Photovoltaik und Landwirtschaft in der Kombi?

Landkreis und Lechwerke suchen eine Partnerkommune für ein Pilotprojekt

Agri-Photovoltaik PV Anlage
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So könnte eine Agri-Photovoltaikanlage aussehen.
  • Marco Tobisch
    VonMarco Tobisch
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Unterallgäu – Solarenergie spielt im Unterallgäu eine bedeutende Rolle bei der Stromerzeugung. Während Dachflächen-Photovoltaikanlagen großen Zuspruch erfahren, stoßen klassische Frei­flächenanlagen aufgrund ihres Flächenverbrauchs und als Konkurrenz zur Landwirtschaft immer wieder auf Kritik. 

Mit einer neuen Technik will der Landkreis Unterallgäu dieses Problem lösen: Die Agri-Photovoltaik, bei der landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromerzeugung kombiniert werden. Dabei werden PV-Module zum Beispiel streifenförmig wie niedrige Wände in der Fläche aufgebaut, sodass zwischen den Modulreihen eine landwirtschaftliche Nutzung möglich ist.

30 potenzielle Partner angeschrieben

Wie gut das funktioniert? Das will der Landkreis nun zusammen mit den Lechwerken (LEW), dem Beraternetzwerk LandSchafftEnergie und weiteren Partnern herausfinden. Für das Pilotprojekt sucht das Landrats­amt eine Partnerkommune, die eine Fläche zur Verfügung stellt, um eine solche Anlage zu errichten. Benötigt wird eine landwirtschaftlich genutzte Fläche an einer Bahnlinie oder an der Autobahn, möglichst im Eigentum der Kommune. Genauere Angaben sind einem Schreiben des Landkreises zu entnehmen. Dieses hat das Landratsamt bereits an die 30 Unterallgäuer Kommunen, durch deren Gemeindegebiet eine Autobahn oder Bahnlinie führt, geschickt.

„Das Pilotprojekt soll wissenschaftlich begleitet und die Ergebnisse allen Interessierten zugänglich gemacht werden“, erklärt Landratsamt-Sprecherin Sylvia Rustler. Untersucht werden sollen unter anderem die Einsatzfähigkeit landwirtschaftlicher Maschinen, die landwirtschaftliche Ertragsfähigkeit der Fläche und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage.

Zeit bis Mitte März

Die Kommunen haben nun bis Mitte März Zeit, unverbindlich ihr Interessen bei der Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu zu bekunden. Danach soll eine passende Fläche ausgewählt und das Projekt weiter konkretisiert werden.

Das Projekt ist ein Baustein der Solaroffensive Unterallgäu, mit der seit 2017 die Sonnennutzung im Unterallgäu weiter vorangebracht wird.

wk

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