Polizei im Dauereinsatz

Massenschlägerei bei Irsinger Juze-Party - Veranstalter relativiert

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Viele Gäste feierten am vergangenen Samstag friedlich. Überschattet wurde die „2 Area Party“ des Juze Irsingen allerdings von mehreren Ausschreitungen.

Irsingen – „Die Sau rauslassen“ und „abzappeln“, damit hatte das Juze Irsingen in den Tagen vor seiner „2 Area Party“ auf Facebook geworben. Einige Partygäste überschritten den Rahmen des Erlaubten letzten Samstag allerdings gewaltig, denn dass die Polizei gegen Mitternacht eine Schlägerei zwischen mindestens zehn Gästen schlichten musste, blieb nicht der einzige Einsatz. Die Veranstalter des Jugendzentrums bedauern die Vorfälle – kritisieren aber auch, dass die Schlägerei von Polizei und Medien heftiger dargestellt wurde, als sie eigentlich war.

„Die angeforderten Sanitäter hatten alle Hände voll zu tun, die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser zu bringen“, berichtete die Polizei im Anschluss über die Schlägerei, in der sogar zwei Personen sogar ohnmächtig geprügelt wurden. Nachdem die Beamten die Körperverletzungen notiert hatten und die Wogen geglättet schienen, ging es im Jugendzentrum weiter: Ein 32-jähriger Grieche hatte eine Glasflasche nach einem der Sicherheitsmänner geworfen, diesen allerdings verfehlt. Obwohl dabei niemand verletzt wurde, muss der 32-Jährige dennoch mit einer Anzeige wegen versuchter Körperverletzung rechnen.

Diese beiden Vorfälle hätten letztlich den Ausschlag gegeben, die Party früher als geplant zu beenden, teilte die Vorstandschaft des Juze Irsingen am Sonntagnachmittag mit. Schon einen Tag nach der Feier hatten die Veranstalter bei einem „Feedback-Gespräch“ die Köpfe zusammengesteckt, um die Vorkommnisse zu besprechen. In ihrer Stellungnahme bitten sie auch um Verständnis bei all denjenigen, die bis zum Schluss friedlich feierten. Trotz Sicherheits- und Schutzmaßnahmen habe man die Schlägerei leider nicht verhindern können.

Kaum jemand hat die Schlägerei bemerkt

Diese sei in den Medien allerdings „überspitzt“ dargestellt worden, kritisieren die Veranstalter. „Ein Indiz hierfür ist, dass nur die wenigsten von einer Schlägerei etwas mitbekommen haben“, schreibt das Juze auf seiner Facebook-Seite. Und auch im Gespräch mit dem Wochen KURIER berichten Partygäste, das Ganze sei „hochgepuscht“ worden. „So heftig, wie es dargestellt wurde, war es nicht.“

Und auch der Veranstalter beteuert, seine Schutzmaßnahmen erfüllt zu haben: „Neben einem externen Sicherheitsanbieter, sorgten wir beispielsweise für die Einhaltung des Jugendschutzes, sowie der zusätzlichen Auflagen der Gemeinde.“

Trotzdem notierte die Polizei neben der Schlägerei noch zwei weitere Vorfälle wegen übermäßigen Alkohol-Konsums: Ein 24-Jähriger, der sich mit dem Fahrrad auf den Heimweg gemacht hatte und sichtbar unsicher unterwegs gewesen sei, wie die Polizei mitteilt, wurde angehalten und kontrolliert. Weil er über zwei Promille intus hatte, muss er sich auf eine Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr einstellen.

Nicht mehr ganz zu ihrem Fahrzeug hatte es derweil eine 24-jährige Frau geschafft: Sie sei zum Auto Fahrzeug getorkelt, unmittelbar davor aber ins „Delirium“ gefallen und bewusstlos liegen geblieben. Der Rettungsdienst brachte sie ins Krankenhaus.

Erziehungsmaßnahme

Weil Alkohol in allen Fällen ausschlaggebend war, informiert die Polizei nun bei sämtlichen betroffenen Personen die Führerscheinstelle. Auch mit dem Veranstalter will sie sprechen, wie es zur Eskalation kommen konnte. Das Juze hat intern bereits seine Konsequenzen aus dem Partyabend gezogen. „Die Vorstandschaft hat beschlossen, dass wir unser Veranstaltungsangebot für die nächsten Monate auf das Minimum zurückfahren werden. Nicht zuletzt sehen wir dies auch als erzieherische Maßnahme, damit unsere Gäste lernen, wie man sich im JuZe Irsingen zu verhalten hat.“

Marco Tobisch

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