"Campus Demographie"

Wie lebens- und liebenswert ist Bad Wörishofen?

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Die Lebensqualität der Generation 60+ in Bad Wörishofen steht im Mittelpunkt der Umfrage, die von der Stadt und der Hochschule Kempten initiiert wurde.

Bad Wörishofen – Etliche Bürger der Stadt Bad Wörishofen haben jüngst ungewöhnliche Post erhalten. In einem Anschreiben werden sie gebeten, an einer persönlichen Umfrage teilzunehmen. Worum es darin geht? Im Einzelnen um die Zufriedenheit des älteren Bewohners der Kneippstadt an sich, im Ganzen um wertvolle Datenerhebungen, um die Lebenssituation sowie die Wünsche und Anregungen der Generation 60+ zu erfahren.

„Campus Demographie“ nennt sich das Projekt, das die Stadt Bad Wörishofen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Kempten durchführt. Mittels der anonym gesammelten Daten der älteren Bewohnerschicht der Kneippstadt möchte man so die Weiterentwicklung der Stadt unter den Aspekten „lebens- und liebenswert“ voranbringen. 

Der 14-seitige Fragebogen erfasst neben statistischen Grunddaten zu Alter, Familienstand, Bildung und Einkommen auch freiwillige Auskünfte des Befragten zu dessen Zufriedenheit und Lebensqualität. Ähnlich den Befragungen, die mittels des Volkszählungsprozesses „Zensus“ vollzogen wurden, möchte man mit „Campus Demographie“ einen möglichst genauen Blick auf die Lebensumstände der älteren Bewohner gewinnen. Dazu gehören Fragen, ob man über Kontaktmöglichkeiten in der Stadt verfüge, sei es mit Nachbarn, Einrichtungen oder Familienangehörigen. 

Interesse haben die Datensammler auch an tiefergehenden Begebenheiten: Ist der Blick des Befragten auf seine persönliche Zukunft eher optimistisch oder pessimistisch, fehlen soziale Kontakte, finanzielle Unterstützung, konkrete Ziele für das Alter überhaupt? „Bad Wörishofen ist mein Ruhesitz. Hier will ich alt werden“, ist eine weitere Aussage, die mittels des Projekts genauer erfasst werden soll. So haben die Probanden zwar hier nur die Möglichkeit, mit ja oder nein zu antworten. Für den Auftraggeber der Umfrage, die Stadt Bad Wörishofen selbst, ergibt sich damit wohl dennoch die wichtigste Datenerhebung. 

Denn die demographische Bevölkerungsentwicklung wird auch für eine Stadt wie Bad Wörishofen Herausforderung sein und bleiben. Auch wenn es sich hier um eine Kurstadt handelt, die eigentlich sehr gute Voraussetzungen für ein aktives und komfortables Leben der Generation 60+ vor Ort bietet. Glaubt man den Demographen, wird man sich als Kommune verstärkt auf diese Generation einstellen müssen, wird die Stadtentwicklung in deren Sinne mit vorangebracht, erweitert – und gehalten werden müssen. 

Spannend dürften die erfassten Ergebnisse dieser Umfrage allemal sein, zeigen sie doch einen ungetrübten Blick auf die Befindlichkeiten der Senioren innerhalb der Kneippstadt. Deshalb bittet Bürgermeister Paul Gruschka im Begleitschreiben darum, den zugesandten Fragebogen auszufüllen und danach ans Rathaus zurückzusenden. Auch kann er direkt dort abgegeben werden. Da, wie eingangs erwähnt, die Befragung anonym erfolgt, werden alle Angaben ohne Namen und Adresse erfasst und ausgewertet. Bis einschließlich Freitag, 3. Februar, läuft die Befragungszeit. Ab dann müssen alle freiwillig Befragten ihre Bögen abgeschickt oder abgegeben haben. 

von Regine Pätz

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