30 Unterstützer düpiert?

Katherine-Mansfield-Platz: Empörung wegen Vorschlags der Wörishofer Verwaltung

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Die Kreuzung Haupt-/Türkheimer Straße wird zum Katherine-Mansfield-Platz, das hat der Bauausschuss beschlossen. Das hatte auch schon vor fünf Jahren eine Gruppe von Bürgern gefordert.

Bad Wörishofen – Wie vergangene Woche berichtet, hat der Bauausschuss der Kneippstadt beschlossen, die Kreuzung Irsinger- und Haupt-/Türkheimer Straße in Katherine-Mansfield-Platz umzubenennen. Für Empörung hat dabei das Vorgehen der Kurdirektion bzw. der Verwaltung gesorgt, denn einen entsprechenden Vorschlag gab es schon vor fünf Jahren von gut 30 Bad Wörishofer Bürgern.

Man fordere eine Klarstellung zugunsten jener 29 Bürger, die im Sommer 2015 schon eine Petition unterzeichnet hatten und sich für eine Benennung öffentlicher Straßen zu Ehren bekannter „Kulturgrößen“ Bad Wörishofens eingesetzt hätten, schreibt Marie Luise Ludl. Diese knapp drei Dutzend Wörishofer dürften sich angesichts der Vorgänge im Bauausschuss düpiert fühlen, schreibt Ludl weiter und hat ihrem Dokument auch ein Foto angehängt, das sie mit dem Bürgermeister der Kneippstadt bei der Übergabe der Unterschriftenlisten zeigt.

Schon vor Jahren gefordert

In der Bauausschusssitzung hatten Dr. Doris Hofer wie auch Stefan Welzel auf diese Listen und den Schriftverkehr hingewiesen, nachdem es in der Beschlussvorlage geheißen hatte, die Verwaltung schlage angesichts des bevorstehenden Kongresses die Umbenennung vor. Hatte Doris Hofer auf den Verschönerungsverein und Michael Scharpf verwiesen, so schmetterte Bürgermeister Paul Gruschka diesen Einwand mit dem Hinweis ab, er hätte den Kongress zusammen mit dem neuseeländischen Botschafter bei den Feiern zu Katherine Mansfields 130. Geburtstag vor zwei Jahren organisiert. Auch beim Kongress werde man aber den Verein miteinbinden, hatte Gruschka gesagt. Kein Hinweis oder Erwähnung aber, dass er schon vor fünf Jahren die Unterschriftenliste und Petition der 29 Bad Wörishofer Bürgerinnen und Bürger erhalten hatte, in dem gefordert wurde, Straßen oder Plätze nach, für die Kneippstadt maßgebliche und bekannte Persönlichkeiten, wie Rainer Werner Fassbinder, Irmgard Seefried und eben Katherine Mansfield zu benennen.

Ein Brief an Gruschka, unterzeichnet von den derzeitigen Bürgermeisterkandidatinnen Regine Glöckner und Alexandra Wiedemann, geht nochmals darauf ein, damals im Zusammenhang mit einem 70. Geburtstag des Kultregisseurs. Dieser Brief war nun durch die Verwaltung gleichsam unerwähnt geblieben.

"Brüsk zurückgewiesen"

Weiterhin, schreibt Ludl, „lege ich Wert auf die Feststellung, dass bereits im Zuge des Abrisses des Allgäuer Hofes, der Mansfield-Pension, ein Mansfield-Porträt-Medaillon- und eine Tafel durch Vera Kloeter gesichert und restauriert worden seien und eine umfängliche Dokumentation mit zahlreichen Fotos erstellt wurde. Eine Dokumentation, die 2018 monatelang als Recherche-Grundlage der Kurdirektion zur Verfügung gestellt worden war. „Weitere Vorkommnisse zum Umgang von Rathaus, kommunalen Akteuren und Kurdirektion in und mit diesem Vorgang erspare ich mir.“ Zuletzt, schreibt Ludl, habe man in der Bürgerversammlung 2018 nach dem Stand der Behandlung der Petition nachgefragt und sei „von der Stadtspitze brüsk zurückgewiesen“ worden. Nun dürfte klar sein, weshalb. 

Oliver Sommer

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