Gemeinsames Projekt in Sachen Kultur

Ein Lebenswerk in Bildern

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Zwei Frauen - ein Projekt: Johanna Magg (rechts) katalogisiert das umfassende Lebenswerk der bekannten Künstlerin Johanna Kieling (links), die seit 23 Jahren im Unterallgäu ihre Wahlheimat gefunden hat. Über der gemeinsamen Arbeit entwickelte sich eine generationenübergreifende Freundschaft.

Warmisried/Mindelheim/Unterallgäu: Es waren spannende Wochen für die junge Mindelheimer Kunst­historikerin Johanna Magg. Kaum hatte sie in Würzburg ihre Bachelor-Arbeit abgegeben, ging es in ihre Hei­matstadt Mindelheim, ausnahmsweise jedoch nicht, um hier auszuspannen und sich daheim verwöhnen zu lassen, sondern um ein ganz besonderes Projekt in Angriff zu nehmen:

Die seit 23 Jahren im Unter­allgäu lebende und unermüdlich wirkende Künstlerin Johanna Kieling hegt schon lange den Wunsch, dass ihr Lebenswerk erfasst, dokumentiert und katalogisiert werde. Seit rund einem Jahr ist sie in dieser Sache mit dem Mindelheimer Kulturamts­leiter Christian Schedler im Ge­spräch. Er fand in Landrat Hans-Joachim Weirather einen Mit­streiter für das Projekt. Das Land­ratsamt stellte nun für März 2015 zunächst das Budget für ein vierwöchiges Praktikum zu ebendieser Inventarisierung zur Ver­fügung. Für Johanna Magg eine "faszinierende Aufgabe und Chance", wie sie selbst sagt, denn wann bekommt eine Studentin schon die Gelegenheit, das Lebenswerk eines Künstlers Stück für Stück in Händen zu halten und zugleich mit ebendiesem Künstler in Dialog zu treten, zu erfahren, wie die Bilder entstanden sind, wann sie gemalt wurden, welcher schöpferische Geist hinter den Werken steht. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Katalogi­sierung sieben Tage die Woche in Anspruch nahm – Wochenenden und Freizeit strich sich die junge Kunsthistorikerin kurzerhand selbst. Denn im Laufe der ge­meinsamen Arbeit, die beide Damen – Johanna Kieling und Johanna Magg – nach eigenen Angaben sehr genossen, kamen immer mehr Kunstwerke, großformatige Gemälde, Grafiken, Entwürfe, Zeichnungen und Büh­nenbilder ans Tageslicht. Bei etwas über 900 hörten die beiden – vorläufig – zu zählen auf. "Für mich ist das ganz wunderbar", betont Johanna Kieling im Gespräch mit dem Wochen KURIER. "Auf diese Art und Weise gelingt es geistige Ordnung zu schaffen. Ich bekomme durch die Inventarisierung Struktur in mein Werk. Ich habe einiges wieder entdeckt und sehe, wo es weiter geht". Im Atelier, im großen hellen Dachboden ihres Hauses in Warmisried arbeitet sie derzeit schon wieder am nächsten großformatigen Gemälde. Für Johanna Magg beginnt heute ihr Masterstudiengang Kunstgeschichte an der Uni Würzburg. In den nächsten Se­mesterferien aber wird sie wieder hier sein und die zahlreichen weiteren Werke von Johanna Kieling fotografieren, abmessen, dokumentieren und in ihrem Katalog erfassen – denn, so hat es Landrat Weirather versprochen, es wird weitergehen, schließlich sind noch lange nicht alle Werke Johanna Kielings inventarisiert!

von Andrea Friebel

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