Noch bis 7. November

Kleines Schloss, große Kunst: Schwäbische Kunstausstellung in Türkheim

Da war noch nicht alles an seinem Platz. Zu sehen sind hier (v. links) Werner Klein und Franz Epple bei letzten Vorbereitungen für die Ausstellung, die bis 7. November im Kleinen Schloss zu sehen ist.
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Da war noch nicht alles an seinem Platz. Zu sehen sind hier (v. links) Werner Klein und Franz Epple bei letzten Vorbereitungen für die Ausstellung, die bis 7. November im Kleinen Schloss zu sehen ist.
  • VonRegine Glöckner
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Türkheim – Effektvoll ohne Effekthascherei, eine hervorragende Kunstschau für Schaulustige, Augentiere und Kunstinteressierte, Qualität, Seriosität und Vielfalt – viele Titel und Begriffe ließen sich für die Ausstellung, die bis Anfang November im Türkheimer Schloss zu sehen ist, noch finden. Der Förderkreis der Marktgemeinde nennt sie ganz einfach „Kunst aus Schwaben 4 – Tradition und Moderne“ und bezeichnet damit nicht weniger als eine überaus gelungene Präsentation schwäbischer Künstler.

Der Ideen-, Impulsgeber und künstlerisch Verantwortliche für das Projekt, der Grafiker Franz Epple, darf zu recht stolz darauf sein, was ihm und seinem Team, dem Ehepaar Mücksch-Klein, Martin Fink, und anderen, sowie Hausmeister Peter Kühnel, da wieder gelungen ist. Denn die vierte der siebenjährlich stattfindenden Ausstellungen der Werke von Künstlern zwischen Nördlingen und dem südlichen Allgäu bietet ein bemerkenswert breit-qualitatives Spektrum Bildender Kunst und Techniken: Gemälde, Skulpturen, Objekte, Grafik, Buchkunst, Fotografie, Zeichnungen, Illustrationen, Arbeiten mit und aus Textilem, Knöpfen oder Medikamentenblistern. Eine prima ausgewählte Versammlung kreativer Produktionen lebender und zweier verstorbener Künstler; keineswegs eine bloße Ansammlung.

Knapp 30 Ausstellende bieten ihren Blick auf die Welt durch ihre Bilder oder Objekte. Sie zeigen schwäbische Natur oder Städte, jüdische Friedhöfe oder dunkelste Allgäuer Sagenorte, Wüsten, Stelen, Filigranes aus Draht und Papier, Portraits britischer Bluesgrößen, aparter Damen oder abstrakte Darstellungen.

Dabei bilden sich während der Auswahl und bei der Positionierung der Kunstwerke Verbindungen oder Assoziationen, die Epple bewusst herstellt – die ihm aber auch bisweilen geradezu in die Hände fallen. „Korrespondenzen herstellen, innere Zusammenhänge trotz manchmal ersichtlicher Gegensätze finden“, wie er sagt, das kann der Kunstprofi. Dazu kommt sein untrügliches Gespür und seine Kunstszenekenntnis, für jede Ausstellung neue und nur einmal präsentierte Kunstschaffende mit schwäbischen Wurzeln oder Bezügen aufzuspüren: beispielsweise zwei in Berlin lebende Allgäuer, eine Armenierin aus Schwabmünchen oder einen ursprünglich Wolgadeutschen aus Kasachstan, der Nördlinger Stadtansichten malt.

Epples geradezu methodisches Geschick, einer Ausstellung eine gewisse innere Logik und Systematik zu geben, ist verblüffend. Und stellt eine prima Betrachtungs-Hilfe dar, für Ausstellungs-Entdecker, ob große oder kleine. Auch im Unterallgäu ist Epple natürlich fündig geworden: bei Bildern von Martin Polk aus Dorschhausen, Monika Jawani-Wiedemann aus Kammlach, Erich Schickling und seiner Tocher Elisabeth aus Eggisried, oder beim Ottobeurer Künstler-Duo Philipp Reisacher und Helga Hornung.

Dass die Ästhetik der Türkheimer Schlossräume der Ausstellung laut Epple eine gewisse „Würde“, verleiht, das wissen auch die Förderkreis-Mitwirkenden zu schätzen. Sie haben das „Kleine Schloss“ binnen einer Woche zum sehenswerten Kunst-Schloss ausgebaut. Auch dieses Jahr hoffen sie wieder – wie in den Vorjahren – auf etwa 800 Kunst-Schaulustige.

Bis 7. November ist die Ausstellung am Samstag, Sonntag sowie an Feiertagen von 13 bis 18 Uhr geöffnet, am Mittwoch von 17 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zudem ist die Ausstellung „21 Jahre Galerie Epple“ in der Frühlingsstraße 6 sonntags von 15 bis 18 Uhr offen.

Regine Glöckner

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