Rathauschef führt Coronatests bei Schülern durch

Markt Wald: Bürgermeister Wachler hat jetzt die Lizenz zum „Popeln“

Markt Wald Peter Wachler
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Markt Walds Bürgermeister Peter Wachler hat sich letzte Woche zum „professionellen Schnelltester“ ausbilden lassen.
  • Marco Tobisch
    vonMarco Tobisch
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Markt Wald – Landrat Alex Eder hat zuletzt mit einem Facebook-Post, in dem er mögliche psychische Folgen für einen positiv getesteten Schüler beschrieb, für Wirbel gesorgt. In Markt Wald geht man einem solchen Szenario präventiv aus dem Weg: Bürgermeister Peter Wachler hat in seinem Rathaus eine „Popelstation“ eingerichtet und testet dort höchstselbst Schüler auf Corona, die sich bei einem Test „im Klassenzimmer unwohl fühlen“ würden. 

Im Sitzungssaal des Markt Walder Rathauses, wo normalerweise der Gemeinderat tagt, steht ganz hinten im Raum eine kleine Wahlkabine mit Sichtschutz, hinter der Ende September wieder gekreuzelt werden dürfte. Aktuell erfüllt diese allerdings einen anderen Zweck: „Ich biete allen Eltern unserer Schule an, ihr Kind kostenlos und diskret in meiner Popelstation im Rathaus von mir persönlich testen zu lassen“, erklärte Peter Wachler kürzlich. Wer sich vor der Schule testen lassen will, kann ab 7.30 Uhr am Rathaus klingeln und sollte dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Um die Schnelltests im Rathaus umzusetzen, hatte der Bürgermeister vergangene Woche eine Arbeitssicherheits-Schulung absolviert und sich zum „professionellen Schnelltester“ ausbilden lassen. Dabei hofft Peter Wachler auch auf Nachahmer in anderen Rathäusern: „Es wäre gut, wenn auch andere Orte mitmachen, solange sich das Impfgeschehen verzögert.“

Auch Eltern gefordert

Dennoch stellt der Bürgermeister klar: „Auch nach Rücksprache mit unserem Rektor und vielen befreundeten großartigen Lehrern bin ich überzeugt, dass es für Kinder der richtige Weg ist, in der Schule getestet zu werden. Und ich glaube auch nicht, dass wir unseren Kindern dadurch zu viel zumuten.“ Dabei holt Wachler auch die Eltern ins Boot, deren Aufgabe es sein müsse, ihre Kinder für die Coronatests in der Schule zu sensibilisieren.

In Markt Wald gelten derzeit 16 Bürger als Corona-positiv (Stand: 20. April), gemessen an der Einwohnerzahl zählt die Gemeinde damit zu den Unterallgäuer Hotspots. Auch zwei Sterbefälle im Zusammenhang mit Corona musste Markt Wald bereits betrauern. „Das finde ich schon sehr bedauerlich“, erklärt Peter Wachler im Gespräch mit dem Wochen KURIER. Neben der „Popelstation“ bietet die Gemeinde auch die Ausgabe von FFP2-Masken weiterhin an, wobei Wachler meint: „Das sind Akzente, die man setzen muss.“

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