Bis zu zehn Millionen Euro

Kita-Neubau: Kindersegen kommt Kneippstadt teuer

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Kindertagesstätten in Bad Wörishofen erfahren derzeit regen Zulauf. Deshalb braucht es weitere Angebote, weshalb im Bereich der Sebastian-Kneipp-Berufsschule ein Neubau entstehen soll.

Bad Wörishofen – Im Sinne der Zukunftssicherung sind viele Kinder ein Segen. Doch die Stadt Bad Wörishofen kommen die vielen Kinder teuer zu stehen, denn die Kindertagesstätten platzen aus allen Nähten. Ein Neubau im Bereich der Sebastian-Kneipp-Berufsschule könnte zwischen sechs und zehn Millionen Euro kosten. Zuvor aber mussten die Stadträte die Rahmenbedingungen für den Neubau, der bis zu 155 Kindern Platz bieten soll, schaffen. Eines der Probleme ist der Parkraum für die Berufsschüler.

Die Bereitstellung von Kindergartenplätzen gehört mit zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Wobei die meisten Bürgermeister weniger den Bau eines Kindergartens als die Folgekosten fürchten, nämlich die Personalkosten zum Einen und die laufenden Kosten für den Betrieb einer Kindertagesstätte zum Anderen. Vier Jahre ist es her, dass in der Gartenstadt ein neuer Kindergarten eröffnet wurde. Nun sind auch diese Kapazitäten erschöpft, sodass die Stadt über einen neuen Kindergarten nachdenken muss. Dazu hatte das Architektenbüro Degle zwei Entwürfe geliefert, die Stadtbaumeister Roland Klier den Stadträten vorstellte. Entstehen soll die neue Kita südlich der Berufsschule, die beiden Planungsvarianten unterscheiden sich nur durch die Situierung der Parkplätze, einmal westlich der Kita und einmal nördlich davon zwischen Kita und Berufsschule. Die Planzeichnungen zeigen vier Gebäude, die Hort, Krippe und Kindergarten beherbergen sowie einen Mehrzweckbau, in dem Küche und Speiseräume Platz finden. Ausgelegt ist die Kindertagesstätte für 155 Kinder, die sich auf drei Kindergartengruppen zu je 25 Kindern, zwei Krippengruppen à 15 Kindern und zwei Hortgruppen mit je 25 Kindern verteilen. In der Draufsicht konnte man erkennen, dass die vier Gebäude quasi willkürlich nebeneinander aufgestellt sind, verbunden durch einen Gang, der sich von West nach Ost durch die eingeschossigen Gebäude zieht.

Die vorgestellten Pläne stießen durchaus auf das Wohlwollen der Stadträte – auch die Variante, bei der die Parkplätze auf der Westseite an der Brucknerstraße situiert sind. Von eben jener Straße soll sich ein Weg in leichter Wellenform – auch die Anlage der Gebäude erinnert an eine Welle – zum Ostpark ziehen. Ungeklärt aber ist in Teilen die Stellplatzfrage für die Berufsschüler, die derzeit auf einem gekiesten Parkplatz östlich der geplanten Kita parken. Seitens des Landkreises, dem Betreiber der Berufsschule, würde man gerne die Zahl der Parkplätze ausweiten. Dies könnte auch dadurch geschehen, indem die geplante Stellfläche vor der Kita auf über 100 Parkplätze erweitert würde. Das allerdings erschien vielen Räten als zu viel.

Zu viel bzw. zu teuer war dann ein weiterer diskutierter Aspekt der Planungen. Derzeit geht man von etwa 6,5 Millionen Euro für die neue Kita aus, nach Abzug der möglichen Fördermittel dürfte der Neubau die Stadt immer noch knapp vier Millionen Euro kosten. Dies allerdings nur, wenn es bei den Planungen bleibt, Die Stadträte erinnerten daran, dass der Kindergarten in der Gartenstadt seinerzeit auch gut anderthalb Mal so teuer wurde, wie geplant: statt 2,6 gut vier Millionen. Angesichts der derzeit rasant steigenden Baukosten müsse man daher mit mindestens acht oder sogar zehn Millionen Euro rechnen. Aber kann sich das die Kommune leisten, war denn die Frage, die die Räte umtrieb. Darum herum kommen wird Bad Wörishofen aber nicht, so soll nun der Bauausschuss die weitere Planung begleiten.

Oliver Sommer

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