Betrachter einen Eindruck, wie tief und fest verankert der Verein, der mehr ist als nur ein Brauchtumsbewahrer oder historischer Verein, in der Bevölkerung ist. Das thematisierte auch Dr. Stephan Winter in seinen Worten zur Begrüßung. In der Werbung definiere sich eine erfolgreiche Marke das Alleinstellungsmerkmal. Georg von Frundsberg sei das Merkmal Mindelheims, das die Stadt über viele Grenzen hinweg bekannt mache. Und diese schillernde Figur zu nutzen, das sei „seit 40 Jahren ungeheuer gut gelungen“, lobte Winter.

 Seit 40 Jahren halte der Festring die Figur des Georg von Frundsberg lebendig. „Nach außen genauso wie nach innen in unsere Bürgerschaft. Damit ist das Frundsbergfest ein Fest mit hoher Identifikation für uns alle“. Mit dieser Geschichte stehe man nun heute wieder an der Schwelle zum Frundsbergfest im kommenden Jahr 2018.

 Dass das kommende Fest wieder viele interessante Neuigkeiten mit sich bringen wird, deutete auch Winter in seiner Rede an, gleichwohl die Tagesordnung das so ja nicht hergeben werde. Aber nachdem nun der vierte Bauabschnitt der Maximilianstraße fertiggestellt – und diese damit komplett saniert sei – werde der Umzug beim Frundsberg Fest auch einer ganz anderen Art und Weise erlebbar. 

Finanziell schlechtes, dafür aktives Jahr 

Der Erste Vorsitzende Norbert Sliwockyj ging anschließend in seinem Rechenschaftsbericht auf die Veranstaltungen der vergangenen zwölf Monate ein, insbesondere aber die im Jahr 2017, dem Jubiläumsjahr. So ging es mit einer Matinée im Silvestersaal Anfang Mai los und über den Helfensteiner-Tag sowie dem Spektakel Anno 1511 auf der Mindelburg im Juni weiter, gefolgt vom Mittsommernachtsfest und dem Spectaculum im Colleghof Anfang Juli sowie dem Donner, Spyl und Banner im Westernacher Tor im September, ehe am 7. Oktober schließlich das 40-jähriges Jubiläum des Frundsberg Festrings gefeiert wurde. 

In einem eigenen Beitrag wurde an die Alpenüberquerung des Georg von Frundsberg anno 1526 erinnert, die ein unverdrossener Haufen heuer Ende Oktober so noch einmal nachstellte. Deutlich ernster wurde aber der Schatzmeister des Vereins. Denn der Festring musste im vergangenen Geschäftsjahr ein Negativergebnis von 50.000 Euro verzeichnen, wo man im Jahr davor noch ein Plus von mehr als 130.000 Euro registriert hatte. Man habe immer im mittleren Jahr zwischen den Festen bzw. im zweiten Jahr nach dem Fest negative Ergebnisse, konnte er beschwichtigten. Gehe man von einer Marke Frundsbergfest aus, wie es der Bürgermeister eingangs gemeint hatte, dann „zahlen wir für diese Marke aber auch“. Den Schulden steht aber ein Anlagevermögen, unter anderem Grundstücke, Gebäude, Kostüme und andere Werte wie Instrumente und dergleichen von knapp 800.000 Euro gegenüber. Außerdem habe man Verbindlichkeiten getilgt, womit derzeit nur noch 178.000 Euro offen sind.

 Ausblick auf 2018 

Abschließend gab Norbert Sliwockyj noch einen Ausblick auf das kommende Frundsbergfest 2018. Und knüpfte dabei an die Worte des Kassiers an, indem er eine Preisanpassung ankündigte. Dabei beträfe die größte Anpassung die Altstadtfeste und den Umzug. Das Fest habe mittlerweile einen Rahmen angenommen, der viel Geld benötige, so Sliwockyj. „Viele haben gar keinen Ahnung, was hinter dem Fest und dessen Ausrichtig alles steckt, wenn pauschal behauptet wird, der Verein schwimme im Geld oder aber andernorts ginge es auch ohne Eintritt“, erklärte der Vorsitzende. 

Auch der Umzug werde 2018 deutlich teurer, da sich die Preise für die Reit- und Zugpferde nahezu verdoppeln. Man sei bisher gut weg gekommen, aber die Marktpreise seien gestiegen. Die Pferdebesitzer orientierten sich an anderen Veranstaltungen, die deutlich mehr zahlten. „Wir kommen nicht darum herum, eine Angleichung vorzunehmen“, so Norbert Sliwockyj. Mit fünf Euro sei man eher am unteren Level gewesen, so der Vorstand, allein im Vergleich zu anderen Veranstaltungen. 

Deshalb galt ein Appell Sliwockyjs allen Aktiven und Veranstaltern, die Preise aktiv mitzutragen: „Wir veranstalten nicht nur irgendein Fest, sondern das Frundsbergfest“. Zu einem gewissen Teil ist die Preisanpassung auch dem überarbeiteten und künftig noch besseren Sicherheitskonzept geschuldet, das Sliwockyj kurz ansprach und das, um auch weiterhin ein schönes und friedliches Fest zu garantieren, nicht vermeidbar sei. Innerhalb des Umzuges gibt es auch eine Neuerung: Er wird nun kreuzungsfrei ablaufen, das heißt, die Gruppen passieren einander in der Bahnhofstraße, ohne dass der Zug sich kreuzen muss. In absehbarer Zeit soll dann das Programm für das nächste Frundsbergfest bekannt gegeben werden. 

von Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesen

Fachstelle gegen sexuelle Gewalt: Wieso immer mehr Unterallgäuer Hilfe suchen
Fachstelle gegen sexuelle Gewalt: Wieso immer mehr Unterallgäuer Hilfe suchen
Erstkommunion in Wiedergeltingen
Erstkommunion in Wiedergeltingen

Kommentare