„Eine höchst spannende Zeit“

Kirchheims Bürgermeisterin Susanne Fischer spricht über ihr erstes Amtsjahr

Susanne Fischer Kirchheim
+
Kirchheims Bürgermeisterin Susanne Fischer ist nun seit gut einem Jahr im Amt.
  • VonOliver Sommer
    schließen

Kirchheim – Das erste Amtsjahr als Bürgermeisterin von Kirchheim war für die damals neu gewählte Susanne Fischer „höchst spannend“, wie sie gegenüber dem Wochen KURIER erzählt: Mit ihr zusammen hatten auch zwei Mitarbeiter in der Verwaltung neu begonnen; dazu sei dann auch die Pandemie gekommen, durch die viel „Zwischenmenschliches“ auf der Strecke geblieben sei, wie Fischer resümiert. Und doch hat die Mittfünfzigerin, die auf den Spuren ihres Vaters wandelt, im ersten Amtsjahr bereits einiges erreicht.

Mit dem neuen Job, erzählt Susanne Fischer im Gespräch, habe sich für sie auch eine neue Situation eröffnet – auch wenn durch Corona vieles anders gekommen sei als erwartet. „Den Menschen fehlen die Feste“, sagt Fischer. Demgegenüber stehe das Bedürfnis nach Gemeinschaft und da sei viel auf der Strecke geblieben, wie Fischer in ihrem Debütjahr ebenso wie andere Amtskollegen erfahren musste. Wie die damals als parteilose Kandidatin angetretene Fischer ihre Aufgabe als Bürgermeisterin beschreibt? „Ich bin ein Kümmerer für den Ort“, sagt Fischer. Die Menschen hätten viele Fragen gehabt und sie kümmere sich um die Belange der Menschen, so ihr Resümee.

Nach zwei Jahrzehnten als Marketingleiterin bei Max Wild in Berkheim wandelt sie jetzt auf den Spuren ihres Vaters, Altbürgermeister Hermann Fischer. Sie habe bei Max Wild einen tollen Job gehabt, nun aber sei es ihr ein Bedürfnis gewesen, etwas für ihre Heimatgemeinde zu tun: „Etwas sinnvolles; ich will etwas bewegen für die Menschen und die Gemeinschaft“.

Und es sei viel passiert in den vergangenen zwölf Monaten, „wir haben viel angestoßen“, sagt Fischer. So hat der Gemeinderat intensiv über die Pläne für das neue Gewerbegebiet debattiert, die so gut wie beschlossen sind und dann umgesetzt werden können; gleiches gilt auch für ein neues Wohngebiet. Mit eine der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen Monate ist die Erweiterung bzw. der Neubau des Kindergartens Maria Königin und die damit verbundene Notgruppe, die in den Räumen der Grundschule untergebracht ist, bis der Neubau bezugsfertig ist.

Der Tatsache, dass auf Kirchheim immer mehr Aufgaben auch von überörtlicher Bedeutung zukommen, hat man mit der Auftragsvergabe für das neue Feuerwehrfahrzeug Rechnung getragen. Ganz im Thema erklärt Susanne Fischer, dass man mit der technischen Ausstattung des HLF 20 (Hilfeleistungs-Löschfahrzeug) vor allem auf die gestiegene Zahl an technischen Hilfeleistungen reagiere, wobei das Einsatzgebiet nicht länger nur im Ort selbst liegt, sondern inzwischen auch die überörtliche Hilfeleistung zählt.

Mit eines der größten Projekte in der noch recht kurzen Amtszeit Fischers ist der aktuelle Haushalt „das große Paket“, wie die Bürgermeisterin meint. Denn es gibt ein paar Dinge zu tun und „Schwachstellen zu beseitigen“, denn in Kirchheim schlummert das eine oder andere Sicherheitsrisiko, das es zu sichern gilt. Und eine der größten anstehenden Baustellen ist natürlich der Gasthof Adler, für dessen Umbau die Kommune auch ein Stückweit ihre Schuldenfreiheit aufgibt. Wobei Susanne Fischer mit ihrem neuen Team, neben dem Verwaltungsleiter und dem Kämmerer hat sich auch im Bauhof personell etwas getan, auch informationstechnisch aktiver geworden ist. „Wir müssen die Menschen bei den Entscheidungen mitnehmen“, weshalb nun im Rathausboten über viele Entscheidungen und die Entscheidungsprozesse informiert wird. So fühlen sich die Bürger mitgenommen, glaubt die Bürgermeisterin: „Die Leute wollen mitreden können und so setzen wir ein Signal für alle, sich einzubringen.“

Es wurde in den vergangenen Monaten auch viel geredet, resümiert Fischer. Ein Zeichen auch, dass die Bürgersprechstunde angenommen werde und die Bürger diese Möglichkeit wahrnehmen, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Sie habe viel gelernt, denn es gibt schon das eine oder andere Thema, gesellschaftlich und sozial, wo man aufholen und es angehen müsse.

Persönlich musste sich Fischer auch mit den Abläufen in der Verwaltung auseinandersetzen, musste diese kennenlernen und verstehen. Wichtig ist der Rathauschefin aber der Eindruck bei den Menschen vor Ort: „Sie sehen uns (in der Verwaltung) und sehen, dass sich etwas bewegt.“ Dass die Menschen das zu schätzen wissen – vor allem dass Lösungen gesucht werden – zeigen die Rückmeldungen, die sie bekommt. Etwa, wenn man sich auf der Straße trifft und ins Reden kommt. „Ich bin nach einem Jahr immer noch mit Freude und Leidenschaft und bei der Sache“, so Fischers Fazit.

Auch interessant

Meistgelesen

Großbrand in Hohenreuten
MINDELHEIM
Großbrand in Hohenreuten
Großbrand in Hohenreuten
Mit dem Flexibus in die Südsee?
MINDELHEIM
Mit dem Flexibus in die Südsee?
Mit dem Flexibus in die Südsee?
Dreimal Traumnote 1,0: Maristenkolleg verabschiedet 72 Abiturienten
MINDELHEIM
Dreimal Traumnote 1,0: Maristenkolleg verabschiedet 72 Abiturienten
Dreimal Traumnote 1,0: Maristenkolleg verabschiedet 72 Abiturienten

Kommentare