Nie mehr für Plastikmüll zum Wertstoffhof fahren müssen

Gelbe Tonnen stehen in den Startlöchern

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In anderen Landkreisen sind sie bereits im Einsatz, bald stehen sie auch auf Unterallgäuer Grundstücken: Die gelben Tonnen.

Unterallgäu – Die Tage des Gelben Sacks im Landkreis Unterallgäu sind gezählt: Ab 1. Januar muss man mit den bisher darin gesammelten Verpackungen nicht mehr zum Wertstoffhof fahren, sondern entsorgt sie lose über eine Gelbe Tonne. Diese wird dann wie Restmüll-, Bio- oder Altpapiertonne vor der eigenen Haustür geleert. Bezahlen muss man für diesen Service nichts, wie Edgar Putz, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises, betont. Ab Anfang Oktober werden die neuen Tonnen ausgeliefert, geleert werden sie ab Januar alle vier Wochen. Die genauen Termine für jede Gemeinde werde die Abfallwirtschaft rechtzeitig bekannt geben.

Hintergrund für den Umstieg von einem Bring- auf ein Holsystem ist laut Putz, dass die Vereinbarung mit den Dualen Systemen, den Betreibern der Rücknahmesysteme für Verpackungen, Ende 2018 ausläuft. Deshalb mussten sich Umwelt­ausschuss und Kreistag im vergangenen Jahr damit befassen, wie es ab 2019 mit der Entsorgung von Verpackungen im Unterallgäu weitergeht – und sprachen sich für die Einführung der Gelben Tonne aus. Der Gelbe Sack im Bringsystem habe sich wegen Änderungen im Verpackungsgesetz nicht mehr angeboten, so Putz. Zudem hätten sich die Unterallgäuer in einer Befragung im vergangenen Jahr mit deutlicher Mehrheit für die Gelbe Tonne ausgesprochen. Die Befragten beurteilten die Tonne als bequem und sahen es als Vorteil an, die Verkaufsverpackungen nicht mehr zum Wertstoffhof fahren zu müssen.

In den vergangenen Monaten verhandelte die Abfallwirtschaft daraufhin mit den Dualen Systemen sämtliche Details für das Unterallgäu. Das Ergebnis: Die Gelbe Tonne kommt ab 1. Januar 2019, zudem können an sieben Sammelstellen im Landkreis weiterhin Verkaufsverpackungen abgegeben werden. Und: Styropor kann auch weiterhin zu allen 23 Wertstoffhöfen im Landkreis und zur Umladestation Breitenbrunn gebracht werden – genau wie beispielsweise Altpapier, verpackungsfremde Kunststoffe und Altbatterien, betont Putz.

Verteilt wird die Gelbe Tonne nun in den kommenden Wochen als 240-Liter-Gefäß beziehungsweise 1.100 Liter fassende Großbehälter an alle Haushalte, Wohnanlagen und Firmen, die eine Restmülltonne angemeldet haben – insgesamt rund 52.000 Stück. Damit beauftragt haben die Dualen Systeme die Firma WRZ Hörger GmbH & Co. KG (Sontheim an der Brenz), die auch in Stetten eine Niederlassung hat. Um das Verteilen der Behälter bis Jahresende zu schaffen, werde damit Ende September begonnen. Als „sportliche Herausforderung“ bezeichnet Putz die verbleibende Zeit zwischen dem Ende der Verhandlungen mit den Dualen Systemen und dem notwendigen Start der Gelben Tonne im Januar. Weil die Zeit drängt und wegen des hohen Zuspruchs für die Gelbe Tonne im Rahmen der vorausgegangenen Bürgerbefragung habe man bewusst auf ein Anmeldeverfahren verzichtet. „Anders wäre die Verteilung bis Januar nicht zu bewältigen“, so Putz.

Tonnen-Verweigerer

Was aber, wenn man keine Gelbe Tonne möchte? In diesem Fall müsse man dies der Firma WRZ Hörger bis 28. September mitteilen, so Putz. Dann werde die Tonne gar nicht erst ausgeliefert. Die Verpackungen trennen müsse man in diesem Fall aber trotzdem – und sie weiterhin selbst zum Wertstoffhof bringen. Ab Januar dürfen noch sieben statt der bisher 24 Sammelstellen im Kreisgebiet die Verkaufsverpackungen annehmen: die Wertstoffhöfe in Babenhausen, Bad Wörishofen, Legau, Markt Wald, Mindelheim und Ottobeuren sowie die Umladestation in Breitenbrunn.

Wer keine Gelbe Tonne möchte, muss sich schriftlich an die Firma WRZ Hörger wenden und dabei die vollständige Anschrift und die telefonische Erreichbarkeit mitteilen – per E-Mail an gelbe-tonne@wrz-hoerger.de oder per Post an WRZ Hörger GmbH & Co. KG, Industriestr. 3 in 89567 Sontheim a. d. Brenz. Weitere Informationen zur Gelben Tonne findet man im Internet unter www.unterallgaeu.de/gelbe-tonne. 

Stefanie Vögele

Infos

Was gehört ab 1. Januar in die Gelbe Tonne?

Kunststoffbecher, Kunststoffflaschen, Verpackungsfolien, sonstige Verpackungen aus Kunststoff, Getränkekartons sowie Verpackungen aus Weißblech oder Aluminium kommen künftig lose in die Gelbe Tonne.

Was kann man weiterhin beim Wertstoffhof abgeben?

Bei den Wertstoffhöfen abgeben kann man unter anderem Batterien, Bauschaumdosen, CDs/DVDs, Elektroaltgeräte, Speiseöl- und Speisefett, Styropor, Tonerkartuschen, verpackungsfremde Kunststoffe, sowie an vielen Wertstoffhöfen Altholz, Altmetall, Kühlgeräte und Gartenabfälle.

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