Nach Startschwierigkeiten immer besser in Fahrt

Längst praktiziert: ÖDP verweist auf Carsharing in Mindelheim

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Am Forum parkt bereits ein Carsharing-Wagen. Das E-Auto teilen sich inzwischen zehn Vereinsmitglieder des Carsharing-Vereins.

Mindelheim – Im Zusammenhang mit der Mindelheimer Verkehrsdiskussion und der möglichen neuen Tiefgarage fällt auch immer wieder das Schlagwort „Carsharing“. Unter anderem der BUND Naturschutz hatte zuletzt in einer Pressemitteilung angeregt, „öffentliche Parkplätze in Carsharing-Plätze mit E-Lade-Funktion umzuwandeln.“ Darauf hat nun die Stadtratsfraktion der ÖDP reagiert: Peter Miller und Jan-Erik Ahlborn verweisen darauf, dass es bereits seit über drei Jahren Carsharing auch in Mindelheim gibt.

Im Kaufbeurer Carsharing Verein organisieren sich Privatpersonen seit 2013 zum Autoteilen. Auf Initiative des Mindelheimer Energieteams stellte der Verein 2017 mit Unterstützung der VWEW auch ein Elek­tro-Fahrzeug in Mindelheim, das nach anfänglichen Startschwierigkeiten inzwischen von knapp zehn Vereinsmitgliedern genutzt wird. Miller sieht im ländlichen Raum Carsharing als gute Alternative für die Zweit- und Drittwagen, die in vielen Familien stehen. So nutzt auch er selbst das Fahrzeug seit Beginn.

Die jährlichen Kosten beim Carsharing-Verein Kaufbeuren belaufen sich auf 24 Euro Mitgliedsgebühr für eine Einzelperson und 35 für Familien, zusätzlich fallen 60 Euro Bereitstellungsgebühr je Nutzer an. „Das ist im Jahr wenig mehr, als eine Tankfüllung am eigenen Auto“, so Miller. Bucht man das Auto, kostet es einen Euro je Stunde und 30 Cent je Kilometer.

Entlastung für die Umwelt

„Für viele Fahrten ist gar kein Auto notwendig, sondern diese können mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder innerhalb Mindelheims leicht mit dem Rad erledigt werden“, meint Miller. Mit Carsharing habe man aber dann jederzeit ein Auto zur Verfügung, wenn Bedarf besteht. Ist dagegen immer ein eigener Pkw verfügbar, sei der Anreiz groß, auch unnötige Strecken mit dem Auto zurückzulegen. „So entlastet Carsharing die Umwelt und in Mindelheim besonders, weil hier ein Elektroauto zum Einsatz kommt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende.

Um das Carsharing zu fördern, übernimmt die ÖDP-Stadtratsfraktion die Anmeldegebühr von 50 Euro und die jährlichen Gebühren für die ersten zwei Jahre für zwei Leute, die das eigene Auto abschaffen und künftig stattdessen Carsharing nutzen wollen. 

wk

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