»Der Steg bleibt!«

Markt Wald: Bürgermeister Wachler klärt zu offenbar hartnäckigem Gerücht auf

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In Markt Wald wurde zuletzt gemunkelt, der Steg am Schnerzhofer Weiher könne bald verschwinden – nichts als ein Gerücht, wie Bürgermeister Peter Wachler nun aufklärte.

Markt Wald – Der Sommer ist da und mit ihm – zumindest teils – warme Sonnentage und Badewetter. Rund um Markt Wald verbringen zahlreiche Heimurlauber die Zeit gerne am Schnerzhofer Weiher, doch ausgerechnet zur Hochsaison kursierte über diesen zuletzt ein hartnäckiges Gerücht: Offenbar sei geplant, den dortigen Steg abzubauen. In seinem regelmäßig erscheinenden Gemeindeblatt nahm sich Bürgermeister Peter Wachler nun die Zeit, das Gerücht aus der Welt zu schaffen und über die vermeintlichen Hintergründe aufzuklären.

„Ob man will oder nicht, Gerüchte sind und bleiben eine äußerst effiziente Form der Kommunikation“, schreibt Wachler. Und dass diese bei geringem Aufwand eine große Wirkung entfachen können, habe sich auch in Markt Wald zuletzt wieder gezeigt. „Ich weiß nicht, wer das Gerücht in die Welt getragen hat, dass der Steg am Schnerzhofer Weiher abgebaut werden soll. Interessant ist nur, dass dieses besagte Gerücht umgeht wie ein Lauffeuer“, so der Bürgermeister weiter. Was er von der Geschichte hält, erklärt Wachler deutlich: „Mit Verlaub: Absoluter Blödsinn.“

Wie es entstanden sein könnte, dafür hat der im Frühjahr wieder gewählte Rathauschef nur eine mögliche Erklärung: Ein Urteil vom Bundesgerichtshof von 2017, als der Fall einer jungen Schwimmerin verhandelt wurde. Dieses stellte seinerzeit fest, dass die Beweislast bei Badeunfällen beim Badbetreiber und nicht mehr beim Angeklagten liegt. Das heißt: „Erleidet ein Badegast durch grobe Fahrlässigkeit der Aufsichtsbehörde einen Gesundheitsschaden, muss er nicht beweisen dass die Aufsichtsbehörde schuld ist, sondern die Aufsichtsbehörde muss nachweisen, dass es nicht ihr Fehler war“, erklärt Wachler im Gemeindeblatt. Aus diesem Grund hätten sich bereits etliche Verwaltungen dazu durchgerungen, Badestege, Sprungtürme oder Schwimminseln zu entfernen – für ein geringeres Verletzungsrisiko.

Hinweisschilder reichen

Nicht aber Markt Wald: Peter Wachler habe nach eigenen Angaben sogar „bewusst auf eine Veränderung oder gar Entfernung verzichtet“, denn mit den Sanierungsarbeiten am Steg und am Uferbereich im Jahr 2015 wurden auch einige Hinweisschilder aufgestellt, was in Sachen Aufsichtspflicht reiche. Ein Rest­risiko bleibe zwar dennoch, aber das werde Wachler als Bürgermeister mittragen.

Und sofern die Politik keine anderslautende Handlungsempfehlung ausspreche, gelte: „Der Steg wird nicht abgebaut!“, wie der Bürgermeister klarstellt. Sogar eine Leiter soll dort bald wieder angebracht sein. 

mt

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