So viele Gartenabfälle wie noch nie

Knapp 400 Kilogramm Müll hat der Unterallgäuer 2018 produziert

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Symbolbild: Im letzten Jahr haben die Unterallgäuer so viel Gartenabfälle wie noch nie produziert.

Unterallgäu – Im letzten Jahr haben die Unterallgäuer insgesamt pro Kopf fast 400 Kilogramm Müll produziert. Denn in Summe belief sich die Menge in 2018 auf 81.586 Tonnen, das Meiste davon Wertstoffe. Einen Rekord gab es bei den Gartenabfällen, die im vergangenen Jahr besonders üppig ausfielen, wie Edgar Putz, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises, im Umweltausschuss berichtete.

Im vergangenen Jahr hat der Unterallgäuer so viele Gartenabfälle wie noch nie produziert. Satte 22.521 Tonnen Grüngut landeten auf den Wertstoffhöfen. „Das ist der höchste Wert, der in den vergangenen 40 Jahren erfasst wurde“, kommentierte Putz. Grund für den hohen Grüngutanteil (1.252 Tonnen mehr als im Vorjahr) sei der warme Sommer gewesen. Den zweitgrößten Posten unter den Abfällen macht das Altpapier mit 10.850 Tonnen aus, also 75,62 Tonnen je Einwohner. Insgesamt stieg die produzierte Müllmenge an Wertstoffen auf 57.042 Tonnen an.

Erfreuliches gibt es über die Leichtverpackungen wie Jog­hurtbecher oder Verpackungsfolien zu berichten. Die Menge ist letztes Jahr um 137 Tonnen zurückgegangen. Durch die Gelbe Tonne, die Anfang dieses Jahres eingeführt wurde, vermutet Putz, dass dieses Jahr deutlich mehr Leichtverpackungen erfasst werden. „Das Aufkommen an gesammelten Leichtverpackungsabfällen liegt schon im ersten Quartal 2019 rein optisch deutlich über der erfassten Menge des Vergleichszeitraumes des Vorjahres“, so Putz.

Es sei eine Herausforderung, so Landrat Hans-Joachim Weirather, sich bei der Vielfalt an Produkten zu Hause die Mühe zu machen, das eine in die Papier- und das andere in die Biotonne zu tun. Doch er sehe einen guten Willen in der Bevölkerung, da mitzumachen. Christa Bail (Freie Wähler) findet den Abfuhrkalender „goldwert“. Das sei die „wichtigste Hilfe, damit der Bürger weiß, wann welche Tonne dran kommt.“ Heidemarie Zacher (SPD) kritisierte, dass in Werbeprospekten „Plastikangebote in Hülle und Fülle“ gebe. Somit werde immer mehr Plastik produziert. „Es gibt so viele andere Mittel, die man nehmen könnte, wenn man nur wollte“, so Zacher. Weirather brachte die Sache aber auf den Punkt: „Der Mensch neigt zu schizophrenem Verhalten. Jeder wird hier zustimmen, aber beim Einkauf schaut‘s dann wieder anders aus.“ Dann siege die Bequemlichkeit und man greife doch wieder zu Plastikprodukten.

In dem Ausschuss wurde aber auch das Abfallwirtschaftskonzept weiter fortgeschrieben. Ziel dieses Konzeptes ist, die anfallenden Abfälle zu vermeiden und diese wenn möglich wiederzuverwenden bzw. zu recyclen. Zur Vermeidung sollen informierende Maßnahmen wie Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge in beispielsweise Schulen und Beratungen im Einzelfall Ziel sein. Auch eine Umweltzeitung sei „eines der wichtigsten Instrumente, um auf die Bürger einzugehen“, erläuterte Putz. Private, gemeinnützige Alternativen wie das Reparatur-Café oder Tauschbörsen auf den Wertstoffsammelstellen seien zudem fördernswert. Mit Letzterem sollen die „Wertstoffhöfe attraktiv gehalten werden“, erklärte Putz.

Bei der Wiederverwendung von Gegenständen hapert es dagegen noch. Vor allem der starke Anstieg an Elektroschrott spiegelt das Kaufverhalten wieder. „Viele Dinge sind dabei zum Wegschmeißen zu schade“, sagte Putz. Besser sei es, die ausrangierte Stehlampe in einem Secondhandladen abzugeben.

Ein weiteres Ziel ist die Digitalisierung der Abfallwirtschaft. „Das Bestellen von Tonnen, die Sperrmüllkarte, die Öffnungszeiten“ können alle bürgerfreundlich im Internet abgerufen werden, berichtete Putz.

 Julia Böcken

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