200 Jahre Maristen

„Ad multos anno“ – auf viele Jahre!

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Im Rahmen des Jubiläums 200 Jahre Maristenbrüderschaft hielt Frater Michael Schmalzl den Gottesdienst in der Studienkirche des Maristenkollegs.

Mindelheim – Die Brüdergemeinschaft der Maristen konnte am 2. Januar dieses Jahres einen ganz besonderen Anlass feiern: ihre Ordensgründung vor genau 200 Jahren. Am 2. Januar 1817 betreute der junge Priester Marzellin Champagnet zwei Jungen in einem gemieteten Haus im Bergdorf Lavalla in Südfrankreich – die Geburtsstunde der Maristenbrüder.

Der damals erst 27jährige Marzellin Champagnat war seit einem halben Jahr Priester dieser kleinen Gemeinde bei Saint Chamond. Er unterrichtete deshalb die Jungen nicht nur in Lesen und Schreiben, sondern sorgte gleichzeitig für deren religiöse Entwicklung. Ihren Lebensunterhalt verdienten sich die Maristenbrüder durch die Herstellung von Nägeln und Heimarbeit. 

Weitere junge Männer schlossen sich daraufhin der Brüdergemeinschaft an. Aus dieser fruchtbaren Anfangszeit sollte in Hermitage das Mutterhaus der Ordensgemeinschaft hervorgehen, welches 1825 eingeweiht werden konnte. 

Bis zum Tode des Priesters am 6. Juni 1840 entstanden Volksschulen, Landschulen und 48 kleine Brüdergemeinschaften. Die Brüdergemeinschaft der Maristen zählt heute zu den größeren katholischen Ordensgemeinschaften und umfasst 3500 Brüder, 4500 Laienmaristen, 72500 Mitarbeiter, 500 Kindergärten, Volks-, Mittel- und höhere Schulen mit 14 Universitäten und Kliniken und soziale Einrichtungen. Sie betreut 700.000 Kinder und Jugendliche und lässt jährlich 50 Millionen Schulbücher in mehreren Sprachen drucken. Zu den aktuellen Aufgaben der Maristen gehören der Einsatz für die Rechte und den Schutz von Kindern. 

Weiter in den Fokus gerückt ist die Betreuung gefährdeter junger Menschen, ausgestoßener Kinder, Straßenkinder und Kindersolaten. 

In den letzten drei Jahren entstand in Mindelheim die Collaboration for Mission International (CMI), welche es den Abschlussschülern des Maristenkollegs in Mindelheim ermöglicht, ehrenamtlich im Ausland an Maristenprojekten teilzunehmen und Erfahrungen zu sammeln. 

Die Kirche würdigte das Leben und Wirken Marzellin Champagnats und sprach ihn an Pfingsten 1955 selig. 1999 nahm Papst Johannes Paul II. ihn in die Liste der Heiligen auf. Noch heute ist Marzellin Champagnat ein Vorbild und Patron der Jugend. Für Maristen, Brüder und Laien ist es eine immerwährende Aufgabe, seine Ideale und seine Liebe zur Jugend auch in die Zukunft zu transportieren. 

von Antonela Kelava

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