Veraltete Regelung erneuert

Jugendhilfeausschuss: Bedürftige Familien erhalten Zuschuss für Ferienfreizeit

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Symbolbild: Der Jugendhilfeausschuss beschloss in seiner letzten Sitzung, wann ein Zuschuss für eine Ferienfreizeit genehmigt wird und wie hoch dieser ausfällt.

Unterallgäu – Damit auch Kinder aus ärmeren Familienverhältnissen an Ferienfreizeiten teilnehmen können, gewährt der Landkreis einen Zuschuss. Wie hoch dieser ausfällt und wann er ausgezahlt wird, hat zuletzt der Jugendhilfeausschuss beschlossen.

Der bisherige Beschluss zur Kinder- und Jugenderholung ist von 1996, also schon ziemlich veraltet. Daher wurde es Zeit, ihn zu erneuern. Künftig erhalten Eltern einen Zuschuss, wenn das Kind an einem Ferienangebot des Kreisjugendrings, eines freien Trägers der Jugendhilfe, eines öffentlichen Trägers oder der Wohlfahrtsverbände teilnimmt. Dabei ist eine Mindestdauer von fünf Tagen vorgeschrieben, in denen sich das Kind weg von Zuhause erholen kann.

Anspruch auf den Zuschuss haben alle Kinder und Jugendliche, deren Eltern finanziell bedürftig sind, Wohngeld, Sozialhilfe, einen Kinderzuschlag, Asylbewerberleistungen oder Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen oder Geringverdiener sind. Es wird nur eine Ferienfreizeit pro Kind und Jahr gefördert.

Zusätzlich kann man Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragen. Für eine einwöchige Maßnahme gibt es bis zu 80 Euro Zuschuss, für zwei Wochen bis zu 160 Euro und für drei Wochen bis zu 240 Euro. Bis jetzt wurden die Angebote wenig nachgefragt, berichtete Jugendamtsleiterin Christine Keller. Nur die Arbeiterwohlfahrt hat in den letzten Jahren ihren Anspruch darauf geltend gemacht.

Diskussion gab es im Jugendhilfeausschuss darüber, ob man den Eltern einen Eigenanteil zumuten könne. Regina Besch, die auch bei der Bad Wörishofer Tafel mithilft, meinte, es gebe Familien, die gar nichts zahlen könnten. Marlene Preißinger (CSU) bestand aber darauf, dass die Eltern wenigstens so viel dazu zahlen, wie sie eben können. Unterstützt wurde sie von Christine Keller, die sagte, dass Eigenanteile in Schwaben durchaus üblich wären, weswegen sich der Landkreis daran orientieren werde.

jb

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