"Ja" zur klassischen Musik

Landkreis fördert Festival der Nationen in Bad Wörishofen mit 20.000 Euro

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Bad Wörishofen – Heuer feiert das Festival der Nationen sein 25-jähriges Jubiläum. Doch da ausgerechnet dieses Jahr die nötigen Spenden nicht so üppig wie sonst ausfallen, ist die Kulturveranstaltung auf die finanzielle Förderung des Landkreises Unterallgäu angewiesen. Dazu hat der Schul-, Kultur- und Sportausschuss in seiner Sitzung einen einmaligen Zuschuss von 20.000 Euro bewilligt.

Das Festival der Nationen „wirft ein helles Licht auf den Landkreis Unterallgäu, was sensationell ist“, schwärmte Landrat Hans-Joachim Weirather. „Die Premium-League kommt hier.“ Gemeint sind die international renommierten Künstler und Orchester, die in Bad Wörishofen den Kindern und Jugendlichen die klassische Musik näherbringen wollen. Das Ziel ist, den Kindern die klassische Musik schmackhaft zu machen, ihr Interesse dafür zu wecken und zu stärken und Nachwuchstalente aus der Region zu fördern. Dies geschieht durch verschiedene Veranstaltungen, Projekte und Workshops im Rahmen des Festivals.

Seit der Neukonzeption im Jahr 2010 besuchten schon über 10.000 Kinder die Veranstaltung. Das Begleitprogramm ist ein voller Erfolg, wie die positiven Rückmeldungen der Beteiligten und Besucher zeigen.

Bisher hat der Landkreis das Festival durch eine kostenpflichtige Anzeigenschaltung in dessen Broschüre und durch den Kartenkauf unterstützt. Die Eintrittskarten gingen als Dankeschön an ehrenamtliche Engagierte des Landkreises. Doch das reicht dieses Jahr nicht mehr aus, denn die Spenden des Fördervereins und der privaten und öffentlichen Sponsoren, durch die sich das musikpädagogische Begleitprogramm finanziert, fallen heuer geringer aus. Daher sieht sich der Landkreis in der Verantwortung, den nötigen Zuschuss von 20.000 Euro aus dem Kreishaushalt zu stemmen. „Das ist eine tolle Geschichte, die viel Lob, Anerkennung und Unterstützung braucht“, ist Weirather der Meinung.

Wichtig für die Entscheidung ist auch die überregionale Bedeutung der kulturellen Veranstaltung, denn das Angebot wird von Kindern und Jugendlichen weit über den Landkreis hinaus angenommen.

Stefan Kienle aus dem Büro des Landrats erklärt: „Das Begleitprogramm ist eine wichtige Säule neben dem Konzertprogramm.“ In Deutschland würde man mit der Begeisterung für diese Musik­richtung bei den Kindern und Jugendlichen „hinterher hinken“. „In Asien hat die klassische Musik einen anderen Stellenwert.“ Das Musikgenre ziehe dort auch ein junges Publikum an.

Heidemarie Zacher (SPD) findet, dass das Festival das „i-Tüpfelchen“ von allen Angeboten der klassischen Musik im Unterallgäu sei und bedankte sich vor allem bei den Musikschulen. Auch Robert Sturm (CSU) sieht das „Zusammenspiel vieler Akteure“ als ein „Highlight“ an. Es sei wichtig, den Bereich auszuweisen.

Das Geld würde nur in die Angebote investiert und nicht in Künstlerhonorare, beteuerte Weirather. Damit „geben wir das Geld für dieses Programm und für unsere Kinder aus.“ Man müsse „die Tür aufmachen für die Möglichkeit, in die wunderbare Welt der Musik einzutreten.“

Das Festival ist für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren gedacht. Kindergartenkinder, Grundschüler und Gymnasiasten sind gleichermaßen willkommen. Dabei sind die Angebote je nach Alter unterteilt. „Alle sozialen Schichten können daran teilnehmen. Die Verpflegung ist kostenlos“, sagte Kienle.

Die Kinder können hinter die Kulissen eines Sinfonie-Orchesters blicken oder sich beim Musikfest „Klassik für alle“ auf den Spuren von Guiseppe Verdi begeben. Bei den Workshops wie „Classic for Kids“ setzen sich Grundschulklassen mit berühmten Komponisten auseinander. Angeleitet und speziell gefördert werden die Kinder von einer Musikdozentin. Sie üben ein kleines Konzert ein, singen und spielen mit. In diesem Jahr wird das Konzert vom Stück „Karneval der Tiere“ des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns handeln. Auch einen Musikwettbewerb wird es geben – für manche vielleicht das Sprungbrett auf der Karriereleiter.

Julia Böcken

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