Landrat Hans-Joachim Weirather blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück

Auf dem Weg zum schuldenfreien Landkreis

+
Die ehemalige Eisenbahnbrücke bei Illerbeuren wurde saniert.

Unterallgäu – „Der Landkreis Unterallgäu hat viele Vorzüge“, sagt Landrat Hans-Joachim Weirather. 2018 hat das erneut eine Studie des Magazins Focus bestätigt. Die Arbeitslosenquote zählt zu den niedrigsten in ganz Deutschland, die Wirtschaftsleistung ist herausragend und die Einwohnerzahl geht kontinuierlich nach oben. Mit dem einstimmig verabschiedeten Kreishaushalt 2018 hat der Landkreis den Weg zur Entschuldung eingeschlagen. „Obwohl wir darauf bedacht sind, Schulden abzubauen, haben wir im Jahr 2018 auch wieder große Investitionen getätigt, zum Beispiel in unser Kreisstraßennetz und damit in die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer“, sagt Weirather.

Besonders freue er sich, dass zwei Unfallschwerpunkte im Landkreis entschärft wurden: Die Kreuzung der Kreisstraßen MN 32 und MN 13 zwischen Lauben und Erkheim beziehungsweise Günz und Frickenhausen sowie die Kreuzung der Kreisstraße MN 11 mit der Staatsstraße 2037 zwischen Schöneberg und Bronnen beziehungsweise Pfaffenhausen und Kirchheim. Beide Kreuzungen wurden in Kreisverkehre umgebaut.

Ein – auch aus historischer Sicht – tragendes Projekt hat der Landkreis zum Jahresende abgeschlossen: die Instandsetzung der ehemaligen Eisenbahnbrücke bei Illerbeuren. Im Frühjahr 2019 wird das mit einer Ausstellung zu dem denkmalgeschützten Schmuckstück gefeiert.

„Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs bietet seit einigen Monaten der Flexibus Unabhängigkeit von einem festgelegten Fahrplan“, so Weirather. Im Raum Kirchheim-Pfaffenhausen und im Raum Mindelheim ist der Flexibus bereits unterwegs. Ziel sei es, das Angebot landkreisweit und darüber hinaus auszuweiten. Eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs diene auch dem Klima, gibt der Landrat zu bedenken.

Der Umwelt zuliebe soll im Landkreis auch die Mülltrennung erleichtert werden. Dazu haben die Kreisgremien 2018 der Einführung der Gelben Tonne zugestimmt.

Seit rund zehn Jahren gibt es das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Unterallgäu. „Damit haben wir bayernweit Vorbildfunktion“, sagt Weirather. 2018 fiel die Entscheidung, das Konzept zu aktualisieren. Derzeit wird es überarbeitet und fortgeschrieben. Aus dem Konzept heraus sind laut Weirather bereits viele Angebote entstanden, die Menschen helfen, bis ins hohe Alter im eigenen Zuhause zu leben. Es gehe aber auch darum, genügend Heimplätze und alternative Wohnformen anzubieten.

Neue Küche für Senioren

Der Landkreis selbst ist Träger von drei Kreis-Seniorenwohnheimen in Türkheim, Babenhausen und Bad Wörishofen. „Nachdem wir das Kreis-Seniorenwohnheim St. Martin in Türkheim 2015/16 saniert und erweitert haben, haben wir im Jahr 2018 für rund 1,5 Millionen Euro die Küche erneuert“, so Weirather.

Große bauliche Veränderungen stehen in den nächsten Jahren bei den Kreiskliniken Unterallgäu an. „Die Verantwortlichen unseres Kommunalunternehmens haben für beide Klinikstandorte eine umfassende Zielplanung erstellt“, sagt Weirather. So entstehen ab 2019 in Ottobeuren neue Operationssäle im Westen der Kreisklinik. Außerdem wird ein neues Gebäude für den Intensivbereich gebaut und die Funktionsdiagnostik saniert und ausgebaut. Am Klinikstandort in Mindelheim ist unter anderem ein Neubau für die Operationssäle und für die Funktionsdiagnostik geplant. 2026 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.

Wegweisende Entscheidungen fielen laut Weirather in Sachen Hospiz- und Palliativversorgung zum Jahresende in einer Sitzung des Kreisausschusses: Zusätzlich zu dem Hospizzimmer im Caritas-Seniorenzentrum St. Georg in Mindelheim wird ein solches Angebot auch im Kreis-Seniorenwohnheim St. Martin in Türk­heim geschaffen – betreut vom St. Elisabeth Hospizverein. Der Landkreis Unterallgäu beteiligt sich an den Personalkosten.

Um lebensbedrohlich erkrankte Menschen in den Kreisklinken umfassend zu betreuen, soll mit finanzieller Unterstützung des Landkreises ein stationsübergreifender spezialisierter palliativmedizinischer Dienst eingerichtet werden. Übernehmen wird diese Aufgabe die Pallium gGmbH.

Gerüstet für Wirtschaft 4.0

„Lieb und teuer bleiben uns unsere Schulen“, hebt Weirather hervor. 2019 investiert der Landkreis rund eine halbe Million Euro, um die Maschinen der Technikerschule in Mindelheim für die „Wirtschaft 4.0“ zu rüsten.

„Unser Landkreis ist modern und trotzdem Traditionen verbunden“, so Weirather. Um die Heimat zu erhalten und zu gestalten, entwickelten Experten der Landkreise Unterallgäu und Ostallgäu das LEADER-Projekt „Dorfkerne_Dorfränder“. Dieses Kooperationsprojekt umfasst viele Ideen, um die Orts­entwicklung positiv zu steuern. Am Landwirtschaftsministerium wurde im vergangenen November eine Wanderausstellung zu dem Projekt vorgestellt. Damit wird es bayernweit zum Vorbild.

„Dass unser Landkreis so liebenswert bleibt wie er ist, dazu tragen viele engagierte Bürger bei“, hebt der Landrat hervor: „Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch im Namen aller Kreisrätinnen und Kreisräte von Herzen bedanken und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit auch im Jahr 2019.“

Eva Büchele

Auch interessant

Meistgelesen

Krönungsball der Ettrinarria: Neues Prinzenpaar auf dem Thron 
Krönungsball der Ettrinarria: Neues Prinzenpaar auf dem Thron 
Mindelonia: Blick ins Weltall und Zukunftsversion von Romeo & Julia Teil II
Mindelonia: Blick ins Weltall und Zukunftsversion von Romeo & Julia Teil II
Krönungsball Siedelonia: Action und Modenschau mit den Showtanzgruppen 
Krönungsball Siedelonia: Action und Modenschau mit den Showtanzgruppen 
Unterallgäuer Faschingsgesellschaften feiern ihre Krönungsbälle
Unterallgäuer Faschingsgesellschaften feiern ihre Krönungsbälle

Kommentare