Überblick über Corona-Geschehen im Kreistag

Mehr Tests, höhere Zahlen: Landrat Eder kritisiert Parameter für Corona-Inzidenzwert

Ein Abstrich für einen PCR-Test wird von einem Mitarbeiter im Corona-Testzentrum genommen.
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Auch im Unterallgäu ist das Testangebot zuletzt gewachsen. Dass die Anzahl an Tests nicht in den Inzidenzwert mit einfließt, kritisierte nun Landrat Alex Eder.

Unterallgäu – Deutschland steht eine Lockdown-Verlängerung bis nach Ostern bevor. Auch im Unterallgäu arbeiten die Verantwortlichen weiter akribisch daran, bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. Das Schnelltest-Angebot wächst und auch Kreisräte sollen sich bald vor jeder Sitzung testen lassen.

Seit Wochen steigt der Inzidenzwert im Unterallgäu wieder, am Dienstag lag er bei 154,8. Ganz so steil wie befürchtet gehe die Kurve der Neuinfektionen nun zwar doch nicht nach oben, erklärte Landrat Alex Eder am gestrigen Montag, als er im Unterallgäuer Kreistag einen Überblick über das Corona-Geschehen im Landkreis gab. Kritisch sehe er aber, dass die Anzahl an Tests, die mit der zunehmenden Möglichkeiten an Schnelltests freilich steige, nicht in die Bewertung der Inzidenz einfließe. Denn: „Wer viel testet, wird aktuell bestraft“, moniert Eder. Das sei auch im Unterallgäu zu beobachten: Während das Corona-Geschehen nämlich aktuell in den Seniorenheimen im Landkreis ruhig sei, gebe es in Unterallgäuer Schulen und Kitas auffällig viele Positiv-Tests, so der Landrat – der aber auch anmerkte, bei den Unter-15-Jährigen sei die Testkapazität zuletzt verdoppelt worden.

Schnelltests für Kreisräte

Erst letzte Woche sei ein großer Schwung Schnelltests an Schulen herausgegeben worden, erklärte Eder. Wäre das Lager anschließend nicht leer gewesen, hätten sich auch die 60 Kreisräte vor dem Haushaltsbeschluss am Montag (Bericht folgt) einem Schnelltest unterziehen können, wie der Landrat sagte. Für künftige Sitzungen sei nun der Plan, neben der Einhaltung der Abstände, FFP2-Maskenpflicht und Hygienemaßnahmen auch jedem Kreisrat vor der Sitzung einen Schnelltest per Post nach Hause zu schicken. „Dann kann sich jeder vorab zu Hause testen“, so Eder.

Steigend ist derzeit auch die Zahl der Coronapatienten in der Mindelheimer Klinik. War die Einrichtung am 10. März erstmals seit letztem Sommer wieder „coronafrei“ gewesen, nimmt die Covid-Patientenzahl derzeit wieder zu: Zwölf Corona­patienten lagen am Dienstag im Mindelheimer Krankenhaus, vier von ihnen auf der Intensivstation.

„Imageproblem“ von AstraZeneca spürbar

Größter Faktor in der Pandemiebekämpfung aus Sicht der Regierung ist bekanntlich die Impfung, die nicht nur im Unterallgäu zuletzt stockte. AstraZeneca etwa kämpfe nach der zeitweisen Aussetzung, so Eder, auch im Landkreis mit einem „Imageproblem“, das bereits zu Terminabsagen führte. 16.148 Erst- und 7.889 Zweitimpfungen wurden insgesamt in den beiden Impfzentren in Bad Wörishofen und Memmingen bislang durchgeführt, informierte Eder. Die Erfolgsmeldung aus seiner Sicht: Bislang musste noch kein Impfstoff weggeschmissen werden.

Auch zum Pilotprojekt, bei dem „immobile Personen“ von aktuell drei Hausärzten zu Hause geimpft werden (der Wochen KURIER berichtete), zog Eder ein erstes Fazit. Das Projekt sei gut angelaufen, auf 50 geimpfte Personen in der ersten Woche folgten 150 in der zweiten. Zusätzlichen Impfstoff gebe es dafür keinen. Die Priorisierung werde beim Pilotprojekt eingehalten, erklärt das Landratsamt.

mt

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