Klimaschutzmanagerin zieht gemischte Bilanz zum Coronajahr

Landkreis Unterallgäu will in die Wärmeoffensive starten

Solarplatten Solar PV Dach
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Ob sich ihr Hausdach für eine Solaranlage eignet, können Unterallgäuer auf der Homepage des Landrats­amtes selbst checken. 
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Unterallgäu – Der Landkreis will in diesem Jahr eine Wärmeoffensive starten. „Beim Strom sind wir schon sehr weit“, sagte Landrat Alex Eder mit Blick darauf, dass im Unterallgäu inzwischen der Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt. Bei der Wärme wolle man noch umweltfreundlicher werden. Wie die Kampagne aussehen soll, darüber informierte Klimaschutzmanagerin Sandra ten Bulte im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz des Unterallgäuer Kreistags. 

Die Klimaschutzmanagerin zog in der Sitzung Bilanz für das Jahr 2020 und gab einen Überblick, was die Fachstelle für Klimaschutz in diesem Jahr plant. Ein großes Projekt ist eine mehrjährig angelegte Wärmeoffensive, mit der Bürger, Kommunen und Unternehmen dazu motiviert werden sollen, den eigenen Wärmeverbrauch zu reduzieren beziehungsweise klimafreundlicher zu gestalten. Angedacht laut Landratsamt sind für Bürger zum Beispiel Online-Infotage zum Bauen und Sanieren sowie kostenlose Energie-Checks. Auch für Kommunen und Unternehmen könnten Vorträge und Beratungen angeboten werden. Die möglichen Themen der Wärmeoffensive reichen laut ten Bulte vom richtigen Dämmen, Lüften und der Wahl der passenden Heizung über kommunales Energiemanagement und Wärmenetze bis hin zur Nutzung von Abwärme im Betrieb.

Von Corona verschoben

Darüber hinaus soll in diesem Jahr nachgeholt werden, was coronabedingt verschoben werden musste, wie beispielsweise die Ausstellung „Bioökonomie zum Anfassen“ oder ein Aktionstag zum Thema Mitarbeitermobilität. Wieder geplant sind nach den Worten der Klimaschutzmanagerin etwa die jährliche Aktion „Mehr Bäume für den Klimaschutz“ oder die verschiedenen Bildungsprojekte mit Kooperationspartnern.

Auch im vergangenen Jahr sei die Baum-Aktion wieder auf große Resonanz gestoßen, so ten Bulte. 43 Unterallgäuer Gemeinden hätten 82 Bäume bei der Fachstelle für Klimaschutz bestellt. „Bei unseren Bildungsprojekten mussten wir coronabedingt Abstriche machen.“ Während im Vorjahr rund 50 Module des Umweltbildungsprogramms „Prima Klima Kids“ stattfinden konnten, seien es 2020 nur fünf gewesen. Auch der Wettbewerb „Bewegter Wandertag“, bei dem Schulen für eine klimafreundliche und regionale Gestaltung eines Ausflugs oder Aktionstags ausgezeichnet werden, habe ausfallen müssen. Möglich gewesen sei dagegen die Fortbildung und Unterstützung von Lehrern – auch durch den Aufbau einer Austauschplattform für Bildungsmaterial – , sowie die Begleitung der Realschule Babenhausen und der Berufsschule Mindelheim auf dem Weg zur Klimaschule. Die Babenhauser Schule hat die Auszeichnung „Klimaschule“ im Dezember erhalten.

Anleitung zum Selbstcheck

Daneben sei auch das Thema Solarenergie großgeschrieben und die seit 2017 laufende Solar­offensive fortgesetzt worden. Ein Online-Infoabend für Bürger, die über die Anschaffung einer Solaranlage nachdenken, sei mit 80 Teilnehmern sehr gut angenommen worden. „Außerdem haben wir unser Solarpotenzialkataster vollständig aktualisieren lassen“, informierte die Klimaschutzmanagerin. Im Solarpotenzialkataster auf der Homepage des Landratsamts können Bürger nachsehen, ob sich ihre Hausdächer für eine Solaranlage eignen. Am 20. April soll es nun weitergehen mit einem Online-Infoabend für all diejenigen, deren Solaranlagen im Dezember 2020 das Ende der 20-jährigen Vergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) erreicht haben oder in den kommenden Jahren erreichen werden.

Auch die Energieberatungen im Rahmen der Aktion „Check Dein Haus“ mit den Partnergemeinden Ottobeuren und Wolfertschwenden seien erfolgreich durchgeführt worden, wie die die Klimaschutzmanagerin sagte. So fanden Anfang 2020 79 Gebäude-Checks in Otto­beuren und 41 in Wolfertschwenden statt, bei denen die Bürger zur energetischen Situation ihres Hauses, zur Heizung, zum Stromverbrauch im Haushalt und zum möglichen Einsatz von erneuerbaren Energien beraten wurden. Ferner habe man die bereits 2019 erstellten Klimaschutzspots mit dem Motto „Klimaschutz – Jeder Beitrag zählt!“ im Memminger Kino gezeigt und damit 7.000 Bürger erreicht. 2021 wolle man daran anknüpfen und einen Fotowettbewerb dazu veranstalten.

wk

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