Teurer als geplant

Markt Türkheim muss Geld für die Sanierung der Kirchenmauer zuschießen

+
Die Kirchenmauer grenzt so unmittelbar an das Waaghaus, dass erst durch den Abbruch der Nebengebäude ein Zugang möglich wurde. In gut einem Jahr soll hier nicht nur am Haus, sondern auch an der Mauer gebaut werden.

Türkheim – Lange Zeit stand nur die Sanierung und der Umbau des Türkheimer Waaghauses im Mittelpunkt. Im Zuge der Arbeiten muss aber auch die direkt angrenzende Kirchenmauer saniert werden. Doch statt der geplanten 50.000 Euro muss die Marktgemeinde nun mehr als doppelt so viel zuschießen.

Im Investitionsprogramm der Gemeinde stehen noch 50.000 Euro, die 40 Prozent der ursprünglich geplanten Sanierungskosten für die östliche Kirchenmauer entsprechen. Dementsprechend wird die Kirchenstiftung bzw. die Diözese Augsburg die restliche Summe aufbringen, so die Vereinbarung. Mittlerweile aber liegen neue Kostenschätzungen vor. Rund 360.000 Euro sollen die Arbeiten nun kosten, womit der Gemeindeanteil nun auf 126.000 Euro angestiegen ist, was für eine durchaus lebhafte Diskussion noch im alten Gemeinderat sorgte, fehlen doch entsprechend 76.000 Euro im ohnehin angespannten Haushalt. Doch nicht nur deshalb reagierten die Gemeinderäte gereizt, sollten sie doch abermals unter Zeitdruck entscheiden.

Handlungsbedarf an dem jahrhundertealten Bauwerk besteht. Das verdeutlicht allein die Tatsache, dass einzelne Steine problemlos aus der Mauer herausgezogen werden können. Hier hatten die Räte moniert, die Mauer habe so viele Jahre gestanden, dass es nun nicht auf ein oder zwei Jahre ankomme. Doch es geht auch darum, dass im Zuge der Bauarbeiten am Waaghaus die Mauer besser zugänglich ist und man nicht möchte, dass nach Abschluss der Bauarbeiten am künftigen sozialen Treffpunkt gewerkelt wird, wenn dort Veranstaltungen stattfinden. Wenn man sich finanziell engagieren solle, so die Forderung, sollte man auf Gegenleistungen in Form von Parkplätzen bestehen, die am Waaghaus nicht zur Verfügung stehen.

Insgesamt, so die Kritik, werde das Projekt dadurch komplizierter als geahnt, wobei Bürgermeister Christian Kähler den Vorwurf der Erpressung nicht stehen lassen wollte. Man agiere miteinander, wobei auch klar sein müsse, dass es einen Unterschied zwischen der Kirchenstiftung und der Kirchengemeinde, die für die Mauer letztlich verantwortlich ist, gebe. Daher sei klar, dass von Seiten der Kirche nicht mehr Geld zu erwarten ist. Problematisch, aus Sicht der Kämmerei, ist vor allem die Tatsache, dass man weder gewusst habe, wann die Bauarbeiten bzw. die „Geldforderung“ kommen würde, noch eben die Summe. So stehen die 50.000 Euro auch nicht heuer im Haushalt, sondern sind für das Jahr 2023 geplant. Deshalb bedarf es auch nicht eines Nachtragshaushaltes, unter anderem auch deshalb, weil die Kosten für das Waaghaus erst nachträglich abgerechnet werden.

Die Anträge für die Zuschüsse müssen allerdings schon in Bälde gestellt werden, wie die Gemeinderäte erfuhren. So sieht die vorläufige Zeitlinie vor, dass nach den Ausführungsplanungen der Bauantrag demnächst gestellt werden muss, damit die entsprechenden Ausschreibungen für die Gewerke gemacht werden können. Man könne somit im Juni die Ausschreibung vollziehen und eventuell noch im Juli dieses Jahres die Aufträge vergeben. Im zweiten Quartal 2021 (ab April) werde dann am Küchentrakt gearbeitet, zeitgleich würde dann auch an der Kirchenmauer gebaut, für deren Sanierung ein Vierteljahr vorgesehen ist. Somit könnte das Waaghaus mit dem neuen Veranstaltungssaal Mitte 2022 vollendet werden; die Abrechnung mit der Regierung von Schwaben für die Gewerke ist dann für Anfang 2023 vorgesehen.

Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesen

UPM Ettringen: Erste 18 Mitarbeiter in Werksarztpraxis geimpft
UPM Ettringen: Erste 18 Mitarbeiter in Werksarztpraxis geimpft
Bad Wörishofer Therme ab heute wieder offen!
Bad Wörishofer Therme ab heute wieder offen!
Mindelheim: 5G-Initiative demonstriert „Antennen-Wald“ vor dem Forum
Mindelheim: 5G-Initiative demonstriert „Antennen-Wald“ vor dem Forum
Bad Wörishofen: Kurpark-Leuchten wird bis Mitte Juni verlängert
Bad Wörishofen: Kurpark-Leuchten wird bis Mitte Juni verlängert

Kommentare